The Wolf of Wall Street

The Wolf of Wall Street (2013)

 

Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Terence Winter
Produktion: Leonardo DiCaprio, Martin Scorsese, Emma Tillinger Koskoff
Kamera: Rodrigo Prieto
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, Kyle Chandler, Rob Reiner, Jon Bernthal, u.v.a.
Dauer: 180 Minuten
Romanvorlage: „Der Wolf der Wall Street. Die Geschichte einer Wall-Street-Ikone“ von Jordan Belfort

Inhaltsangabe:

New York 1987: Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) arbeitet als Börsenmakler unter dem Exzentriker Mark Hanna (Matthew McConaughey) für das Traditionshaus Rothschild. Doch gerade, als Jordan seine Lizenz als Broker erhalten hat, stürzt der Schwarze Montag die Wall Street in eine Krise. Rothschild muss schließen.

Auf der Suche nach einem neuen Job landet er in einem kleinen Büro auf Long Island, die auf dem Penny Stock handeln. Die sonst übliche Provision von 1% ist hier auf 50% hochgeschraubt. Jordan, ein wahres Verkaufstalent, glaubt sich im Paradies und macht sich mit seinem neuen Kumpel Donnie Azoff (Jonah Hill) selbstständig. Es wird das Unternehmen „Stratton Oakmont“ gegründet. Es gilt, das „Nein“ eines Kunden nie zu akzeptieren und so werden sie schnell zu einem der größten Unternehmen an der Wall Street.

Jordan ist jedoch gierig und so beschreitet er auch illegale Wege, schafft sich Strohmänner an und um die Erfolge innerhalb des Unternehmens zu feiern, werden menschenverachtende Spiele veranstaltet. Drogen- und Sexexzesse gehören fast zum Alltag. Seine erste Ehe zerbricht und seine zweite Frau Naomi (Margot Robbie) kommt hinter sein Treiben auch schnell.

Irgendwann kommt ihm das FBI auf die Spur. Jordan hat sein Leben nicht mehr unter Kontrolle, die Drogen- und Sexsucht hat ihn völlig vereinnahmt und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Mein Fazit:

Der Martin und der Leo, wieder haben sich zwei gefunden, wie schon so oft zuvor. Und offenbar hat Martin Scorsese ein Knöpfchen bei Leo gefunden, der das gesamte schauspielerische Talent hervor holt!

Die Rolle des Jordan Belfort ist sehr anspruchsvoll und verlangt alles ab. Am Anfang ist Jordan noch recht handzahm und auf eine weiße Weste bedacht. Doch der Erfolg und Ruhm verdrehen bei ihm sämtliche moralischen Werte, nichts mehr ist ihm heilig. Er braucht Drogen, um gut drauf zu sein. Und er braucht Drogen, um zu schlafen. Frauen sind für ihn nur Sexobjekte und das Geld ist dafür da, um damit zu protzen.

Das erfolgreiche Unternehmen bestätigt ihn indirekt, obwohl es mit der moralischen Instanz, dem Herrn Belfort Senior (Rob Reiner) sehr viele Diskussionen gibt. Besonders beeindruckend sind die Reden, die Jordan vor seinen Mitarbeitern hält. Manchmal wie ein sanftmütiger Prediger, dann verliert er sich im Pathos oder ist mitreißend wie fanatischer Sektenführer. Der Ausdruck in den Augen und in der Haltung ist schon beängstigend realistisch. Und die Mitarbeiter verzeihen ihrem Boss alles, auch wenn vieles fragwürdig und zum hohen Anteil Frauenverachtend ist.

Innerhalb weniger Jahre steigt Jordan auf und wieder ab. Am Ende zeigt er dabei kaum Einsicht und ist auch kaum geneigt, seine Fehler bei den Kunden wieder gutzumachen. Seine Mitstreiter halten zu ihm, bis der Arm des Gesetzes sie umarmt. Dann fallen die Hemmungen und Jordan ist geliefert.

Die ganze Kulisse der damaligen Zeit, die Autos, Mode, Frisuren und Musik, das zeugt schon von einer großen Liebe zum Detail, wofür Martin Scorsese ja auch bekannt ist. Es wird nichts dem Zufall überlassen und Leonardo DiCaprio kann sein ganzes Repertoire ausspielen. Ich persönlich fand das eine oder andere ein bisschen übertrieben, aber ich mag nicht beurteilen, ob es wirklich so war oder ob aus dramaturgischen Zwecken einiges hinzu gedichtet wurde. Was sagt das Ganze überhaupt über die menschliche Natur aus? Geht man eher über Leichen, wenn man nötigen finanziellen Hintergrund hat? Wird mit Reichtum auch gleichzeitig die Moral abgegeben? Hm … schwierig zu beurteilen.

Die Geschichte ist schockierend und faszinierend zugleich, die richtige Bewertung vorzufinden ist nicht leicht. Leo hat alles gegeben, ohne Zweifel. Aber ist wirklich alles so passiert? Oder bin ich zu naiv?

Insgesamt gebe ich 90% für einen Film, der einen so schnell nicht loslässt.

Veröffentlicht am 14.08.19!

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