Ohne Limit

Lesezeit: 3 Minuten

Ohne Limit (2011)
Originaltitel: Limitless

Regie: Neil Burger
Drehbuch: Leslie Dixon
Produktion: Leslie Dixon, Ryan Kavanaugh, Scott Kroopf
Musik: Paul Leonard-Morgan
Kamera: Jo Willems
Darsteller: Robert De Niro, Bradley Cooper, Abbie Cornish, Anna Friel, Johnny Whitworth, Andrew Howard, u.v.a.
Dauer: 105 Minuten
Romanvorlage: „Stoff“ von Alan Glynn

Inhaltsangabe:

Eddie Morra (Bradley Cooper) ist ein erfolgloser Schriftsteller, der keine Zeile aufs Papier bringt. Sein Vorschuss ist aufgebraucht und er verbringt die Tage eher damit, durch die Kneipen von New York zu ziehen. Freundin Lindy (Abbie Cornish) hat ihn deshalb schon abgeschossen.

Dann trifft er plötzlich seinen Ex-Schwager Vernon (Johnny Whitworth) wieder. Dieser war schon in zwielichtige Geschäfte verwickelt und bietet Eddie eine Wunderpille an: NZT. Er probiert sie aus und ist danach wie verwandelt. Während das Gehirn unter normalen Umständen nur 20% seiner Leistung zur Verfügung stellt, zapft NZT die restlichen 80% an. Plötzlich kann Eddie nicht nur seinen Roman schreiben, sondern einer Nachbarin auch noch bei der Hausarbeit helfen. Am nächsten Tag stellt sich wieder das trostlose Leben ein und Eddie sieht sich gezwungen, bei Vernon vorbei zu schauen.

Vernon wird jedoch wegen dem NZT ermordet und während Eddie auf die Polizei wartet, findet er das Versteck mit der neuen Droge. Er kann auf einen großen Vorrat schauen und plötzlich verändert sich seine Welt. Skrupel über mögliche Nebenwirkungen wischt er gekonnt bei Seite, bis er selbst merkt, dass etwas nicht stimmt.

Mein Fazit:

Ein weiterer interessanter Film mit Bradley Cooper, der mich immer mehr mit seiner schauspielerischen Leistung beeindruckt. Hier ist muss er ein großes Repertoire beweisen und ich finde, er kann es einfach.

Doch die Geschichte selbst hat mich etwas nachdenklich zurück gelassen. Auch jetzt noch, ein paar Tage danach, bin ich mir nicht sicher, was der Film mir sagen möchte. Ist es in Ordnung, eine Droge zu nehmen, wenn man a) es kontrollieren kann und b) dadurch sein vollen Potential ausschöpfen kann? Oder ist es nicht doch eher Betrug, wenn man den Menschen etwas vorgibt, was man eigentlich gar nicht ist? Eddie Morra macht eine enorme Wandlung durch. Am Anfang ist er ein herunter gekommener erfolgloser Schriftsteller, der sowohl auf innere wie äußere Ordnung keinen großen Wert legt. Dann nimmt er diese Pille und schon verändert sich alles. Die Worte fließen nur so aus ihm heraus, er kann auf einmal schreiben. Er beginnt sich und seine Wohnung zu pflegen und lernt auf einmal Dinge, die ihm vorher nie eingefallen sind, lernen zu können. Die Menschen bewundern ihn dafür und daraus zieht er weiteres Selbstbewusstsein.

Es geht sogar so weit, dass er an der Börse spekuliert und innerhalb weniger Tage viel Geld gewinnt und damit Carl Van Loon (Robert De Niro) auf den Plan ruft. Mit ihm beginnt ein Katz- und Mausspiel und es bleibt bis zum Schluss eigentlich unklar, wer hier Dealer und wer Junkie ist. Seine Leistungen bleiben einigen nicht verborgen, die ebenfalls gerne etwas NZT haben wollen und sogar vor Mord und Folter nicht zurück schrecken. NZT hat aber auch körperliche Nebenwirkungen, wie Eddie Morra feststellen muss und das ist für mich der ganze Haken. Der Film suggeriert, dass der Mensch die Kontrolle über die Drogen hat. Dabei ist es in Wahrheit genau anders herum. Kopfschmerzen? Dann wird die Dosis herunter geschraubt. So einfach! Ja, so einfach könnte es sein, ist es aber einfach nicht. Die Drogen kontrollieren den Menschen und lassen sie zu Wracks und menschlichen Abschaum werden.

Auch wenn Eddie Morras Verwandlung wie ein Märchen anmutet und ich dem nicht absprechen kann, das es auf mich faszinierend wirkte, so bin ich der (vermeintlichen) Aussage doch eher skeptisch gegenüber. Zwischendurch glänzte der Film durch triggernde Kameraführung, was widerum die Gefährlichkeit der Droge noch unterstrich.

Es war faszinierend und schockierend zugleich, die Darsteller haben alle überzeugend gespielt und insgesamt ist der Film sehenswert. Aber das Thema ist auch nicht so lockerleicht zu verarbeiten und das ist für mich auch nicht überzeugend gelungen. Daher gibt es nur 80%.

Veröffentlicht am 28.01.18!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Ich bin damit einverstanden.