Colleen Hoover: Die tausend Teile meines Herzens

Colleen Hoover: Die tausend Teile meines Herzens

Originaltitel: Without Merit (2017)
übersetzt von Katarina Ganslandt
Verlag: dtv
Seitenanzahl: 352 Seiten
ISBN-10: 3423740418
ISBN-13: 978-3423740418

Inhaltsangabe:

Merit Voss ist 17 Jahre alt und will sich gerade einen Pokal kaufen, als sie einem umwerfenden Jungen begegnet. Die Anziehung zwischen ihnen ist schon fast magisch und es kommt zu einem alles verändernden Kuss. Doch wie sich heraus stellt, hat er sie mit ihrer Zwillingsschwester Honor verwechselt.

Merit verkriecht sich fortan in ihrem Zimmer, um allen die Peinlichkeit ihrer Anwesenheit zu ersparen. Denn zu allem Übel ist der Junge namens Sagan auch noch mit in ihr Haus eingezogen. Sie will ihrer Schwester den Freund nicht ausspannen, und doch kann sie ihre Gefühle für Sagan nur sehr schwer verbergen.

Doch die Tragödie nimmt ihren Lauf, als ihr Stiefonkel Luck auf der Bildfläche auftaucht und das Leben aller durcheinander wirbelt.

Mein Fazit:

Dieses Buch ist wirklich heiß erwartet worden, haben mich doch schon drei frühere Werke in den Bann gezogen. Leider wurde ich bei diesem etwas enttäuscht.

Warum? Mrs. Hoover hat es mit den Verrücktheiten ein bisschen zu gut gemeint. Ich persönlich habe nichts dagegen, wenn eine Familie etwas anders ist als andere. Aber bei der gesamten Familie Voss ist irgendwie alles verrückt und wirkt zuweilen auch entrückt. Der Vater hat aus Hass auf einen immer kläffenden Hund dem Pastor die Kirche unter dem Hintern weggekauft und sie zu einem Wohnhaus umbauen lassen. Das ist irgendwie schon denkwürdig. Dann hat er seine kranke Frau mit der Pflegerin betrogen (die auch noch genauso heißt wie die Frau) und ein Kind gemacht. Die Ex-Frau lebt völlig zurückgezogen im Keller der Kirche und die Kinder bringen ihr abwechselnd das Essen. Na ja, und dann taucht zu der schrulligen Familie auch noch der Bruder der neuen Mrs. Voss auf, der auch nicht so richtig weiß, was er will und irgendwie doch alles nimmt, was er kriegen kann. Honor kann nur Beziehungen zu todkranken Jungen aufbauen und Utah, der große Bruder, ist irgendwie so völlig undurchschaubar.

Eine gesunde Familie sieht für mich schon ein bisschen anders aus. Da kann man schon mal depressiv werden, vor allen Dingen, wenn alle irgendwie ihr Süppchen zu löffeln haben und ihren Frust auf andere abschieben. Mir persönlich war es zu viel an Verrücktheiten und ich konnte mich daher eine ganze Weile weder mit Merit noch mit ihrer Familie anfreunden.

Eine dramatische Wendung allerdings ändert ein wenig die Sichtweise und ich als Leserin erkannte, welches Grundthema die Autorin genommen hat. Zwar ist es durchaus löblich, aber dann widerum ist es in meinen Augen zu leicht gehandhabt. Depressionen sind eine ernste Erkrankung, die behandelbar ist und wo man mit Hilfestellungen durchaus auch leben kann. Oft genug wird man als Erkrankter mehr von seinen Mitmenschen stigmatisiert. Die Sensibilität für dieses Thema ist in der Gesellschaft noch nicht ausreichend und dann ist es schon fast fahrlässig, es zum Ende hin so leicht zu behandeln. Nur ein paar Aussprachen, gemeinsame Aktivitäten und dann ist alles gut? Nein, oft genug begleitet die Krankheit die Menschen ein Leben lang und das trotz aller Therapiemöglichkeiten.

Alles in allem finde ich, hat die Autorin in diesem Werk nicht den richtigen Ton getroffen, vieles auch überspitzt gezeichnet und dann das Ende als so leicht dargestellt. Die Liebesgeschichte zwischen Merit und Sagan war für mich auch nicht richtig greifbar, so das ich wirklich enttäuscht davon abrate, das Buch zu lesen. Drei Sterne ist es mir wert, denn immerhin hat die Autorin bei der Erschaffung ihrer Figuren Einfallsreichtum bewiesen, auch wenn es letztendlich zuviel des Guten war.

Veröffentlicht am 18.11.18!

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