Der weiße Hai

Der weiße Hai (1975)
Originaltitel: Jaws

Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Carl Gottlieb
Produktion: Richard D. Zanuck, David Brown
Musik: John Williams
Kamera: Ron Taylor, Bill Butler
Darsteller: Roy Scheider, Robert Shaw, Richard Dreyfuss, Lorraine Gary, Murray Hamilton, Carl Gottlieb, u.v.a.
Dauer: 124 Minuten
Romanvorlage: „Der weiße Hai“ von Peter Benchley
Dies ist der 1. Teil der Der weiße Hai-Reihe.

Inhaltsangabe:

Amity, kurz vor dem Sommer: Die kleine Stadt auf der Insel ist komplett vom Tourismus abhängig. Und gerade stehen der Nationalfeiertag und noch einige andere Dinge an. Besucherstrom ist vorprogrammiert.

Polizei Chief Martin Brody (Roy Scheider) ist gerade neu auf dem Posten. Seltsamerweise ist er wasserscheu, trotzdem ist er mit seiner Frau Ellen (Lorraine Gary) und den beiden Jungs auf die Insel gezogen. Und kurz bevor die Touristensaison losgeht, passiert das Unvorstellbare: Eine junge Frau kehrt nicht mehr aus dem Wasser zurück, ihre kargen Überreste deuten auf einen massiven Angriff von einem Meeresräuber hin.

Brody möchte am liebsten sofort den Strand sperren, doch Bürgermeister Vaughn (Murray Hamilton) verhindert dies, er sieht die wirtschaftliche Lage wichtiger an als das Leben seiner Stadtbewohner und Besucher. Es wird der Ozeanologe Matt Hooper (Richard Dreyfuss) bestellt, der sich die Leiche ansehen soll. Er kommt sofort zum Schluss, dass es ein Hai gewesen sein muss. Schließlich passieren weitere Angriffe auf Schwimmer und ein Kind kommt zu Tode.

Die Menschen in Amity sind aufgebracht. Die Mutter des verstorbenen Kindes setzt eine Belohnung von 3000 Dollar auf den Fang des mörderischen Seeräubers aus. Und schließlich wird auch ein Tier gefangen und getötet. Ein Katzenhai! Nach eingehender Prüfung stellt Hooper jedoch fest, dass es nicht der gesuchte Hai gewesen sein kann. Im Magen sind keine menschlichen Überreste zu finden. Der erste offizielle Strandtag bricht an und die Menschenmassen strömen nach Amity. Das Sicherheitsaufgebot wird erhöht und Brody beobachtet das Wasser vom Strand aus. Nach einem Jungenstreich wird der Hai tatsächlich in der Bucht entdeckt und mordet weiter. Dem Bürgermeister bleibt nichts anderes mehr übrig, als Quint (Robert Shaw) mit der Tötung des Tieres zu beauftragen. Dieser hatte seine Dienste für 10.000 Dollar angeboten, doch bislang hatte man gezögert, ihn anzuheuern.

Brody und Hooper heuern bei Quint an und zu dritt machen sie sich auf die Suche nach der Bestie.

Mein Fazit:

Oh je, wie oft habe ich den Film schon gesehen? Ich weiß es nicht mehr. Das letzte Mal ist auch schon Ewigkeiten her!

Steven Spielberg hat mit diesem Film, der im Jahre 1975 entstand, Meilensteine gesetzt. Und obwohl er schon so alt ist und ich ihn auch einige Male gesehen habe, schockt er mich heute immer noch! Denn wenn man die Bestie sieht, denkt man nicht, dass der Hai eigentlich eher eine Attrappe ist! Er wurde schon täuschend echt dargestellt und das macht es ja so gruselig. Inzwischen weiß man ja, dass dieser Film auf einer wahren Begebenheit beruht. Der Autor zu der Romanvorlage hat ähnliche Vorfälle aus den zwanziger Jahren zum Anlass genommen, darüber zu schreiben. Es wurde nur in die 70er Jahre adaptiert und ich finde, bis heute hat es an Aktualität nicht verloren. Denn auch heute passieren immer wieder Hai-Attacken, die mehr oder weniger glimpflich ausgehen. Leider hat dieses Tier dadurch auch einen sehr schlechten Ruf erhalten, nicht zuletzt auch durch diesen Film.

In diesem Film wird davon ausgegangen, dass der Hai solange vor der Insel bleibt, bis er keine adäquate Nahrung mehr findet. Wenn also die Menschen aus dem Wasser bleiben, würde er irgendwann wieder abziehen. Für den gewissenlosen Bürgermeister ist dies jedoch kein Grund gewesen, die Strände zu schließen. Er fürchtete eher den wirtschaftlichen Verlust und den damit einhergehenden sozialen Unfrieden. Martin Brody, toll gespielt von Roy Scheider, konnte dieser Argumentation nicht ganz folgen. Da der Bürgermeister jedoch die Hoheitsrechte besaß, musste er sich seinem Willen beugen. Da nützte es auch nichts, das die Mutter des verstorbenen Kindes vor allen Menschen den Chief ohrfeigte und ihm Tatenlosigkeit vorwarf. Denn sehr schnell wird bekannt, dass es nicht der erste Hai-Angriff in diesen Tagen war!

Nun gut, ob es diese Theorie wirklich gibt, weiß nicht. Es leuchtet jedoch ein. Die Spannung, auch noch wunderbar untermalt durch die eindringliche Musik von John Williams, steigert sich von Minute zu Minute mehr. Denn als Zuschauer erfährt man erst kurz vor dem Angriff, dass es wieder zu passieren droht. Es gab für mich dann aber doch den einen oder anderen Schock-Moment, wo ich zusammen zuckte.

Es gibt für mich dann noch eine Szene, die ich für irreführend und falsch halte. Die drei Männer auf dem Boot schießen dem Hai drei Harpunen in den Körper. An diesen Harpunen sind Fässer mit Luft gefüllt befestigt. Damit soll der Hai gehetzt und zur Aufgabe gezwungen werden. In einer Szene verweilten die drei Fässer an der Wasseroberfläche still an einem Ort. Erst dachte ich, sie hätten sich vom Hai gelöst. Aber dann plötzlich bewegten sie sich wieder. Ich finde, das ist eine falsche Wiedergabe von natürlichen Gegebenheiten. Denn der Hai kann niemals an einem Ort still verweilen, sozusagen lauern. Der Hai muss ständig schwimmen und in Bewegung sein. Denn mit dem Gleiten durch das Wasser wird die Sauerstoffzufuhr über die Kiemen gewährleistet. Wahrscheinlich hat Steven Spielberg aus dramaturgischen Zwecken diese Szene eingebaut. Aber so etwas kann es eigentlich nicht geben. Wenn der Hai unter Wasser im Kreis geschwommen wäre, hätten sich die Fässer mitgedreht. Das geschah jedoch nicht!

Sicherlich gibt es noch den anderen Satz zu dem Film zu verlieren. Im Grunde ist der Film einfach ein Klassiker, der in der Filmwelt für einige Trends sorgte und Steven Spielberg in die Liga der besten Regisseure katapultierte. Auch nach all den Jahren hat er sein Grauen nicht verloren. Ich erlebte einen spannungsgeladenen Film-Abend mit einigen Schreck-Momenten. Daher vergebe ich gerne 90%.

Veröffentlicht am 19.11.17!

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