Cornelia Funke: Tintenblut

Lesezeit: 3 Minuten

Cornelia Funke: Tintenblut

erschienen 2005
Verlag: Dressler
Seitenanzahl: 707 Seiten
ISBN-10: 3791504673
ISBN-13: 978-3791504674
Dies ist der 2. Teil der Tintenwelt-Reihe.

Inhaltsangabe:

Schon ein knappes Jahr leben Mo, Resa und Meggie bei Elenor, seit sie Capricorn durch den Schatten getötet haben. Ein Jahr, in dem Meggie ihre langvermißte Mutter kennen und lieben lernte. Doch die Schatten der Vergangenheit sind nicht so schnell abzuschütteln.

Eines Tages taucht Farid auf. Farid, Staubfingers Lehrling und Zögling, berichtet von Basta, der fast ein Jahr im Gefängnis saß und nun Rache an all diejenigen üben will, die Capricorn und einige andere Männer aus der Tintenwelt getötet haben. Als erstes schickte er durch Orpheus Staubfinger ohne Farid in die Tintenwelt zurück. Orpheus ist ein großer Fan von Fenoglio’s Tintenwelt, aber ziemlich aufgeblasen und stark von sich eingenommen. Er kann ebenso die Figuren aus den Büchern bzw. in die Bücher hineinlesen.

Um Staubfinger zu warnen, liest Meggie Farid und sich selbst ebenfalls in die Tintenwelt und tatsächlich – es klappt! Sie sind nun bei den Spielleuten in Ombra, beim Speckfürsten und können Fenoglio, den Erschaffer der Tintenwelt, ebenfalls finden. Doch was Meggie nicht weiß: Basta und Orpheus finden Mo und Resa und lesen sie und einige andere ebenfalls in die Tintenwelt hinein, um dort Rache an ihnen zu üben.

Es beginnt ein großes Abenteuer für die gesamte Familie.

Mein Fazit:

„Tintenblut“ ist der Nachfolger von „Tintenherz“ und (fast) alle Figuren, die im ersten Teil eine Rolle spielten, tauchen in diesem wieder auf. Doch dieses Mal ist der Hauptschauplatz nicht ein kleines Bergdörfchen in Italien, sondern die Tintenwelt.

Meggie hat sich von Resa, die ihre Stimme in der Tintenwelt verloren hatte, alles erzählen, alles aufschreiben lassen, von den Feen, Elfen, Glasmännern, Moosweibchen, den weißen Frauen und natürlich den Spielleuten. Daher kennt sie sich gut aus und kann so die eine oder andere Situation gut meistern. Doch sie vermißt sehr schnell ihren Vater. In Farid, dem Jungen aus „Tausend und einer Nacht“ entdeckt sie ihre erste zarte Liebe, die glühend erwidert wird.

Fenoglio, der Erschaffer der Tintenwelt, der am Ende des ersten Teils in die Tintenwelt hingelesen wurde, ist nun der Dichter und hat eine neue Figur erschaffen: Den Eichelhäher. Anfangs ist er von allem noch sehr begeistert, was er erschaffen hat und welche Wirkung es hat. Doch im Laufe der Geschichte bemerkt er auch, das alles, was er tut, Konsequenzen hat und diese nicht immer gut sein können. Seine Figuren, von ihm erschaffen, haben eigene Wesenszüge, treffen Entscheidungen und tragen sie, immer aller Konsequenz. Das hat Fenoglio häufig vergessen und verfällt nun, enttäuscht von sich selbst, in tiefe Bitterkeit. Obwohl er eher eine Randfigur im gesamten zweiten Teil ist, so ist er für mich die tragischste, denn er kommt am wenigsten mit dem zurecht, was dort passierte.

Ich bin mit einer höheren Erwartung an dieses Buch gegangen, habe ich den ersten Teil ja regelrecht verschlungen. Bei diesem wurde ich etwas enttäuscht, denn es sind in meinen Augen einfach zu viele Geschichten in einem. Zwar hat die Autorin es verstanden, diese miteinander zu verknüpfen. Aber ich musste mich durch einige Passagen des Buches durchkämpfen. Auch zu viele Personen spielten eine Rolle und wäre das Personenregister am Ende des Buches nicht gewesen, hätte man sehr schnell durcheinander kommen können. Es sei der Autorin allerdings zu Gute zu halten, das es ihr auch durchaus gelang, eine gewisse Magie aufzubauen. An die Intensität im ersten Teil kam diese allerdings auch nicht heran.

Das Ende war dafür schon spannend und zeitweilig stockte mir der Atem. Aber bei 700 Seiten muss man schon Durchhaltevermögen aufbringen. Ob ich den dritten und letzten Teil lese, wird sich zeigen. Dieses Buch erhält von mir 3 von 5 Sternen.

Anmerkung: Die Rezension stammt aus Januar 2010.

Veröffentlicht am 27.07.17!

 

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