Henning Hennich: Partnertausch – eine Liebe zu viert

Lesezeit: 2 Minuten

Henning Hennich: Partnertausch – eine Liebe zu viert

Erschienen 2019
Verlag: Books on Demand
Seitenanzahl: 224 Seiten
ISBN-10: 3748190808
ISBN-13: 978-3748190806

Inhaltsangabe:

Im Februar 2010 gibt Pastor i. R. Hennig Hennich im Internet eine Anzeige auf. In Rücksprache und Einverständnis mit seiner Frau Dorothea suchen sie ein Paar, die mit Niveau und Respekt ebenso die Partner tauschen wollen wie sie, Freundschaft unbedingt erwünscht.

Und tatsächlich findet sich das Paar Hans und Elise, die auch gar nicht so weit weg von ihnen wohnen. Schon beim ersten Treffen ist klar, dass die Chemie stimmt. Beide Paare sind begeistert und wollen den Partnertausch vertiefen. Einziger Wehmutstropfen: Elise ist unheilbar schwer erkrankt. Henning jedoch hat sich in sie verliebt und steht ihr bei, wo er nur kann.

Und so erleben die vier einen Partnertausch der besonderen Art, der über alle Sympathien hinausgeht!

Mein Fazit:

Auf der Leipziger Buchmesse bin ich von Dorothea Hennich angesprochen worden und habe einen kleinen Infozettel in die Hand gedrück bekommen. Erst war ich  skeptisch. Partnertausch? Und dann noch ein Pastor? Irgendwie konnte ich das alles gedanklich nicht miteinander vereinbaren. Aber ich wollte nun auch nicht alles von der Hand weisen. Warum auch nicht?

Die Geschichte der vier sehr unterschiedlichen Menschen erzählt hauptsächlich von Henning und Elise. Henning Hennich hat das Buch auch geschrieben, so liegt es nahe, der er seine Liebe zu Elise in den Mittelpunkt stellte. Natürlich werden auch die Erlebnisse von Hans und Dorothea beschrieben, aber oft nur so am Rande!

Während des Lesens habe ich immer wieder darauf gewartet, dass Konflikte aufbrechen, mit der Umwelt, mit der Familie. Ich habe zwei Personen in meinem Umfeld von diesem Buch erzählt und beide konnten sich das nicht für sich nicht vorstellen, ich zähle mich nun auch dazu. Was ist mit Eifersucht? Es wurden heiße Liebesschwüre ausgetauscht und das verletzt den anderen nicht? Irgendwie ist es unvorstellbar für mich. Die vier sind sogar zusammen in den Urlaub gefahren, haben ein großes Wochenendhaus gekauft und neu eingerichtet, Kreuzfahrten gemacht und Feste gefeiert. Also für mich wirkte es oft sehr befremdlich.

Nichts desto trotz ist es auch eine Geschichte, die an einigen Stellen sehr berührend wird. Aber auch da kommt die Frage auf: Wird man da nicht verletzt? Nach so vielen Ehejahren und den gemeinsam erlebten Stürmen des Lebens ist dann eine Person wichtiger als die andere? Denn sehr schnell wird klar, es geht nicht nur um Sex, sondern da wird sehr oft von Liebe gesprochen.

Auch wenn das Thema für mich nach wie vor schwierig zu handhaben ist, so lässt einen die Geschichte auch nicht ganz los. Die Erzählweise ist jedoch sehr authentisch und teilweise auch plastisch.

Ich vergebe vier Sterne und eine Lese-Empfehlung, wer sich mit einer solchen Thematik mal auseinandersetzen möchte.

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

Veröffentlicht am 28.04.19!

Ein Gedanke zu „Henning Hennich: Partnertausch – eine Liebe zu viert“

  1. Der Autor Herr Hennich hat mir auf meine Rezension eine Mail geschrieben und mir auch die Erlaubnis gegeben, seine eMail hier zu veröffentlichen:

    Liebe Frau König,

    ein sehr herzlicher Gruß zuvor – auch von meiner Frau Dorothea, die Sie in Leipzig angesprochen hat und mit der ich immer noch überaus glücklich verheiratet bin! Mit ehrlicher Freude habe ich Ihre Rezension meines Buches „Partnertausch – eine Liebe zu viert“ gelesen. Ich fühle mich von Ihnen absolut verstanden und bin dankbar für die Veröffentlichung Ihrer Würdigung.

    „Partnertausch? Und dann noch ein Pastor?“ Mit diesen Stichworten geben Sie treffend wieder, was ich als vorwiegende Reaktionen erwartet habe und erwarten musste. Was sich für uns aus der zugegeben wirklich verrückten Idee des Partnertausch ergeben hat, hätten wir uns nie vorstellen können. Ich selbst hätte zuvor auf einen solchen Buchtitel auch eher mit Skepsis reagiert. Die Absicht, die ich mit diesem Buch verfolge, ist auch mitnichten, den Partnertausch salonfähig zu machen. Viel eher war es meine Sorge, dass es so verstanden werden könnte und Paare in ihren Beziehungskonflikten blauäugig von einem Partnertausch die Lösung ihrer Probleme erwarten. Meine Absicht war, das Wunder unserer Liebe zu viert zu erzählen und mit dem Schreiben meine eigene Trauerarbeit nach Elises Tod zu bewältigen. Nein, Eifersucht hat es in der Tat nie gegeben, abgesehen von dem, was dazu in Kapitel 3 „Eifersucht und alte Verletzungen“ geschrieben ist. Eifersucht ist nach unserer tiefen Überzeugung der wahren Liebe diametral entgegen. Sie ist in unserer Kultur durch bürgerliche Moral anerzogen und für die Gestaltung einer Liebesbeziehung unnötig, ja mehr noch hinderlich. Liebe braucht nicht Tabus und rote Linien, sondern Wahrhaftigkeit, so wie Liebe in nichts anderem begründet ist als eben in der Liebe selbst. Das war übrigens unsere Überzeugung schon lange bevor wir jenen verrückten Wunsch hatten und uns trauten, ihn in die Tat umzusetzen. Auf diesem Hintergrund habe ich auch dieses Buch sehr bewusst als Theologe geschrieben, wenn auch anders als meine theologischen Bücher unter einem Pseudonym – das allerdings nicht, um meine Person zu schützen, sondern um der Wiedererkennung beteiligter Personen entgegen zu wirken, da alles Erzählte sich genauso ereignet hat. Konflikte mit der Familie gab es im Zusammenhang mit unserer Liebe zu viert nicht. Das 11. Kapitel über die Ostseekreuzfahrt zeigt anschaulich, wie groß das Ja unseres Sohnes zu unserem neuen Lebensentwurf war und wie sehr er sich mit uns mitgefreut hat.

    Ich bin wirklich sehr glücklich darüber, dass Sie sich von Ihren ersten Bedenken nicht haben abhalten lassen, meinen authentischen Roman zu lesen und sage nochmals, dass ich mich von Ihnen absolut verstanden fühle. Wenn Sie meine Antwort auf Ihre Rezension auf Ihrer Webseite veröffentlichen möchten, so habe ich nichts dagegen und bleibe in Verbundenheit

    Ihr Henning Hennich

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