Francesca Haig: Das Feuerzeichen

Francesca Haig: Das Feuerzeichen

Originaltitel: The Fire Sermon (2015)
übersetzt von Kathrin Wolf und Sonja Rebernik-Heidegger
Verlag: Heyne Verlag
Seitenanzahl: 480 Seiten
ISBN-10: 3453270134
ISBN-13: 978-3453270138
Dies ist der 1. Teil der Das Feuerzeichen-Reihe.

Inhaltsangabe:

400 Jahre nach der atomaren Katastrophe: Die Menschheit hat sich wieder ins Mittelalter zurück entwickelt. Elektrizität, Maschinen und andere technische Errungenschaften gibt es nicht mehr. Die Menschen leben überwiegend in primitiven Dörfern und es werden nur noch Zwillinge geboren, jeweils ein Mädchen und ein Junge.

Eines der Kinder ist immer ein Alpha, ein gesundes Kind; das andere immer ein Omega, ein missgebildetes Kind. Schon im frühen Alter werden sie getrennt, denn die Omegas sind schlecht, vergiften die Gesellschaft und die Umwelt. Und sie können keine Nachkommen zeugen, so leben die Omegas in separaten Dörfern, meist zu deutlich schlechteren Bedingungen.

Trotzdem sind die Zwillinge immer schicksalhaft miteinander verbunden: Denn stirbt eines, findet auch das andere Zwillinge den Tod. Ebenso verhält es sich bei Krankheit und Schmerzen. Das ist Fluch und Segen zugleich.

Cass ist ein besonderes Omega-Kind: Sie ist eine Seherin. Äußerlich scheint sie vollkommen gesund, aber sie sieht Visionen und kann Dinge erspüren. Deshalb ist sie sehr spät von ihrem Bruder Zach getrennt worden, was seinen Zorn auf die verhassten Omegas noch geschürt hat. Da er als Erwachsener inzwischen eine hohe Position im Rat bekleidet, sieht er sich gezwungen, Cass einsperren zu lassen, um selbst am Leben zu bleiben.

Doch Cass will sich ihrem Bruder nicht beugen und findet eine Möglichkeit zu fliehen. Dabei entdeckt sie ein großes Geheimnis, dass sie nur noch darin bestärkt, dagegen anzukämpfen. Aber sie liebt ihren Bruder auch und ist somit gefangen in ihrer eigenen Gedankenwelt.

Mein Fazit:

Solange schlummert das Buch schon auf meinem SuB. Ich habe es endlich erlöst und mich wieder mal gefragt, warum ich dieses Buch nicht schon längst gelesen habe.

Sicher, es reiht sich in die vielen dystopischen Romane ein, wo eher Jugendliche als Erwachsene die Hauptrolle spielen und die Gesellschaft in Umwälzungen führt, dessen Ausgang oftmals ungewiss ist. Daher hat es auch einen einfachen Erzähl-Stil. Aber dennoch zieht die Geschichte auch Parallelen zur heutigen Zeit, eigentlich zeigt es eine Gesellschaft, die aus den Fehlern nichts gelernt hat. Denn die Ausgrenzung findet sogar schon in der eigenen Familie statt. Omega-Kinder werden nicht liebevoll von den Eltern großgezogen, sondern von anderen Omegas, weit weg von der Familie. Selbst die Mutter behandelt ihr eigenes Kind dann wie Aussätzige. Furchtbar! Eine ganz schreckliche Vorstellung, die von Vorurteilen nur so trieft. Auch die Behandlung der Omegas erinnert an viele Momente in der jüngsten Vergangenheit. Dafür braucht man gar nicht so weit in der Geschichte zurückgehen.

Einzig das Schicksal, dass die Zwillinge stets zur gleichen Zeit sterben, erhält die Omegas am Leben, wenn auch mehr schlecht als recht. Das macht sie zugleich unverletzlich, aber auch schwach. Denn gerade diejenigen, die in der Politik eine wichtige Rolle spielen und sich somit Feinde machen, sind durch den Omega-Zwilling leicht verwundbar!

Die Geschichte wird von Cass erzählt und sie erlebt sehr viele Dinge, die einen die Haare zu Berge stehen lassen. Dennoch hadert sie nie damit, sondern nimmt ihr Schicksal mutig an und versucht andere Menschen davon zu überzeugen, dass es auch eine andere Welt geben kann.

Ein paar überraschende Wendungen sind auch eingebaut, so dass sich die teils rasante Geschichte schnell weg lesen lässt. Die Figuren haben sehr viel Tiefe und für mich gibt es auch keine Logik-Fehler. Ich fühlte mich von der ersten Seite an sehr gut unterhalten und freue mich, schon bald den Folge-Roman lesen zu können.

Dieser erste Teil erhält fünf begeisterte Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.

Veröffentlicht am 26.05.19!

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