Sandra Brökel: Das hungrige Krokodil

Lesezeit: 3 Minuten

Sandra Brökel: Das hungrige Krokodil

erschienen 2018
Verlag: Pendragon Verlag
Seitenanzahl: 320 Seiten
ISBN-10: 3865326080
ISBN-13: 978-3865326089

Inhaltsangabe:

Von Pendragon Verlag: Prag 1968: Wie viele andere Tschechen schöpft Pavel Vodák Hoffnung. Hoffnung auf Reformen, auf Freiheit, auf Demokratie. Dann rollen die Panzer und machen all seine Träume zunichte. Pavel will nicht, dass seine Tochter Pavla unter diesen Umständen aufwachsen muss. Sie soll frei denken und entscheiden können. Also plant er, mit seiner Familie aus der tschechischen Heimat nach Deutschland zu fliehen. Nachdem er an deutsche Pässe gelangt ist, folgt die größte Herausforderung: Denn seine schwer kranke Schwiegermutter und seine Tochter ahnen nichts von der Flucht. Sie glauben, die Familie fährt in einen Jugoslawienurlaub. Eine abenteuerliche Reise beginnt …

Mein Fazit:

Dieses Rezie-Exemplar habe ich auf eigenen Wunsch bekommen und dafür möchte ich mich beim Pendragon Verlag bedanken. Ich habe in den letzten Jahren einige Bücher gelesen, wo die Thematik Kommunismus und deren teils bedrückende und beängstigende Atmosphäre ziemlich nah beschrieben wurde. Ich bin in einer freiheitlichen Welt großgeworden, wo man stets seine Meinung sagen darf. Nach wie vor fällt es mir schwer mir vorzustellen, wie es ist, in einer solchen Welt zu leben und aufzuwachsen.

Mit diesem Buch lernen wir Pavel kennen, der Vater tschechischer Militärangehöriger, die Mutter eine Deutsche. Der Junge lernt beide Sprachen und spürt schon sehr früh, wann er welche Sprache anwenden kann. Mit dem Zweiten Weltkrieg kommt er zum ersten Mal mit seinem persönlichen hungrigen Krokodil in Berührung – dem Grauen, die Angst und Fassungslosigkeit. Er übersteht die Kriegszeit, kann danach sein Medizinstudium fortsetzen, heiratet und die Tochter Pavli wird geboren. Sein Krokodil taucht wieder auf, als er erfährt, dass seine Frau nicht weiter studieren darf. Schließlich glaubte Pavel, das Krokodil sei für immer verschwunden, als der Prager Frühling eingeläutet wurde. Doch das war ein fataler Irrtum. Die Panzer des Warschauer Paktes machten alle Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben zunichte und er sah keinen anderen Ausweg als die Flucht!

Pavel lebte tatsächlich, so wie diese Geschichte sich wohl auch so ereignet hat. Die Autorin hat aufgrund von Pavels Notizen dieses Buch geschrieben, denn sie war mit seiner Tochter befreundet. Ein beklemmendes Zeugniss, abgelegt von einem Mann, der eigentlich nur eines wollte, mit seiner Familie in Freiheit und Frieden leben. Seine Tochter sollte alle Chancen haben, doch das sah er für sie in der Tschechoslowakei nicht. Daher begab er sich mit seiner Familie auf eine Flucht, die ihn viel Kraft und Energie kostete.

Die Flucht selbst nahm nicht so viel Raum ein, zumindest deutlich weniger, als der Klappentext mich das vermuten ließ. Vielmehr lebt die Geschichte von den Rückblicken in Pavels Leben. Die Autorin hat die Atmosphäre der damaligen Zeit sehr lebendig werden lassen vor meinem inneren Auge, die schönen wie auch die schrecklichen Momente eindringlich wie auch ergreifend beschrieben und das oft mit einfachen Worten.

Allerdings blieben mir gerade die wichtigsten Personen in seinem Leben in einigen Momenten etwas blass, ich konnte sie emotional nicht immer so recht greifen. Dennoch wurde ich gut unterhalten und ich finde dieses Buch sehr lesenswert, es gibt vier Sterne von mir!

Veröffentlicht am 10.04.18!

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