Maria W. Peter: Die Melodie der Schatten

Lesezeit: 3 Minuten

Maria W. Peter: Die Melodie der Schatten

Erschienen 2018
Verlag: Bastei Lübbe Verlag
Seitenanzahl: 672 Seiten
ISBN-10: 3404177746
ISBN-13: 978-3404177745

Inhaltsangabe:

Schottische Highlands, 1837: Fiona Hemington ist auf dem Weg nach Inverness, um nach dem Tod ihrer Mutter bei der Tante ein trostloses Leben zu fristen, als die Kutsche überfallen wird. Sie überlebt als Einzige und kann sich zu einem düsteren Anwesen retten: Thirstane Manor.

Thirstane Manor scheint ein eigenständiges Lebewesen zu sein. Seit sie das riesige Anwesen betreten hat, spürt sie eine seltsame Melodie in ihrem Inneren. Eine dunkle maskenhafte Gestalt macht ihr ebenso Angst wie der Hausherr: Aidan Thirstane. Das wenige Personal, das sich um alles kümmert, ist auch nicht gerade behilflich und gibt sich ebenso seltsam wie zugeknöpft.

Sir Aidan ist der Hausgast erst gar nicht Recht, durchkreuzt sie doch seine Pläne. Als er jedoch erfährt, wessen Tochter sie ist, spürt er, dass sich ihm eine einmalige Chance bietet. Aber sie ist so ganz anders als ihr Vater und das irritiert ihn mehr, als ihm lieb ist.

Welches dunkle Geheimnis verbergen das Haus und dessen Herr? Oder wird Fiona wirklich dem Wahnsinn anheimfallen?

Mein Fazit:

Die Autorin hat ja schon in der Vergangenheit bewiesen, dass sie tolle Geschichten erzählen kann. Und mit diesem Roman ist es nicht anders.

Allerdings tat ich mich am Anfang erst ein bisschen schwer, weil die düstere Atmosphäre wirklich sehr bedrückend war, zumindest für mich. Jedoch lässt die Spannung nicht lange auf sich warten, schon gleich zu Beginn wird die Kutsche überfallen und die junge Frau Fiona Hemington kann durch eine Fügung des Schicksals dem Überfall entkommen.

In atmosphärischen Beschreibungen entsteht ein Bild von einer mystischen Kulisse in den schottischen Highlands. Die Schlacht von Culloden fand knapp 100 Jahren zuvor statt und seither ist das Land ausgeblutet. Ganze Landstriche sind verwaist. Die Menschen, die noch in den Dörfern leben, sind verarmt und desillusioniert. Und dann taucht dieses Herrenhaus auf, das offenbar ein Eigenleben hat. Es wird nur von einer Handvoll Personal geführt, was zur Folge hat, dass viele Räume schon lange unbenutzt sind. Das verstärkt die Atmosphäre von Geheimnissen und Magie. Vielleicht weil mir die Beschreibungen der Atmosphäre so plastisch erschienen, hatte ich so am Anfang meine Probleme damit. Die letzten 470 Seiten habe ich an einem Tag gelesen und ich war in jeder Minute mitten drin und verfolgte gespannt die Geschichte von Fiona und Aidan.

Zwei ungleiche Menschen, zwei völlig verschiedene Agenden und doch gibt es die eine oder andere Gemeinsamkeit, die sie miteinander verbindet. Die zarte Fiona, die von ihrem Vater verschämt versteckt wird, da sie an Fallsucht leidet und eine sehr lebhafte Fantasie hat. Und Aidan, der ein Laird ist, aber eigentlich keiner sein will, dennoch eine große Schuld trägt, für die Schandtaten seiner Familie. Sie begegnen sich vorsichtig und mit großer Distanz. Die Entwicklung der Figuren ist erstaunlich wie auch authentisch und greifbar nah. Ich konnte mich in beide sehr gut hinein versetzen und verstehen, warum sie so handelten. Ich habe beide schlichtweg in mein Herz geschlossen.

Obwohl ich das eine oder andere durchaus richtig geahnt habe, war es spannend bis zur letzten Zeile. Und es bleiben keine Fragen offen. Man merkt der Geschichte die intensive Recherche an, wofür man der Autorin nur den Respekt zollen kann. Es hat sehr viel Tiefgang und die Beschreibungen lassen die ganze Landschaft vor dem inneren Auge entstehen.

Ein Buch, das bewegt und einen nicht so schnell los lässt. Zumindest ergeht es mir so. Fünf überzeugte Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.

Veröffentlicht am 22.02.19!

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