Monica McInerney: Die Töchter der Familie Faraday

Lesezeit: 3 Minuten

Monica McInerney: Die Töchter der Familie Faraday

Originaltitel: Those Faraday Girls (2007)
übersetzt von Astrid Mania
Verlag: Goldmann Verlag
Seitenanzahl: 640 Seiten
ISBN-10: 3442468116
ISBN-13: 978-3442468119

Inhaltsangabe:

Maggie Faraday ist die einzige Enkelin von Leo Faraday. Doch nicht nur das: Ihr Leben wurde bislang von drei Tanten und ihrer Mutter beherrscht, die sich alle um sie gekümmert hatten, als sie noch klein und schutzbedürftig war! Und um wenigstens einmal im Jahr alle wiederzusehen, hat Leo Faraday ein Ferienhaus in Irland gekauft.

Doch es ist nicht alles so, wie es scheint: Maggies Großmutter Tessa ist schon lange tot. Ihr Geist ist jedoch immer dabei. Und noch ein Geist ist nicht anwesend: Tante Sadie. Diese hat die Familie verlassen, als Maggie sechs Jahre alt war und nur noch einmal im Jahr eine Karte geschickt.

Als Maggie zum jährlichen Treffen nicht erscheinen will, reist Leo an, um sie davon zu überzeugen, das sie doch noch kommen sollte. Denn er will sie um einen ganz großen Gefallen bitten: Sie soll die Tagebücher ihrer Großmutter Tessa lesen, um hinter das Geheimnis von Tante Sadies Verschwinden zu kommen.

Maggie sagt zu und sie ahnt nicht, welche Reise ihr bevorsteht.

Mein Fazit:

Dies ist ein Buch um eine sehr sympathische, wenn auch gewöhnungsbedürftige Familie. Die fünf Mädchen sind als Halbwaisen groß geworden und die älteste Tochter Juliet hat die Verantwortung für ihre Geschwister übernommen, während der Vater noch zu sehr in der Trauer versunken war. Leo hingegen glorifiziert seine Frau Tessa und lässt sie trotz der vielen Jahre, die sie schon tot ist, immer wieder mit in die Mitte kommen. Letztendlich hat er sich nie lösen können von ihr.

Es beginnt damit, das die jünste Tochter – Clementine – schwanger ist. Maggie wächst in einem Pool voller Weiblichkeit auf, Leo ist da nur ein entspannter Gegensatz, der Maggie so nimmt, wie sie ist mit ihren Zahlen im Kopf. Der Anfang dieser Geschichte ist insofern spannend, das man alle Mädchen kennen lernt, mit ihren unterschiedlichen Eigenarten und Charakterzügen. Diese dann auch auseinander zu halten muss man sich beim Lesen erst ein wenig anlernen!

Nach etwa ein drittel des Buches beginnt es dann auch wirklich spannend zu werden. Vorher habe ich mich oft gefragt, wo der rote Faden ist, der Kern der Geschichte. Es war schon interessant, aber eben -für mich- nicht spannend. Aber dann hat die Geschichte um die Töchter der Faradays mich einfach gefesselt. Ich wollte wissen, was aus den einzelnen Mädchen geworden war, ob Sadie noch lebte, wie Maggie sich entwickelt hat und so vieles mehr. Dabei stößt man auf diverse kleine Familiengeheimnis, die alle irgendwie auf Lügen aufgebaut sind. Und da hat die Autorin für mich eine wunderbare Gratwanderung vollzogen. Sie hat das Glück der Familie über die Wahrheit gestellt. Allen voran für Leo, der schon sehr betagt ist und dem sicher am meisten zugesetzt worden wäre. Aber ist es denn trotzdem richtig? Muss man nicht doch die Wahrheit sagen, auch wenn sie anderen Menschen weh tut?

Diese Fragen muss sich der Leser selbst stellen und beantworten. Für mich persönlich hatte der Schluss einen leicht faden Beigeschmack, weil ich diese Fragen für mich nicht wirklich beantworten kann. Ein Buch, über das ich noch eine Weile nachdenken werde. Es bekommt 4 von 5 Sternchen.

Anmerkung: Die Rezension stammt aus November 2009.

Veröffentlicht am 09.01.19!

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