Ken Follett: Die Nadel

Ken Follett: Die Nadel

Originaltitel: Storm Island/Eye of the Needle (1978)
übersetzt von Bernd Rullkötter und Walter Bodemer
Verlag: Weltbild Buchverlag
Seitenanzahl: 336 Seiten
ISBN-10: 3898970981
ISBN-13: 978-3898970983

Inhaltsangabe:

Heinrich Rudolf Hans von Müller-Güder, in England eher bekannt unter dem Namen „Die Nadel“ oder auch Henry Faber, ist ein Profi-Agent. Während er schon 1940 in London lebte und die militärischen Aktivitäten ausspionierte, entsandte die deutsche Abwehr eine Reihe von „Amateur-Agenten“.

1944 bekommt er den Auftrag, die Truppenstärke auszuforschen. Die Alliierten planen eine Invasion aufs europäische Festland. Bislang haben die Engländer es geschafft, alle Agenten zu täuschen. Doch Faber ist dem Geheimnis auf die Spur gekommen und versucht somit, seine Beweise ins Heimatland zu bringen.

Dabei hinterlässt er eine Blutspur quer durch England. Er ist kaltblütig, präzise und schnell. Das MI5, allen voran Goodliman, ist ihm stets auf den Fersen, aber immer wieder entwischt die Nadel ihnen. Als Faber nach einem Sturm auf einer kleinen Insel -Storm Island- landet, scheint er erstmal sicher zu sein. Dort lebt die unglückliche Lucy mit ihrem behinderten Mann David und ihrem kleinen Jungen.

Als Lucy und Faber sich sehen, ist sofort eine Spannung zwischen ihnen und tatsächlich gibt sie sich ihm hin. Doch dann stellt sie fest, weshalb er wirklich auf Storm Island ist.

Mein Fazit:

Dies ist für mich erste Roman von Follett, den ich gelesen habe. Und ich bin angenehm überrascht. Der Autor beweist großes Geschick, was das Erzählen angeht. Er geht nicht zu sehr ins Detail, lässt aber auch keine Fragen offen. Er macht keine unnötigen Zeitsprünge, sondern schließt eine Handlung stets im Kapitel ab.

Seine Protagonisten haben sehr viel Tiefgang und Charakter. Auch Faber, den man anfänglich ablehnt aufgrund seiner brutalen Vorgehensweise, lernte ich kennen. Er widerfuhr im Laufe der Geschichte eine leichte Verwandlung. Zwar war er noch immer eiskalt und brutal, aber der Autor hat ihm Gefühle gegeben. Und die spannende Jagd quer durch England machte ihn eigentlich sympathischer.

Lucy lebte in einer lieblosen Ehe, bedingt durch die Behinderung ihres Mannes. Am Tag ihrer Hochzeit hatten sie einen Autounfall und er verlor beide Beine. Sie begegnet Faber in einer Situation, wo sie sich nach Leben sehnte, nach Menschen und nach Gedankenaustausch. Und er hatte die Gabe, ihre Körpersprache richtig zu deuten.

Das Ende des Buches möchte ich nicht verraten, aber es war für mich sehr überraschend. Ich habe an einigen Stellen schmunzeln müssen. Ich empfinde das Buch als gut recherchiert, obwohl ich nicht alles so genau weiß, wie es damals in London war. Aber die Detail-Beschreibungen waren schon sehr interssant. Dieses Buch ist für mich ein Juwell in den Agenten-Thrillern und ich hoffe, ich kann noch mehr von Ken Follett lesen.

Das Buch bekommt 5 von 5 Sternchen.

Anmerkung: Die Rezension stammt aus April 2009.

Veröffentlicht am 23.05.17!

image_pdf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Ich bin damit einverstanden.