Linda Winterberg: Das Haus der verlorenen Kinder

Lesezeit: 2 Minuten

Linda Winterberg: Das Haus der verlorenen Kinder

erschienen 2016
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Seitenanzahl: 512 Seiten
ISBN-10: 374663220X
ISBN-13: 978-3746632209

Inhaltsangabe:

Die junge Marie ist schon ihr ganzes Leben lang herum gereicht worden. Nach dem Unfalltod ihrer Eltern wuchs sie bei verschiedenen Pflegeeltern auf, aber wirklich familiäre Nähe hat sie nie erfahren. Doch sie erhielt einen Hinweis auf ihre elterliche Herkunft und landet in einem Seniorenheim in Wiesbaden.

Die recht eigenwillige, aber sehr liebenswerte Seniorin Betty hat es Marie angetan. Plötzlich taucht Jan auf und bringt Maries und Bettys Leben durcheinander. Ohne es zu ahnen ist er mehr mit ihrer Leben verknüpft, als Marie es ahnen kann.

Zusammen mit ihrer Kollegin Gertrud machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit und sie finden sie ausgerechnet bei Betty und in Norwegen.

Mein Fazit:

Ich liebe ja Geschichten, wo Vergangenheit und Gegenwart langsam miteinander verknüpft werden. Und diese Geschichte versprach auch so einiges. Immerhin wird dort ein wichtiger Teil unserer deutschen Geschichte behandelt, nämlich die Besatzungszeit der Deutschen in Norwegen während des 2. Weltkrieges.

Es ist allgemein bekannt, dass gerade die Norwegerfrauen beim deutschen NS-Regime hoch angesehen waren. Sie stellten den Ursprung der arischen Rasse dar und die Soldaten wurden sogar ermuntert, sich mit den norwegischen Mädchen einzulassen. Wenn die „Deutschenmädchen“ es taten, hatten sie aber oft ein Leben lang mit den Folgen zu kämpfen.

Nach dem Ende des Krieges verloren sie die norwegische Staatsbürgerschaft, von deutscher Seite erfuhren sie auch nicht oft Hilfe. Wo die Kinder aus den Beziehungen geblieben sind, wurde verschleiert und vertuscht. Aufarbeitung fand nicht immer statt oder nur ungenügend.

Die Folgen solcher Beziehungen werden hier nur am Rande beleuchtet. Lisbet und Oda, zwei Freundinnen, verlieben sich in deutsche Männer während der Besatzung. Beide werden schwanger und von den Lebensborn-Heimen aufgenommen, um in Ruhe ihre Kinder zur Welt zu bringen. Denn die Familien und das soziale Umfeld haben sie verstoßen, weil sie sich in deutsche Männer verliebt haben. In Folge dieser Spannungen passiert ein tragisches Unglück, was bis in die Gegenwart ausstrahlt.

Auch wenn ich die Thematik durchaus interessant finde und die atmosphärische Erzählung genossen habe, so muss ich auch gestehen, dass es mir in einigen Teilen zu langatmig war. Gerade der Gegenwartsstrang war nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht habe. Es zog sich manchmal hin und einiges wurde mir zu detailliert beschrieben, während anderes – meiner Meinung nach Wichtiges – zu knapp behandelt wurde.

Die Figuren allerdings sind alle sehr liebevoll gezeichnet und ich konnte mich sehr gut in sie reinversetzen. Ich spürte die Liebe zum Land und zum Leben in Norwegen in jeder Zeile von Lisbets und Odas Leben.

Daher ist mir das Buch nur vier Sterne wert. Da die historischen Ereignisse jedoch sehr authentisch wirken und wohl auch sind, ist es in jedem Falle lesenswert und lehrreich.

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

Veröffentlicht am 13.11.18!

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