Iny Lorentz: Tage des Sturms

Iny Lorentz: Tage des Sturms

erschienen 2018
Verlag: Knaur TB
Seitenanzahl: 617 Seiten
ISBN-10: 3426518872
ISBN-13: 978-3426518878
Dies ist der 1. Teil der Berlin-Trilogie.

Inhaltsangabe:

30 Jahre nach dem Sieg über Napoleon bei Waterloo: Resa Frohnert, die uneheliche Tochter der Näherin und des Freiherrn von Steben, ist notgedrungen in den Dienst von Steben eingetreten. Trotz der Fürsorge ihres (ihr) unbekannten Vaters konnte sie ihre schulische Ausbildung nicht fortsetzen.

Freifrau von Steben sieht in dem Mädchen ihre größte Demütigung, ist sie doch fast zeitgleich mit ihrer eigenen Tochter geboren worden. Entsprechend streng behandelt sie das Mädchen. Doch Resa weckt auch das Interesse des Nachbarn, dem reichen Fabrikanten Gerbrandt, der das völlig überschuldete Gut Trellnick aufgekauft hat. Man sagt, er sei sehr reich und käme somit auch als potentieller Schwiegersohn für von Steben in Frage. Das Gut hat schon lange finanzielle Schwierigkeiten.

Aber Gerbrandt hat sich bereits für Resa entschieden, was Freifrau von Steben nicht auf sich sitzen lassen kann. Sie sorgt dafür, dass Resas Mutter und eine andere Magd unter mysteriösen Umständen sterben. Resa selbst lässt sie entführen und in ein Bordell verschleppen. Somit glaubt Freifrau von Steben, dass sie ihre Tochter endlich reich verheiraten kann, um das Gut selbst retten zu können.

Für Resa beginnt ein Martyrium, und dennoch hat sie nur einen brennenden Wunsch: Rache an Freifrau von Steben üben!

Mein Fazit:

Es war wieder mal ein Buch, das einen von der ersten Seite an gefesselt hat.

Wir sind im 19. Jahrhundert, der Wind der Veränderungen weht über den Kontinent, auch wenn Napoleon schon lange besiegt ist. Aber die Menschen sehnen sich nach Bürgertum, menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen. Auch wenn die Leibeigenschaft schon längst abgeschafft ist, so glauben noch immer einige Menschen, über Schicksal ihrer Untertanen entscheiden zu können, wie es ihnen beliebt.

In dieser Atmosphäre spielt die Geschichte der jungen Resa Frohnert. Unehelich geboren, der Vater ein Freiherr, der sich zu dem Kind nicht bekennen konnte, da die Frau die Demütigung seiner Untreue nicht verwunden hat. Allerdings glänzt die Gehörnte auch nicht gerade mit lieblichen Tugenden. Sie ist raffgierig, arrogant und einfach durchweg böse. Liebe oder gar zärtliche Anwandlungen sucht man vergebens. Eine abgrundtief verbitterte Person, die an Resa kein gutes Haar lässt.

Resa ist durch und durch unschuldig und in ihrer Art rein und aufopferungsvoll. Daher ist sie völlig hin und weg, dass ein reicher Mann sie heiraten will. Eigentlich kann sie es gar nicht so richtig glauben, willigt der Heirat mit Gerbrandt jedoch ein. Und in diesem Moment wirft Freifrau von Steben die Würfel des Schicksals.

Die Geschichte ist atmosphärisch und dicht erzählt. Die Aussprache, die Etikette und sonstige Lebensgewohnheiten kommen gut zur Geltung und ich konnte mich gut in das damalige Leben einfühlen. Auch die Standesunterschiede wurden gut ausgearbeitet. Bei dem Verlauf der Geschichte wird es auch mal kurz politisch und oft genug litt ich mit Resa mit, wie sie behandelt wurde.

Ich wurde sehr gut unterhalten und die Seiten flogen nur so dahin. Und zwischendurch konnte ich noch die eigenen Geschichtskenntnisse auffrischen. Der politische Hintergrund ist halt eben authentisch.

Fünf Sterne vergebe ich mit einer klaren Lese-Empfehlung.

Veröffentlicht am 01.05.19!

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