Zeiten des Aufruhrs

Zeiten des Aufruhrs (2008)
Originaltitel: Revolutionary Road

Regie: Sam Mendes
Drehbuch: Justin Haythe
Produktion: Bobby Cohen, Scott Rudin, Sam Mendes
Musik: Thomas Newman
Kamera: Roger Deakins
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Kate Winslet, Kathy Bates, David Harbour, Michael Shannon, Kathryn Hahn, u.v.a.
Dauer: 119 Minuten
Romanvorlage: „Zeiten des Aufruhrs“ von Richard Yates

Inhaltsangabe:

April (Kate Winslet) und Frank Wheeler (Leonardo DiCaprio) sind ein Paar im Amerika der 50er Jahre. Irgendwo in einem Vorort leben sie in der Revolutionary Road in einem kleinen schönen Haus mit ihren zwei Kindern. Während sich April um die Kinder kümmert, fährt Frank wie viele andere auch jeden Tag mit dem Zug in die Stadt zu einem Job, den er hasst.

Das Paar streitet sich fortan nur noch und erstickt ihre wahre Indiviualität im Keim. Zu Franks 30.ten Geburtstag hat sie jedoch eine zündende Idee: Sie packen ihre Kinder und ihre sieben Sachen und verschwinden nach Paris. April möchte arbeiten gehen, während Frank die Chance bekommen soll, herauszufinden, was er wirklich tun möchte in seinem Leben. Beide sind Feuer und Flamme und beginnen es ihren Kollegen und Freunden zu erzählen. Diese erklären sie für verrückt oder belächeln sie nachsichtig.

Doch der Plan ändert sich, als April erfährt, das sie schwanger ist und Frank außerdem noch ein lukratives Job-Angebot erhält. Das Drama nimmt seinen verhängnisvollen Lauf.

Mein Fazit:

In erster Linie bin ich in diesen Film gegangen, um eine weitere starke Arbeit von Leonardo DiCaprio und Kate Winslet zu sehen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, das es ein schlechter Film sein sollte und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Im Gegenteil, sie wurden übertroffen! Kate Winslet hat überzeugend und glaubhaft die Rolle der April Wheeler ausgefüllt. Sie ist die Initiatorin für Paris und bringt alles auf den Weg. Zuerst wird klar, das sie es für Frank tut, weil er in seinem Leben nicht glücklich ist. Aber im Laufe des Film wird dem Zuschauer deutlich, das sie es eigentlich mehr für sich tun wollte. Sie wollte raus aus dem Kleinstadt-Mief und der scheinheiligen Doppel-Moral. Sie wollte echtes Lachen spüren, echtes Leben fühlen!

Leonardo DiCaprio als liebender Ehemann und Vater war für mich anfangs etwas befremdlich. Aber nach nur wenigen Minuten hat er mich überzeugt, das er auch solche Rollen spielen kann. Seine Position war ganz klar: Es war nicht das Leben, das er wollte. Aber er hatte sich damit arrangiert, weil er die Verantwortung für eine Familie trägt. Einzig die Liebe zu April ließ ihn aufflammen. Er spürt, das sie ihm entgleitet und versucht sie mehr und mehr festzuhalten und hat sie dabei immer mehr und mehr verloren. Tragisch! Irgendwo in einem Streitgespräch wird auch deutlich, das das Leben so nicht erwünscht war. Das erste Kind kam ungewollt und das brachte all ihre Träume zu Fall.

Was das Thema ansich betrifft, birgt dieser Film viele kleine Wahrheiten, versteckt in den Dialogen. Ob nun der Verrückte (gespielt von Michael Shannon), der es als einziger wagte, das auszusprechen, was andere dachten oder die vermeintlichen Freunde. Alle spielen sie sich selbst was vor, nur weil eben alle es tun. Keiner tut das, was er für richtig hält und alles, was außerhalb der Norm ist, wird als verrückt abgestempelt.

Ein Film, der in sehr berührt und einen bewegten wie nachdenklichen Zuschauer zurück lässt. 100% für diesen tollen Streifen, wovon Kate Winslet den meisten Anteil trägt. Toll!

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 25.01.2009.

Veröffentlicht am 25.10.17!

image_pdf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Ich bin damit einverstanden.