Tina Turner: Ich, Tina – Mein Leben

Tina Turner: Ich, Tina – Mein Leben

Originaltitel: I, Tina. My Life Story (1986)
zusammen mit Kurt Loder
übersetzt von Michael Kubiak
Verlag: Goldmann Verlag
Seitenanzahl: 352 Seiten
ISBN-10: 3442424887
ISBN-13: 978-3442424887
Hier ist der Film dazu rezensiert.

Inhaltsangabe:

Anna Mae Bullock erblickt 1939 in Nut Bush, Tennessee, das Licht der Welt. Eigentlich ist sie unerwünscht und ihre Eltern streiten sich ständig. Zu ihrer Schwester Alline hat sie anfangs erst ein gespaltenes Verhältnis, denn Anna sieht, wie sehr ihre Schwester von der Mutter geliebt wird.

Anna hat mehrere ursprüngliche Rassen in sich. Ihre hohen Wangenknochen zeugen von einer indianischen Abstammung, die dunkle Hautfarbe von der dunklen Rasse. Ihre Familie ist groß, doch zu wenigen Menschen baut sie eine wirklich tiefe Bindung auf. Anna ist eher eine Einzelgängerin und verhält sich eher wie ein Junge als ein Mädchen. Sie streift durch dieBaumwollfelder, klettert auf Bäume und hat viel Unsinn im Kopf.

Die Eltern trennen sich, als Anna zehn Jahre alt ist und sie wird zwischen ihrer Verwandtschaft hin- und hergeschubst. Schon früh beginnt sie zu arbeiten, in privaten Haushalten. Mit 16 Jahren kann sie zu ihrer Mutter nach St. Louis ziehen, die sich dort ein bescheidenes Leben aufgebaut hat. Und über ihre Schwester Alline lernt sie schließlich in einem dieser Clubs Ike Turner und Kings of Rythm kennen. Obwohl Ike Turner gar nicht ihr Typ ist, fasziniert er sie und als sie die Chance bekommt, auf der Bühne ihre Stimme zum Besten zu geben, ist die ganze Welt einfach nur fasziniert.

Sehr schnell weiht Ike Turner, eigentlich selbstein Kind der Armut, in das Geschäftsgebaren der Musikwelt ein und baut immer mehr und mehr eine Revue-Show um Anna Mae auf. Als sie schließlich von einem der Bandmitglieder ein Kind erwartet, steigt sie voll ins Geschäft ein, um für den kleinen Craig und sich das Leben finanzieren zu können.

Ike Turner, noch mit Lorraine verheiratet, bändelt irgendwann auch mit Anna an, obwohl sie vorher ein eher „geschwisterliches“ Verhältniss hatten. Wirklich verliebt ist Anna in ihn nicht, aber Ike spürt, das er mit Anna viel Geld verdienen kann und so heiratet er sie, jedoch mehr aus Geschäft denn aus Liebe. Auch Anna ist klar, das er trotz der Ehe nie die Finger von den Frauen lassen wird, und so nimmt die Katastrophe immer mehr und mehr ihren Lauf.

Bei der Eheschließung wird aus Anna Mae Bulluck schließlich Tina Turner. Ike organisiert mehrere Auftritte jeden Abend und obwohl Tina oft geschunden ist von seinen Demütigungen und Prügel, muss sie ihre Show abliefern. Es zeigt sich im Laufe der Zeit immer mehr, das der Erfolg des Duos mehr Tina als Ike zu verdanken ist und diese Tatsache verkraftet Ike immer weniger, bis er sich in Exzesse, Drogen und Alkohol, flüchtet. Nur mit Mühe und viel Kraft schafft Tina die endgültige Trennung von Ike, und selbst da ist ihr Leben nicht sicher.

Mein Fazit:

Mein lieber Schwan, wäre es kein Tatsachenbericht, da hätte ich gedacht, wer kann sich bloß solche Gemeinheiten und Boshaftigkeiten ausdenken. Aber offensichtlich war Ike Turner wirklich so ein Sadist, das man es nicht in Worte kleiden kann. Ich hatte sicher schon in früher Kindheit von meiner Mutter gehört, das die Ehe von Ike und Tina Turner nicht so berauschend war. Aber was für ein Ausmass es hat, wird einem mit diesem Buch erst klar. Tina erzählt frisch von der Leber weg, auch ganz offen über intime Dinge wie Sex und ähnliches.

Auch sogenannte Zeitzeugen kommen zu Wort und bestätigen offensichtlich, wie schwierig für Tina die Ehe und wie hart der Kampf mit Ike war. Auch ohne dieses Buch habe ich Tina Turner schon verehrt, aber jetzt sehe ich sie mit noch mehr Bewunderung. Wer das übersteht, was sie überstanden hat, den kann nichts mehr erschüttern. Ein Buch, das ich empfehle, was aber nicht immer für schwache Nerven ist!

Anmerkung: Die Rezension stammt aus August 2005.

Veröffentlicht am 27.02.19!

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2 Gedanken zu „Tina Turner: Ich, Tina – Mein Leben“

  1. Hallo Elke!

    Man hat ja ansatzweise immer mal wieder was aus dem Leben von Tina Turner gelesen, aber geballt in einer Biografie ist das Ganze sicherlich noch heftiger…
    Es gibt ja inzwischen noch eine aktuellere Biografie von ihr, vielleicht lege ich mir diese mal zu.

    Liebe Grüße
    Kerstin

    1. Liebe Kerstin,

      vielen Dank für Dein Besuch und Kommentar.

      Du meinst sicherlich dieses Buch: Tina Turner: My Love Story, welches ich im Januar gelesen habe. Das neue Buch bezieht sich mehr auf die Zeit nach Ike Turner, während die Geschichte von Kurt Loder genau die Zeit mit Ike Turner genauer beleuchtet.

      Ich kann beide empfehlen 🙂
      Viele liebe Grüße, Elke!

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