Der scharlachrote Buchstabe (1995)

Der scharlachrote Buchstabe (1995)
Originaltitel: The Scarlet Letter

Regie: Roland Joffé
Drehbuch: Douglas Day Stewart
Produktion: Roland Joffé, Andrew G. Vajna, Robert F. Colesberry
Musik: John Barry
Kamera: Alex Thomson
Darsteller: Lisa Andoh, Robert Duvall, Edward Hardwicke, Demi Moore, Gary Oldman, Robert Prosky, u.v.a.
Dauer: 135 Minuten
Romanvorlage: „Der scharlachrote Buchstabe von Nathaniel Hawthorne

Inhaltsangabe:

Hester Prynne (Demi Moore) reist allein (wie skandalös) im Jahre 1666 ins neue Land Amerika, um in der Kolonie Massachusetts ein neues Heim für sich und ihren Mann Roger, dem Arzt, zu bereiten. Sie ist den Stadtbewohnern nicht puritanisch genug und hält sich nicht an die Ordnung der Stadt. Als sie allein an den Klippen ein Haus bezieht, ist der Skandal perfekt.

Als sie wieder mal allein unterwegs ist, trifft sie auf den attraktiven örtlichen Pfarrer Arthur Dimmesdale (Gary Oldman). Sie verlieben sich ineinander, aber noch können sie ihre Leidenschaft zügeln. Doch als Arthur ihr die Nachricht vom Tod ihres Mannes überbringt, verbringen sie eine leidenschaftliche Nacht miteinander. Aber sie bleibt nicht ohne Folgen.

Hester wird des Ehebruchs angeklagt und sie solle den Namen des Vater preis geben. Um Arthur zu schützen, schweigt sie und wird im Gefängnis eingesperrt. Dort gebährt sie auch ihre Tochter Pearl. Arthur möchte zu ihr und zu dem Kind stehen, aber Hester verwehrt es ihm, denn sie möchte sich der Heuchelei und der Doppelmoral nicht beugen. Für sie ist Pearl ein Kind der Liebe und vor Gott sind sie Mann und Frau.

Aber dann kehrt eines Tages der totgeglaubte Gatte Roger Prynne (Robert Duvall) zurück und stellt Hester’s und Arthur’s Leben komplett auf den Kopf.

Mein Fazit:

Ein sehr leidenschaftliches Drama. Demi Moore und Gary Oldman sind ein sehr attaktives Paar. Sie haben ihre Rollen nicht nur überzeugend und kraftvoll gespielt, sondern sie auch wunderbar dargestellt. Die Kulisse und die Kostüme waren von erlesener Auswahl und runden somit das Bild des harten Lebens in jeder Hinsicht ab. Demi Moore ist eine hervoragende Dramaturgin und manchmal drohte sie in den Kitsch umzukippen. Aber genau das berührte mich so, die starke Persönlichkeit, die die Rolle beinhaltete.

Die Geschichte ist glaubwürdig und wird sich so oder so ähnlich bestimmt abgespielt haben. Die Puritaner waren so verknöchert in ihrem Glauben, das sie sich selbst sogar das Lachen verboten haben. Und nur weil eine Frau oder ein Mädchen ein Leberfleck hat, wurde sie gleich als Hexe abgestempelt. Grausam und perfide! Und wenn ein Paar sich leidenschaftlich liebte, dann war das schon Hohn und Spott gegenüber dem Glauben.

In dem Film finden die Indianer noch eine große Erwähnung. Ich habe es in meiner Rezension bisher kaum erwähnt, aber sie spielen eine kleine Rolle, zum Schluss sogar die tragende Rolle. Und auch das zeigt, wie engstirnig und verbohrt die Menschen damals waren. Es mangelte ihnen einfach an Toleranz, Verständnis und Nächstenliebe.

Ein Film, der für mich spannend und berührend war und daher 95% von mir bekommt.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 23.12.2008.

Veröffentlicht am 29.03.19!

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