Lucy Foley: Das Versprechen eines Sommers

Lucy Foley: Das Versprechen eines Sommers

Originaltitel: The Invitation (2016)
Übersetzt von Christel Dormagen
Verlag: Insel Verlag
Seitenanzahl: 435 Seiten
ISBN-10: 3458362789
ISBN-13: 978-3458362784

Inhaltsangabe:

Italien, Anfang der 50er Jahre: Der britische Journalist und Schriftsteller Hal Jacobs fristet ein einfaches Dasein in Roman und kommt gerade so über die Runden. Die seelischen Wunden des erlebten Krieges sind noch immer nicht verheilt und er kämpft mit einer bedrückenden Schuld.

Eines Abends trifft er auf eine geheimnisvolle Fremde, die sich nur Stella nennt. Sie erleben eine schöne Nacht miteinander und dann trennen sich die Wege. Hal glaubt, sie nie wieder zu sehen.

Doch dann erhält er das Angebot, eine illustre Gruppe aus dem Showbusiness auf einer Yacht nach Cannes zu begleiten und darüber zu berichten. Das Angebot ist zu verheißungsvoll, ermöglicht es ihm doch, dann endlich in Ruhe seinen Roman schreiben zu können. Er reist an die ligurische Küste und trifft auf die Reisegruppe. Und dabei ist auch Stella – mit ihrem charmanten, aber sehr wachsamen Ehemann.

Auf Hal kommen turbulente und lebensverändernde Ereignisse zu.

Mein Fazit:

Dies ist mein erster Roman von Lucy Foley, ihr Erstling „Die Stunde der Liebenden“ ist schon seit längerem auf meiner Wunschliste und ich denke, dieses Buch wird nicht mehr lange dort bleiben.

Denn Lucy Foley versteht es Geschichten zu erzählen. Zugegeben, am Anfang ist es etwas holperig und die Autorin bedient sich eines sehr ruhigen, aber intensiven Erzählstils. Mit einer etwas anspruchsvolleren, aber doch verständlichen Ausdrucksweise lässt sie die Kulisse von Italien lebendig werden und ich flanierte mit Hal durch die Straßen von Rom oder segelte auf dem Mittelmeer an der ligurischen Küste entlang. Es passiert am Anfang nicht sehr viel und die ausführlichen Charakterdarstellungen werden erst im Laufe der Geschichte bedeutsam. Dabei hat man immer ein leises Lächeln auf den Lippen, Humor hat die Autorin, und zwar einen sehr feinsinnigen.

Es werden drei Geschichten erzählt, zum einen die verbotene Liebe von Hal und Stella. Die Anziehung ist noch immer da, aber Mr. Truss, ihr Ehemann, ist sehr besitzergreifend und versucht sie klein zu halten. Hal jedoch lernt Stella von einer anderen Seite kennen. Stella stammt aus Spanien und hat 1936 ihre gesamte Familie im Bürgerkrieg verloren. In kleinen Rückblicken erzählt Stella von ihrem früheren Leben, das sie bis zu dieser Reise nahezu verdrängt hat. Dann ist da noch das Tagebuch um einen Schiffskapitän. Dieses Tagebuch diente als Vorlage für einen Film, der gerade produziert wurde und nun in Cannes von der Gruppe vorgestellt werden soll. Diese drei Geschichten sind sehr geschickt miteinander verknüpft und boten mir ab der Hälfte spannende Unterhaltung. Denn es wird klar, dass irgendetwas passiert. Dabei spielen die verschiedenen Persönlichkeiten mit ihren kleinen und größeren Geheimnissen eine große Rolle. Die Ausarbeitung der Figuren und die dabei entstandene Atmosphäre haben mich in den Bann gezogen.

Ein oder zwei kleine Fragen sind zwar offen geblieben, aber das finde ich in diesem Falle nicht so tragisch, denn die überraschenden Wendungen haben mich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen lassen. Es hat mich bestens unterhalten, trotz des holprigen Anfangs. Fünf Sterne vergebe ich für dieses Lese-Abenteuer!

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen!

Veröffentlicht am 29.11.17!

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2 Gedanken zu „Lucy Foley: Das Versprechen eines Sommers“

  1. Liebe Elke,

    auch eine schöne Rezi. Freut mich, dass dir das Buch auch so gefallen hat wie mir. Die Wendungen am Schluss waren schon genial eingefädelt.
    „Die Stunde der Liebenden“ fand ich auch gut (4 Sterne), das habe ich ja schon vor langer Zeit gelesen. Allerdings hat mir „Das Versprechen eines Sommers“ insgesamt besser gefallen.
    Bin gespannt, was du mal dazu meinst!

    Liebe Grüße von Conny

    1. Hallo Conny,

      vielen Dank für Dein Besuch und Kommentar!

      Auf den Roman wäre ich jetzt wirklich gespannt, aber er muss bis nächstes Jahr warten!! Dieses Jahr bin ich nun mit genug Büchern gesättigt!

      Liebe Grüße, Elke!

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