Aufbruch zum Mond

Lesezeit: 3 Minuten

Aufbruch zum Mond (2018)
Originaltitel: First Man

Regie: Damien Chazelle
Drehbuch: Josh Singer
Produktion: Damien Chazelle, Marty Bowen, Wyck Godfrey
Musik: Justin Hurwitz
Kamera: Linus Sandgren
Darsteller: Ryan Gosling, Claire Foy, Jason Clarke, Kyle Chandler, Corey Stoll, Patrick Fugit, u.v.a.
Dauer: 141 Minuten
Romanvorlage: „Aufbruch zum Mond: Neil Armstrong – Die autorisierte Biografie“ von James R. Hansen

Inhaltsangabe:

1961: Neil Armstrong (Ryan Gosling) ist studierter Flugzeugingenieur und arbeitet als Test-Pilot. Doch seine kleine Tochter Karen ist unheilbar krank und stirbt schließlich. Der Tod des kleinen Mädchens begleitet ihn eine sehr lange Zeit.

Bei der NASA werden Astronauten für das Gemini-Programm gesucht. Er bewirbt sich und wird angenommen. Fortan lässt er sich zum Astronauten ausbilden und arbeitet aktiv an der Verbesserung der Flugzeug- und Raumfahrttechnik mit. Privat bekommt seine Frau Janet (Claire Foy) ein weiteres Kind, aber Neil zieht sich oft in sich selbst zurück.

Auch bei dem Gemini- und später beim Apollo-Programm sterben immer wieder Piloten und Astronauten bei Testflügen. Die Ehe ist durch die Sprachlosigkeit und die psychische Herausforderung belastet. Schließlich weiß sie nie, ob ihr Mann von einem Raumflug heil zurückkehrt.

Dann bekommt Neil Armstrong die Chance, die Apollo 11 zu fliegen, um dann vielleicht in die Geschichtsbücher der Raumfahrt einzugehen.

Mein Fazit:

50 Jahre ist die erste Mondlandung her. 50 Jahre, wo sich an Technik und Wissen so viel getan hat. Der kleine Trabant ist im Verhältnis zu anderen Planeten sehr nah, und doch ist es nach wie vor riskant und schwierig, dort hochzufliegen. Aber die Menschheit braucht solche Ziele, um näher zusammen zu rücken.

Damals vor 50 Jahren rückten auch alle näher zusammen. Neil Armstrong ist stellvertretend für alle auf dem Mond spazieren gewesen. „Ein kleiner Schritt für den Mensch, aber ein großer Sprung für die Menschheit.“ Das hat er damals gesagt und irgendwie ist es auch heute noch ergreifend.

Ryan Gosling hat den wortkargen Mann sehr gut verkörpert. Geprägt vom Verlust seiner kleinen Tochter, was er nie verwunden hat, strebte er immer zu Höherem. Dabei schien er manchmal seine noch lebende Familie zu vergessen. Aber sie hielten zu ihm und bewunderten ihn für seinen Mut und seinen Pioniergeist. Im Laufe der Jahre hatte er sich durch enorme Ruhe und Umsichtigkeit in kritischen Momenten bewährt, weshalb man ihm die Mission der Apollo 11 durchaus zutraute.

Das Team um Regisseur Damien Chazelle hat alles so authentisch wie möglich dargestellt. Die Frisuren, Kostüme, Häuser, Autos, alles wirkte sehr glaubwürdig der damaligen Zeit nachempfunden. Die riesigen Computer im Control Center, die überquellenden Aschenbecher (es wurde damals noch hemmungslos geraucht) und noch so vieles mehr. Es war wie eine Zeitreise. Zuweilen erschreckte ich mich über das offenbar schlechte Material. Es wurden angerostete Nieten im Cockpit gezeigt, verbeulte Raketen und ähnliches. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies ein Versehen des Filmteams war.

Insgesamt hat man die damalige Aufbruchsstimmung bei der NASA und bei den Menschen sehr gut transportiert. Wichtig war aber auch zu erkennen, dass es viele Rückschläge und Unglücke gab, aus denen man schließlich lernte.

Der Film besticht durch ruhige Bilder, gut pointierter Musik, starker Mimik und dem Wissen, dass es tatsächlich so passiert ist. Sehr spannend und ergreifend, vor allen Dingen das Ende war sehr berührend. Die Darstellung des berühmtesten Astronauten ist Ryan Gosling hervorragend gelungen. Für mich bekommt der Film 95% mit einem hohen Wiedersehensfaktor.

Veröffentlicht am 18.08.19!

4 Gedanken zu „Aufbruch zum Mond“

  1. Liebe Elke,

    bei dem Film gehen unsere Meinungen doch stark auseinander. Ich fand ihn leider allerhöchstens 3 Sterne wert. Erstens kam ich mit dem wortkargen Armstrong gar nicht klar Zweitens waren da die vielen verwackelten Handkamerabilder, die hier exzessiv eingesetzt wurden. In der Mondrakete beim Start/Landung kann ich es ja noch verstehen, aber nicht, wenn Armstrongs Frau einfach mal so über die Straße geht. Das hat mich persönlich sehr gestört.
    Und dann fehlte mir auch die Flaggenszene – Patriotismus hin oder her, das gehört einfach zur Mondlandung dazu. Auch wenn der ausgedachte Krater-Kettchenwurf auf die Tränendrüse drücken soll. Ich würde mir den Film nicht nochmal anschauen. Für mich leider ein Flop. Aber zum Glück sind Geschmäcker verschieden – und es gibt ja auch einige Filme, die uns beiden gefallen haben 😉
    Liebe Grüße von Conny und dir noch einen schönen Sonntag😀

    1. Liebe Conny,

      vielen Dank für Dein Besuch und Kommentar!

      Normalerweise stören mich die wackeligen Bilder auch, aber bei diesem Film hat es irgendwie gepasst. Es wirkt auf mich total authentisch.

      Neil Armstrong war jedoch sehr wortkarg, äußerst zurückhaltend und sensibel. Insofern war die Darstellung schon richtig.

      Liebe Grüße, Elke!

  2. Liebe Elke,

    diesen Film möchte ich auch gerne noch ansehen. Scheinbar hat er dir gut gefallen und ich denke, die realen Vorgänge machen ihn auch zu einem ganz besonderen Film. Die damalige Zeit und die Idee der NASA, mit diesem Projekt in die Weltgeschichte eintreten zu dürfen, spielen sicher authentische Situationen nach.

    DAnke für die Vorstellung, vielleicht läuft der Film mir mal über den Weg.

    Liebe Grüße
    Barbara

    1. Liebe Barbara,

      vielen Dank für Dein Besuch und Kommentar!

      Derzeit kann man ihn bei amazon-Prime nur kaufen. Ich habe es mir mal geleistet, ich meine, ein Kino-Besuch ist heutzutage ja noch teurer! Solltest Du die Gelegenheit haben, ihn mal sehen zu können, dann greife zu 🙂 Ich wäre sehr gespannt auf Deine Meinung.

      Liebe Grüße, Elke!

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