Corina Bomann: Sturmherz

Corina Bomann: Sturmherz

Erschienen 2017
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Seitenanzahl: 528 Seiten
ISBN-10: 3548288391
ISBN-13: 978-3548288390

Inhaltsangabe:

Alexa Petri hat schon seit Jahren kein gutes Verhältnis mehr zu ihrer Mutter. Und dann erleidet sie einen Schlaganfall und fällt ins Koma. Der Arzt bittet sie, die Betreuung für die Mutter zu übernehmen und daher muss sie die Unterlagen in der Wohnung durchsuchen. Dabei findet sie einen Brief – unvollendet und voller Geheimnisse.

Just in dieser Zeit steht plötzlich der amerikanische Autor Richard Henderson und sein Sohn Ethan vor der Tür. Alexa ist verwundert, dass ihre Mutter diesen Mann kannte. Sie hat nie davon erzählt. Wie so vieles nicht. Als Alexa elf Jahre alt, verschwand Cornelia Petri für drei Monate spurlos und selbst als sie wieder aufgetaucht war, erfuhr niemand, was wirklich geschehen war. Nur das Cornelia sich verändert hatte, spürte Alexa. Denn seit dem hatte sie vergeblich um die Liebe ihrer Mutter gekämpft.

Richard Henderson ist Cornelias Jugendliebe und er beginnt eine Geschichte zu erzählen, die Alexa ahnen lässt, was wirklich geschehen war – in der Flutnacht 1962.

Mein Fazit:

Dieses Buch hatte ich spontan aus der Bibo mitgenommen. Der Plot hat mich magisch angezogen, aber ich schraubte meine Erwartungen auch nicht zu hoch, hatte mir „Die Sturmrose“ nicht so gut gefallen.

Von diesem bin ich positiv überrascht. Ach, ich mag einfach Geschichten mit dunklen Familiengeheimnissen. Und diese ist wunderbar geschrieben – wenn auch mit klitzekleinen Häkchen. Doch dazu später! Alexa Petri, Single und Inhaberin eine Veranstaltungsagentur für Autoren, hat sich ihr Leben aufgebaut. Der Kontakt zur Mutter ist mehr schlecht als recht. Denn eigentlich verstehen sie sich nicht mehr gut. Seit der Vater verstorben war, herrscht noch mehr Unfrieden zwischen Mutter und Tochter. Cornelia Petri führt eine eigene Buchhandlung und sie hat Glück im Unglück. Der Schlaganfall trifft sie während der Arbeit, so dass ihr schnell geholfen werden kann. Alexa ist mit der Situation im Krankenhaus überfordert, aber sie gibt sich Mühe. Der Arzt braucht jedoch Rechtssicherheit und fragt nach Unterlagen, die die Versorgung im Falle eines Falles regelt. Diese Unterlagen sind nach gründlicher Suche nicht vorhanden, so muss Alexa sich bei Gericht um eine Betreuungsstelle kümmern.

Während sie in der kleinen Wohnung der Mutter sucht, findet sie einen merkwürdigen Brief. Sie wird nicht schlau daraus und kann fast nicht glauben, dass ihre Mutter ihn geschrieben haben könnte. Als dann auch noch Richard Henderson vor der Tür steht und nach ihrer Mutter fragt, ist die Verwirrung perfekt. Richard Henderson ist amerikanischer Schriftsteller, der 1961/ 1962 ein Austauschjahr an der Universität in Hamburg absolvierte. In dieser Zeit lernte er Cornelia kennen. 18 Jahre alt, aber noch nicht volljährig, befindet sie sich im zweiten Lehrjahr ihrer Frisör-Ausbildung. Der Vater misshandelt sie regelmäßig oder gibt sich seinem Rausch hin. Trotz der strengen Kontrolle ihres Vaters kann sie eine Beziehung zu Richard pflegen. Es geht sogar so weit, dass sie bereits ihren Koffer gepackt hat und mit ihm in die Staaten reisen will. Aber dann kam die verheerende Flut, die sie trennte.

Alexa erfährt von Dingen, die ihr völlig unbekannt waren. Sie spürt, dass es noch das eine oder andere Geheimnis gibt, weshalb ihre Mutter ihr viele Jahre das Leben schwer machte. Aber es berührt ihr Herz und lässt die Liebe zu Cornelia wieder aufkeimen. Diese wacht auch eines Tages aus dem Koma auf und erscheint plötzlich als andere Frau. Eine Annäherung ist wieder möglich. Für Alexa beginnt ein anderes Leben, das sie jedoch erst nur nach und nach an sich heran lässt, denn die Verletzungen der Mutter sind doch zu tief gewesen.

Beide Erzähl-Stränge konnten mich größtenteils überzeugen. Der Gegenwarts-Strang um Alexa hatte zwar kleine Längen drin, aber das fand ich nun nicht so tragisch. Allerdings finde ich es schade, dass der Autorin zumindest ein Logik-Fehler nicht aufgefallen ist. Richard Henderson steht mit seinem Sohn vor der Buchhandlung, um Cornelia Petri zu treffen. Wenig später muss Alexa Ethan die Adresse zur Buchhandlung aufschreiben, da sie sich privat verabredet haben. Da kam ich etwas in Stocken! Auch blieb ich an der einen oder anderen ungewöhnlichen Ausdrucksweise kurz hängen. Alexa hat die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt. Dabei hat sie wirklich sehr emotionale Momente beschrieben, die mich tief berühren konnten. Das Ende war vielleicht nicht unbedingt konsequent, aber durchaus authentisch und glaubwürdig. Und aus meiner Sicht nicht enttäuschend, denn das Leben ist halt manchmal so.

Die Geschichte um die Flut hätte meinetwegen noch etwas genauer beleuchtet werden können. Dafür, dass sie im entscheidenden Moment im Mittelpunkt stand. Ansonsten vergebe ich gerne vier Sterne und eine klare Lese-Empfehlung!

Veröffentlicht am 18.10.17!

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Ein Gedanke zu „Corina Bomann: Sturmherz

  1. Liebe Elke,

    da bist du ja wirklich aufmerksam. Das mit der Adresse ist mir so nicht aufgefallen 🙂
    Die Sturmflut spielt mir auch eine etwas zu geringe Rolle.
    Was ich von Cornelia halte, weißt du ja schon 😉
    Das neue Weihnachtsbuch von C. Bomann ist auch schon erschienen (Winterengel).
    Noch ist mir ja nicht so richtig nach Weihnachten…

    Liebe Grüße von Conny 🙂

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