Katja Millay: Irgendwann für immer

Katja Millay: Irgendwann für immer

Originaltitel: The Sea of Tranquility (2012)
übersetzt von Petra Koob-Pawis und Ulrike Köbele
Verlag: Arena Verlag
Seitenanzahl: 496 Seiten
ISBN-10: 3401069977
ISBN-13: 978-3401069975

Inhaltsangabe:

Als Nastya 15 Jahre alt ist, wird sie Opfer eines Gewaltverbrechens. Ihre linke Hand wird so schwer verletzt, dass sie ihre vielversprechende Karriere als Pianistin begraben muss. Und seit sie sich an die Geschehnisse wieder erinnern kann, schweigt sie.

Das letzte Schuljahr will sie in Florida bei ihrer Tante absolvieren, weg von zu Hause und weg von den Erinnerungen, die sie mehr und mehr zu erdrücken scheinen. Um sich ihre Umwelt vom Leibe zu halten, versteckt sie sich hinter einer Fassade voll Wut und Resignation.

Doch ein Junge sieht mehr als nur das schweigsame Mädchen in den schwarzen Klamotten und Highheels. Josh hat auch schon einige Verluste erlitten. Durch den Unfalltod seiner Mutter ist er reich geworden, doch das kann seine Einsamkeit nicht wirklich heilen. Er will einfach nur noch seine Zeit auf der Schule absitzen, um dann in seiner Werkstatt an Holz arbeiten zu können. Dann lernt er Nastya kennen und seine Welt verändert sich mehr und mehr.

Mein Fazit:

Ja, zugegeben, es ist eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Schon allein deshalb, weil die zwei Hauptfiguren wirklich harte Schicksale erlitten haben. Man könnte nun meinen, das sei alles übertrieben, aber ich befürchte, solche traurigen Geschichten schreibt das Leben zur Genüge.

Der Umgang mit den Schicksalen ist für mich allerdings zumindest bemerkenswert. Während ich mich mit Josh noch einigermaßen identifizieren konnte, hatte ich mit Nastya so meine Probleme. Ja, ihr wurde etwas Schreckliches angetan. Und nein, ich mag mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn nicht nur die linke Hand, sondern auch noch der Unterleib kaputt ist und der Sinn des Lebens nur noch schwer zu finden ist. Aber mit dem Schweigen hat sie ihre Familie irgendwie indirekt bestraft, die sich alle Mühe gaben, ihr zu helfen und das finde ich einfach nicht richtig. Damit kam ich nicht wirklich gut zurecht.

Die Art und Weise, wie sie es ausdrückte, war für mich auch manchmal schwer zu verstehen, aber gut, sie hatte sich einen dicken Schutzpanzer aufgebaut und der war fast zu 100% sicher. Nur sehr wenige Menschen konnten zu ihr durchdringen und das waren keine Familienmitglieder.

Die Liebesgeschichte, die sich teilweise unnötig in die Länge zog, wird aus wechselnden Perspektiven von Nastya und Josh erzählt. Auch das konnte mich nicht wirklich begeistern. Allerdings muss man lobend erwähnen, dass alle Figuren wirklich Tiefgang und Charakter hatten. Sie wurden vielschichtig dargestellt und das ist ein großer Pluspunkt an der Geschichte.

Trotzdem kann ich nur drei Sterne vergeben, denn ich konnte mich nicht damit identifizieren, wie Nastya mit ihrem Schicksal umgegangen ist.

Veröffentlicht am 30.09.18!

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