Judit Müller: To Keep You Safe – Warum wir leben

Judit Müller: To Keep You Safe – Warum wir leben

erschienen 2018
Verlag: A TREE & A VALLEY
Seitenanzahl: 320 Seiten
ISBN-10: 3947357095
ISBN-13: 978-3947357093

Inhaltsangabe:

Meteoriten-Einschläge, Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche suchten die Erde heim. Die Menschheit ist bis auf ein Minimum reduziert und die wenigen Menschen, die überlebten, müssen sich eine neue Heimat suchen.

Die 17jährige Judy ist mit ihren kleineren Geschwistern Luke und Hope unterwegs, mit nicht mehr als den Kleidern auf dem Leib und bisschen Essbaren. Sie suchen eine neue Heimat, doch die Welt ist nicht nur grauer, sondern auch gefahrvoller geworden.

Gerade sieht sie sich und ihre Geschwister in höchster Gefahr, als sie den 18jährigen Raphael kennen lernt. Doch auch er trägt eine Menge Gepäck mit sich herum und die Zukunft ist auch mit ihm durchaus ungewiss.

Mein Fazit:

Das Armageddon hat die Erde erreicht. Es gibt keine Zivilisation mehr, Strom- und Wasserversorgung sind zusammengebrochen und wo Meteoriten und Erdbeben kein Unheil angerichtet haben, brennen Feuer. Die Häuser sind verlassen und geplündert, vielerorts liegen Leichen an der Straße. Und wer die Naturkatastrophen überlebt hat, wurde krank oder beging Selbstmord, denn für viele Menschen ist die Lage einfach zu aussichtslos.

Es gibt keinen Rechtsstaat mehr, es herrscht das Recht des Stärkeren und der Waffen. Die besonders Schutzbedürftige, z.B. Kinder, sind den vagabundierenden Gruppen schutzlos ausgeliefert und das wird auch Judy fast zum Verhängnis. In Notwehr muss sie einen Mann töten, denn sonst hätte er sie vergewaltigt und getötet. Ihre Liebe zu den Geschwistern ist Fluch und Segen zugleich. Sie lernen mit wenig auszukommen und nicht zu klagen, auch wenn die Lage immer aussichtsloser wird. Und sie lernen zu überleben.

Judit Müller hat einen sehr interessanten Roman geschrieben über ein Endzeit-Szenario, der durchaus realistische Züge aufweisen könnte. Für mich ist es zwar unvorstellbar, in einer solchen Welt leben zu müssen, aber wer weiß schon, wie es wirklich sein könnte? Ich vermag es nicht zu beurteilen. Auf jeder Seite spürt man die Trostlosigkeit, die ein solches Szenario auslöst. Manchmal empfand ich es als zu bedrückend. Bei den Wanderungen, die Judy mit ihren Geschwistern durch das verwüstete Land machte, empfand ich es auch als etwas befremdlich, dass so wenige Menschen überlebt haben. Denn die Geschichte spielt in den USA und das Land ist so riesig. Es passte mir persönlich nicht richtig ins Bild, dass Judy auf so wenig menschliches Leben stieß.

Es passieren natürlich auch einige dramatische Dinge in der Geschichte, aber zwischendurch erzählt die Autorin immer wieder von Momenten, die von Hoffnungslosigkeit und Resignation geprägt sind. Manchmal zog es sich auch ein bisschen an diesen Stellen.

Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und die Landschaft gut beschrieben. Ich konnte mir ein gutes Bild von der Lage machen. Menschliche Abgründe tun sich auf und zeigen erschreckende Wahrheiten.

Alles in allem ist es ein sehr interessantes Buch, dem aber das gewisse Etwas fehlt und mir stellenweise atmosphärisch zu düster wirkt. Vier von fünf Sternen vergebe ich und eine klare Lese-Empfehlung.

Veröffentlicht am 16.12.18!

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