Flucht aus der Dunkelheit

Lesezeit: 4 Minuten

Flucht aus der Dunkelheit (2008)
Originaltitel: City of Ember

Regie: Gil Kenan
Drehbuch: Caroline Thompson
Produktion: Steve Shareshian, John D. Schofield, Tom Hanks
Musik: Andrew Lockington
Kamera:
Darsteller: Bill Murray, Toby Jones, Saoirse Ronan, Harry Treadaway, Liz Smith, Lucinda Dryzek, u.v.a.
Dauer: 90 Minuten
Romanvorlage: „Lauf gegen die Dunkelheit“ von Jeanne DuPrau

Inhaltsangabe:

Die Erde schlitterte einer Katastrophe entgegen. Daher bauten die Menschen eine Stadt unter der Erde, genannt Ember. Der Weg hinauf zur Erde wurde versteckt und die Hinweise in eine Schatulle gepackt. Nach zweihundert Jahren sollte sie sich selbst öffnen, um den Menschen den Weg wieder an die Oberfläche zu weisen. Doch im Laufe der Zeit wurde diese Schatulle vergessen.

247 Jahre nach der Katastrophe: Der korrupte Bürgermeister Cole (Bill Murray) herrscht über die Stadt Ember. Doch die Zeichen der Zeit stehen auf Untergang. Der Generator droht vollends seinen Dienst einzustellen; immer häufiger und länger folgen die Stromausfälle. Und die Nahrungsmittel gehen ebenfalls zur Neige.

Lina Mayfleet (Saoirse Ronan) und Doon (Harry Treadaway) wollten schon immer einen Weg hinauf zur Erde finden, aber sie wurden stets davon abgehalten. Plötzlich findet Lina die vergessene Schatulle und gemeinsam mit Doon und ihrer kleinen Schwester versucht sie die Hinweise zu entziffern. Doch der Bürgermeister ist ihnen auf den Fersen und die übrigen Menschen haben nicht den blassesten Schimmer, dass die Stadt dem Untergang geweiht ist.

Mein Fazit:

Was für eine spannende Geschichte. Eine Mischung aus Dystopie und Indiana Jones. Toll!

Ich kannte den Film bislang noch nicht, auch die Buchvorlage ist mir bislang völlig unbekannt geblieben. Aber die Geschichte hat was. Man stelle sich vor, die Gründerväter von Ember haben den Menschen einen Weg hinaus auf die Erde gewiesen. In der Hoffnung, dass die Erde sich in 200 Jahren wieder beruhigt hat, stellten sie den Öffnungsmechanismus auf 200 Jahre ein. Doch diese Schatulle wird vergessen im Laufe der Zeit und als sie sich selbst öffnet, bemerkt es niemand.

Die Stadt ist dem Untergang geweiht. Der Generator, die für das Licht und den Strom in der ganzen Stadt zuständig ist, macht es nicht mehr lange. Die Rohre können nur noch notdürftig geflickt werden und die Nahrungsmittel gehen zur Neige. Als die Kinder Lina und Doon im Alter von 12 Jahren ihren Jobs zugeteilt werden, steht der dickbäuchige Bürgermeister Cole (toll gespielt von Bill Murray) vor ihnen. Doon ist handwerklich geschickt und erhofft sich eine Arbeit am Generator. Doch das Los hat ihn als Boten auserkoren. Völlig verzweifelt, weil ihm die Arbeit überhaupt nicht zusagt, kann er jedoch mit Lina tauschen, sie sollte bei den Rohren arbeiten.

Lina ist eine Nachfahrin eines der früheren Bürgermeister. Die Schatulle ist im Schrank ihrer Großmutter versteckt und weil ihre Schwester alles in den Mund nimmt (wohl vor Hunger), kaut sie auf einem großen Blatt Papier mit den Hinweisen, wie man wieder an die Erdoberfläche gelangt! Zufällig entdeckt Lina das und spürt sehr schnell, dass sie einen sehr großen Schatz gefunden hat. Der Schatz, der sie aus Ember hinausführen kann. Gemeinsam mit Doon macht sie sich auf die Suche nach den Hinweisen und müssen die Schergen vom Bürgermeister dabei abschütteln. Denn der Bürgermeister weiß längst, dass die Stadt dem Untergang geweiht und hat entsprechend Vorkehrungen getroffen.

Auf dem Bildschirm erscheint eine Stadt in der Erde. An der Decke hängen unzählige Lampen, um den Himmel zu suggerieren. Die Häuser und Straßen machen einen alten und heruntergekommenen Eindruck, Reparaturen sind kaum noch möglich, da kein Material mehr da ist. Und doch scheinen die Menschen ihre Situation einfach zu akzeptieren, bis auf Lina und Doon. Zwei zwölfjährige mit dem Mut eines Löwen. Sie glauben an den Weg hinaus aus der Stadt, wissen nur nicht, wo dieser ist. Sie stehen sinnbildlich für die Zukunft, für die junge Generation, die mehr will als nur in einer Stadt zu leben, die es bald nicht mehr geben wird.

Der Film ist wirklich abenteuerlich, skuril und doch auch liebevoll gemacht. Bis ins kleinste Detail erscheint die Stadt, dessen Set in einem Trockendock aufgebaut wurde. Da hat man wirklich sehr viel Energie und Fantasie investiert. Die Geschichte ist packend und auch für Kinder sehr leicht verständlich. Ein paar Mal wurde es wohl ein bisschen gruselig, als ein riesiger Maulwurf auf der Suche nach Nahrung durch die Gänge krabbelte. Da kam bei mir die Frage auf: Wurden die Tiere größer oder die Menschen kleiner? Das wurde leider abschließend nicht geklärt.

Die Darsteller haben ihre Arbeit sehr gut und überzeugend gemacht. Alles in allem ist es gelungener Familienfilm, der zwar den moralischen Zeigefinger erhebt, aber doch spannend gestaltet wurde. Ich bewerte ihn mit 90%.

Veröffentlicht am 15.05.17!

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