Die dunkelste Stunde

Die dunkelste Stunde (2017)
Originaltitel: Darkest Hour

Regie: Joe Wright
Drehbuch: Anthony McCarten
Produktion: Tim Bevan, Lisa Bruce, Eric Fellner
Musik: Dario Marianelli
Kamera: Bruno Delbonnel
Darsteller: Gary Oldman, Kristin Scott Thomas, Ben Mendelsohn, Lily James, Ronald Pickup, Stephen Dillane, u.v.a.
Dauer: 125 Minuten

Inhaltsangabe:

London, im Mai 1940: Winston Churchill (Gary Oldman) soll den gescheiterten bisherigen Premierminister Neville Chamberlain (Ronald Pickup) ablösen. Dabei ist das Land in einer tiefen Krise. Bei Dünkirchen ist die gesamte britische Armee eingeschlossen und nur ein Wunder kann die Niederlage gegen Nazi-Deutschland noch abwenden.

Zusammen mit seiner Sekretärin Elizabeth Layton (Lily James) tritt er trotz großer Bedenken von King George VI (Ben Mendelsohn) die Stelle an und ist nun jeden Tag von verschiedenen Ministern gefordert. Vor allen Dingen beschäftigen ihn auch die Ränkespiele aus dem britischen Unterhaus.

Seine Optionen, die britische Armee zu retten, schwinden mit jedem Tag dahin und es steht im Raum, mit Adolf Hitler in Friedensverhandlungen einzutreten. Churchill lehnt dies jedoch kategorisch ab, ist sich aber nicht sicher, ob das Volk hinter ihm steht.

Dann hat er eine spontane Idee, um doch noch zu einer zufriedenstellenden Entscheidung zu gelangen.

Mein Fazit:

Dieses Biopic ist wirklich ein ganz besonderer Film.

Gary Oldman als Winston Churchill ist kaum wieder zu erkennen. Dennoch hat er den beleibten Neurotiker, der gern im Bett liegend seine Zigarre rauchte und seine Sekretärin tyrannisierte, wenn sie auch nur den falschen Zeilenabstand in der Schreibmaschine einstellte, wunderbar dargestellt. Wie Winston Churchill wirklich war, kann ich nicht beurteilen, aber ich vermute, dass Gary Oldman seine Rolle ausgiebig studiert hat und diese entsprechend spielte.

Der Film gibt die Ereignisse von seiner Amtsübernahme im Mai 1940 bis zu seiner berühmten Rede im Unterhaus am 04. Juni wieder. Churchill musste viele Probleme lösen und wurde dabei unter anderem vom amerikanischen Präsidenten schmählich im Stich gelassen. Er musste improvisieren und viel Verhandlungsgeschick mit seinen Widersachern aufwenden, da diese immer noch die Appeasementpolitik verfolgten. Sie wollten sogar aus Machtkalkül sein Amt haben, dabei ging es um viele Menschen, die darauf warteten, dass die britische Regierung ihnen half. Sehr beklemmend und diese Haltung hat sich bis heute nicht geändert, Stichwort Brexit.

Viele bedrückende Momente herrschten im Film vor, in einem engen Bunker unterhalb der Downing Street wurden die wichtigen Entscheidungen getroffen. Seine Frau Clemmie (Kristin Scott Thomas) versuchte ihn aufzurichten, ihm die richtige Richtung zu weisen. Doch waren immer wieder Zweifel im Premierminister.

Der Film ist sehenswert und bringt dem Zuschauer wichtige Momente des Zweiten Weltkriegs näher. Ein grandioser Gary Oldman und die beklemmend authentisch wirkende Kulisse lassen einen nicht so schnell los. Von mir bekommt der Film 95% mit einer klaren Empfehlung (allerdings sollte der Zuschauer deutlich älter sein als die FSK erlaubt).

Veröffentlicht am 13.11.19!

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