Ian McEwan: Abbitte

Ian McEwan: Abbitte

Originaltitel: Atonement (2001)
übersetzt von Bernhard Robben
Verlag: Diogenes Verlag
Seitenanzahl: 544 Seiten
ISBN-10: 3257233809
ISBN-13: 978-3257233803
Hier ist der Film dazu rezensiert.

Inhaltsangabe:

England im Sommer 1935: An einem heißen Tag lädt die Familie Tallis auf ihrem Landgut zum Essen ein. Eingeladen sind nicht nur die erwachsenen Kinder der Familie, Cecelia und Leon. Sondern auch die Nichte und Neffen und Paul Marshall, ein Freund von Leon. Robbie, der Sohn der Putzfrau und mit allen Kindern der Familie befreundet, erhält ebenfalls eine Einladung.

Briony, mit 13 Jahren der jüngste Spross der Familie, wird von quälender Langeweile gepackt und während ihre Gedanken um weitere literarische Ergüsse feilschen, spielen sich vor ihren Augen Dinge ab, die sie in ihrer kindlichen Fantasie missversteht und damit eine folgenschwere Verkettung auslöst.

Kann Briony ihren Fehler je wieder gutmachen?

Mein Fazit:

Nun habe ich den Roman gelesen. Ewig stand er schon in meinem SuB. Den Film dazu habe ich vor ein paar Jahren gesehen und ich war von der Geschichte schon gefesselt.

Ian McEwan hat die Geschichte in vier Abschnitte eingeteilt. Der erste und größte Abschnitt erzählt von dem heißen Tag im Jahre 1935 auf dem Landgut von der Familie Tallis, wie ich es schon in der Inhaltsangabe geschrieben habe. 266 Seiten voller Analysen von Situationen, und Gedanken bezeugen wahrlich die große Schreibkunst des Autors in seiner blumigen Sprache und ausgefeilten Raffinesse. Doch die langen und verschachtelten Sätze waren auch oft ermüdend und manchmal waren sie auch einfach nur langweilig.

Ab dem zweiten Teil kam ein bisschen mehr Schwung in die Geschichte. Auch da verlor sich der Autor hin und wieder in ausschweifende Erzählungen, aber es ließ sich einigermaßen lesen und zum Ende hin wurde es immer besser.

Die Dramatik der Geschichte ist mir mehr als bewusst. Ein 13jähriges Mädchen, auf der Schwelle zum Erwachsenwerden, wird mit Liebe und Sexualität konfrontiert und interpretiert das (für Erwachsene) Offensichtliche falsch. Die Konsequenzen ihrer Handlung werden ihr erst deutlich, als sie tatsächlich erwachsen ist. Doch dann ist es bereits zu spät und das Rad der Ereignisse kann nicht mehr zurückgedreht werden.

Es muss wohl nicht extra erwähnt werden, dass der Autor seine Figuren in Einzelheiten geschildert hat. Auch das Landgut und das Haus wurden schillernd und detailverliebt beschrieben. Man kann sich das alles vor dem inneren Auge gut vorstellen. Aber dann kommen immer wieder Abschnitte, die mich fragen ließen, warum der Autor sich wieder in Erzählungen verlor? Es war manchmal einfach zu viel des Guten!

Große Erzählkunst, die mich jedoch nicht immer packend unterhalten konnte. Deshalb vergebe ich nur drei Sterne!

Veröffentlicht am 30.07.17!

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