Drive

Drive (2011)

 

Regie: Nicolas Winding Refn
Drehbuch: Hossein Amini
Produktion: John Palermo, Marc Platt, Gigi Pritzker
Musik: Cliff Martinez
Kamera: Newton Thomas Sigel
Darsteller: Ryan Gosling, Carey Mulligan, Bryan Cranston, Albert Brooks, Oscar Isaac, Ron Perlman, u.v.a.
Dauer: 100 Minuten
Romanvorlage: „Driver“ von James Sallis

Inhaltsangabe:

Los Angeles: Der Driver (Ryan Gosling) arbeitet tagsüber als Stuntman und Automechaniker, nachts fährt er Fluchtwagen für andere Ganoven. Dabei legt er Wert auf Anonymität und Pünktlichkeit. Er hat bislang jeden Auftrag erfolgreich ausgeführt.

Als er eine neue Wohnung bezieht, lernt er seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan) kennen. Ihr Ehemann Standard (Oscar Isaac) sitzt noch eine Haftstrafe ab. Er verliebt sich in sie und ihren kleinen Jungen Benicio (Kaden Leos).

Standard wird schließlich entlassen, aber er hat offenbar noch ein paar Rechnungen offen. Entgegen seiner eigenen Regeln will ihm Driver helfen und gibt seine Anonymität auf. Schließlich machen sie sich auf, um den Coup durchzuziehen, doch die Mafia kommt ihnen in die Quere. Eine Million Dollar sind plötzlich im Spiel und die Schergen der Mafia kennen kein Erbarmen und legen jeden um, der um das Geld weiß.

Mein Fazit:

Kein Film für schwache Nerven.

In vielen ruhigen Bildern wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der kaum eine Heimat hat, weder emotional noch physisch. Der Driver, der den gesamten Film über namenlos bleibt, ist ein einsamer Outlaw, der eigentlich nur eine Leidenschaft hat: mit dem Auto cruisen. Das nutzt er aus und verdient sich etwas dazu. Doch genau dieses „Hobby“ wird ihm zum Verhängnis, als er die sympathische Irene kennen lernt.

Irene ist jedoch auch vom Leben nicht gerade gesegnet. Ihr Mann Standard (ein ungewöhnlicher Name, wie ich finde) sitzt ein und steht kurz vor der Entlassung. Sie schlägt sich irgendwie durch und versorgt den kleinen aufgeweckten Benicio allein. Die Liebe zwischen dem Driver und Irene wird in vielen kleinen Szenen deutlich und doch hat sie wirklich keine gute Chance. Denn sein Tun, auch wenn die Motive ehrenhaft sind, hat Konsequenzen, die brutaler kaum sein könnten.

Wie schon erwähnt, gibt es sehr viele ruhige Bilder in diesem Film. Das Schweigen des Drivers ist zum Teil ohrenbetäubend laut. Ryan Gosling hat sein gesamtes schauspielerisches Talent in die Mimik und Ausdruck der Augen gelegt und dafür ist er einmal mehr zu bewundern. Die Action- und Gewaltszenen stehen im krassen Gegensatz dazu, die mich ebenso fassungslos zurückgelassen haben. Ob es unbedingt die brutale Gewalt sein musste, wage ich mal zu bezweifeln. Sei es drum, der Film verdeutlicht klar die Gegensätze des Mannes, der eigentlich nur helfen wollte und dabei in den Strudel reingezogen wurde, den die Mafia auslöste. Zwischendrin gab es dann die Szenen, in denen die Sehnsucht nach einem normalen Leben greifbar war.

Der Film ist beeindruckend und auch beklemmend. Ryan Gosling und Carey Mulligan spielten wunderbar und überzeugend. Alles in allem empfehle ich den Film mit 90%.

Veröffentlicht am 31.10.19!

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