Claire Winter: Die geliehene Schuld

Lesezeit: 3 Minuten

Claire Winter: Die geliehene Schuld

erschienen 2018
Verlag: Diana Verlag
Seitenanzahl: 576 Seiten
ISBN-10: 3453291948
ISBN-13: 978-3453291942

Inhaltsangabe:

Nachkriegsdeutschland, 1949: Jonathan Jacobs, Journalist aus Berlin, wird in Köln Opfer eines vermeintlichen Unfalls. Seine Kollegin Vera Lessing ist bestürzt über den plötzlichen Tod ihres Freundes.

Doch dann bekommt sie einen Umschlag, offenbar kurz vor Jonathans Tod aus Köln losgeschickt. Der Umschlag enthält seine Unterlagen und Notizen zu einer Recherche, über die er sich bislang bedeckt gehalten hat. Aber sie scheinen eine gewisse Brisanz zu haben, denn plötzlich wird Vera bedroht und sie bekommt das Gefühl, niemanden mehr vertrauen zu können.

Unter einem falschen Vorwand begibt sich Vera auf die Suche nach den Gründen, weshalb Jonathan sterben musste. Denn soviel steht inzwischen fest: sein Tod ist nicht zufällig geschehen und sehr viele Menschen haben ein großes Interesse daran, dass auch Vera nicht die Wahrheit herausfindet. Doch sie erhält Unterstützung von unerwarteter Seite und nur langsam wird ihr das Ausmaß der Brisanz der Geschichte bewusst.

Mein Fazit:

Da ich über dieses Buch einige sehr positive Rezensionen gelesen habe, ging ich mit einer gewissen Erwartungshaltung heran. Schließlich wird nicht sehr oft auf die Zeit nach dem Krieg eingegangen.

Die Autorin hat vor meinem inneren Auge die zerbombte Landschaft in den Großstädten sehr gut beschrieben und eine beklemmende Atmosphäre herauf beschworen. Vieles funktionierte noch nicht und es gab noch immer nicht alles, was der Mensch brauchte. Dennoch begann sich die Politik im Land wieder zu regen, das Grundgesetz wurde ausgearbeitet, die Entnazifizierung ging weiter voran und die Menschen schöpften wieder Mut und Hoffnung nach dem ganzen Elend des Krieges.

In dieser Zeit agierten die Journalisten Vera und Jonathan. Verbunden durch eine innige Freundschaft und der Überwindung von tiefen traumatischen Erlebnissen versuchten sie –jeder auf eigene Weise – den Krieg hinter sich zu lassen. Während Vera das Thema Krieg am liebsten vergessen möchte, drängt Jonathan auf schonungslose Aufarbeitung, was ihm letztendlich zum Verhängnis wird.

Die Erzählung der Geschichte wechselt sehr häufig. Im Grunde habe ich kein Problem damit, aber bei diesem Roman hat es mich manchmal gestört. Einerseits wird Veras abenteuerliche und zum Teil gefährliche Recherche-Reise erzählt. In Rückblicken kommt Jonathan zum Vorschein, wie er seine große Liebe kennen lernt und gleichzeitig bei verschiedenen Menschen unangenehme Fragen stellt. Ich hätte mir da an der einen oder anderen Stelle eine andere Erzählweise gewünscht, ich bin da einfach ein bisschen gestolpert.

Die Dramatik der ganzen Geschichte wird erst zum Ende wirklich deutlich, denn die Autorin hat eine historische Person geschickt in ihre fiktive Geschichte eingebaut. Das finde ich sehr gelungen. Die Autorin hat alle Figuren sehr gut ausgearbeitet und genügend Raum gegeben, so dass ich sie gut kennen lernen konnte.

Insgesamt ist es jedoch ein sehr spannender Roman, der mir verdeutlicht hat, dass es den Menschen nach dem Krieg noch lange nicht gut ging. Vier Sterne vergebe ich gerne und spreche eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 19.09.18!

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