Die Insel

Lesezeit: 3 Minuten

Die Insel (2005)
Originaltitel: The Island

Regie: Michael Bay
Drehbuch: Caspian Tredwell-Owen, Alex Kurtzman, Roberto Orci
Produktion: Walter F. Parkes, Michael Bay, Ian Bryce
Musik: Steve Jablonsky
Kamera: Mauro Fiore
Darsteller: Ewan McGregor, Scarlett Johansson, Djimon Hounsou, Sean Bean, Steve Buscemi, Ethan Phillips, u.v.a.
Dauer: 136 Minuten
Romanvorlage: „Geklont“ von Michael M. Smith

Inhaltsangabe:

Lincoln Six Echo (Ewan McGregor) lebt mit vielen hundert anderen in einer besonderen Stadt seit der Kontamination unter der Erde. Sie sind alle gleich angezogen und tun zum Teil ziemlich monotone Dinge. Doch nachts, wenn er allein ist, plagen ihn seltsame Träume mit einem Boot, welches er noch nie gesehen hat. Seine besondere Zuneigung gilt Jordan Two Delta (Scarlett Johansson), doch bis auf ein paar harmlose Berührungen dürfen sie sich nicht näher kommen.

Das Ziel aller Bewohner in dieser Stadt ist es, auf „Die Insel“ zu kommen. Jeder hofft auf die Reise, verspricht man ihnen doch, dass sie dort ein freies und erfülltes Leben führen können. Durch Zufall erfährt Lincoln Six Echo, dass sie angelogen werden. Als Jordan Two Delta für die nächste Reise zur Insel ausgewählt wird, gerät Lincoln in Panik und sie fliehen durch einen geheimen Schacht.

Die Wahrheit draußen ist aber viel grausamer und umfassender. Während die zwei auf der Flucht sind, gerät Dr. Bernard Merrick (Sean Bean) immer mehr unter Druck. Die Existenz der ganzen Anlage steht auf dem Spiel, hat er doch allen Sponsoren und Investoren etwas vorgegaukelt.

Mein Fazit:

Schon so lange wollte ich diesen Film sehen. Meist haperte es an der späten Ausstrahlung. Doch dieses Mal habe ich die Gunst der Stunde genutzt und mir die werbefreie Version beim Streaming-Dienst angesehen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Michael Bay hat es mal wieder ordentlich krachen lassen. Eine Materialschlacht sondergleichen, die leider mit der Grundstory nicht ganz konform geht.

Lincoln und Jordan (ich kürze die Namen jetzt mal ab) werden nicht als Menschen, sondern als Produkte gesehen. Sie sind Produkte, künstlich geschaffene Klone, um die Auftraggeber entweder durch Organspenden zu heilen oder als Leihmutter zu fungieren. Eine gruselige Welt! Dabei wird auf erschütternde Weise gezeigt, wie die Klonen geschaffen werden: in riesigen künstlichen Blasen, der Gebärmutter nachgeahmt. Und die Reise auf „Die Insel“ ist nichts anderes als die Reise in den Tod. Den Klonen werden jegliche Gefühle und selbstständiges Denken abgesprochen. Um sie ruhig zu halten, werden einige „Freizeitgestaltungen“ erlaubt, Körperkontakt zu anderen „Produkten“ ist jedoch untersagt.

Die durch ruhige und starke Bilder gezeigte Wirklichkeit kollidiert mit der zweiten Hälfte des Films, wo es fast ausschließlich nur um Action geht, schnell, rasant und materialvernichtend. Da hätte weniger deutlich mehr gemacht, zumal es an einigen Stellen wirklich unglaubwürdig ist, dass man das überleben kann. Aber das ist typisch Michael Bay.

Spannend ist der Ausgang der Geschichte durchaus, aber leider auch vorhersehbar. Da gibt es keine Überraschungen oder spannende Wendungen. Die Darstellung der Klone, die zwar Gefühle haben, aber nicht wirklich wissen, was in der realen Welt eigentlich passiert, ist den Akteuren sehr gut gelungen. Das hat mich überzeugt. Die moralische Erhabenheit hingegen fand ich deutlich zur Schau gestellt und an einigen Stellen etwas übertrieben.

Nichts desto trotz ist es ein Film, der zum Nachdenken anregt und die eine oder andere ethische Frage aufwirft. Eine Mischung aus Horror und Science Fiction, die durchaus irgendwann brutale Realität werden kann. Insgesamt bewerte ich den Film mit 85%.

Veröffentlicht am 17.07.19!

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