Anna Wimschneider: Herbstmilch

Lesezeit: 2 Minuten

Anna Wimschneider: Herbstmilch

erschienen 1984
Verlag: Piper Verlag
Seitenanzahl: 160
ISBN-10: 3492207405
ISBN-13: 978-3492207409

Inhaltsangabe:

Anna Wimschneider muss schon im Alter von acht Jahren ihre Geschwister versorgen und auf dem bäuerlichen Hof mitarbeiten, nachdem ihre Mutter im Kindbett im Alter von 39 Jahren gestorben ist. Der Vater und ihre Brüder machten ihr das Leben nicht leicht, aber mit ihrer Zähigkeit und Durchhaltevermögen hat sie sich den Respekt in der Gemeinde in Bayern erarbeitett.

Als sie ihren Mann Albert kennen lernt und ihn 1939 heiratet, geht sie auf seinen bäuerlichen Hof und versorgt noch vier weitere Verwandte, während ihr Mann in den Krieg eingezogen wird. Von ihrer Schwiegermutter gedemütigt, arbeitet sie Tag und Nacht, um alle zu versorgen. Sie muss das Feld bestellen, das Vieh füttern, den Haushalt besorgen und sich um die Wäsche kümmern.

Und trotz aller Widrigkeiten macht sie weiter …

Mein Fazit:

Anna Wimschneider ist ihr Leben lang ein einfacher Mensch gewesen. Für sie gab es nur den Hof, ihr Mann und ihre Kinder. Obwohl sie oft genug vor Erschöpfung fast zusammen brach, hat sie weiter gemacht und ihren Lebensmut nicht verloren. Das Kochen lernte sie, wo sie selbst kaum auf den Herd gucken konnte. Und wenn sie nicht richtig gekocht hat, gab‘ es Schläge, vom Vater und von den Brüdern. Nur eine Nachbarin hat sich ihrer angenommen und sie mal aus dem harten und armen Leben heraus geholt.

Es ist kaum vorstellbar, das es noch gar nicht so lange her ist, wo die Menschen so arm auf ihren Höfen waren, das sie sich noch nicht mal vernünftige Schuhe kaufen konnten. Ein Wochenlohn auf dem Hof waren 1 Mark oder 1 Mark und fünfzig Pfennig. Diese Armut können wir uns nicht mehr vorstellen, auch nicht, wie hart man für dieses Geld arbeiten musste und dennoch waren die Menschen nicht verbittert.

Die Geschichte ist einfach geschrieben, ohne literarische Ergüsse. Gelegentlich hatte ich das Gefühl, das der Bäuerin beim Schreiben ein Wort verloren gegangen ist. Eine Legende mit dem Dialekt ist am Ende angeschlossen, so das man einige Wörter nachschlagen konnte. Aber ich habe es auch im Zusammenhang oft schon verstanden.

Bewegend, ergreifend und mit allen Höhen und Tiefen des Lebens gespickt, von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

Anmerkung: Die Rezension stammt aus März 2009.

Veröffentlicht am 09.09.19!

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