Shadowlands – Das Geschenk eines Augenblicks

Shadowlands – Das Geschenk eines Augenblicks (1993)
Originaltitel: Shadowlands

Regie: Richard Attenborough
Drehbuch: William Nicholson
Produktion: Richard Attenborough, Brian Eastman, Diana Hawkins
Musik: George Fenton
Kamera: Roger Pratt
Darsteller: Anthony Hopkins, Debra Winger, Joseph Mazzello, Edward Hardwicke, John Wood, Peter Howell, u.v.a.
Dauer: 131 Minuten

Inhaltsangabe:

Oxford, Großbritannien, in den 50er Jahren: Der Literaturprofessor und Autor C. S. Lewis (Anthony Hopkins), von allen Jack genannt, lebt zurückgezogen mit seinem Bruder Warnie (Edward Hardwicke) in einem großen Haus am Rande der Stadt. Sein Leben dreht sich um die Professur, dem Unterrichten und Vorträge halten. Dabei zeigt er sich zutiefst religiös.

Mit der amerikanischen Lyrikerin Joy Gresham (Debra Winger) unterhält er eine lockere Brieffreundschaft. Das ändert sich, als sie ihn plötzlich in Oxford besucht. Ihr Sohn Douglas (Joseph Mazzello) ist auch mit von der Partie. Joy fordert Jack heraus, dennoch ist er in seiner starren und überkorrekten Struktur gefangen. Er scheint auf alles eine Antwort zu haben und Gefühle zu zeigen sind ihm absolut fremd.

Als Joy ihn bittet, ihr durch eine Heirat die Aufenthaltserlaubnis in Großbritannien zuzusichern, willigt er ein. Für ihn ist es ein technischer Akt, ohne Gefühle und ohne großes Aufhebens. Dann jedoch stellen die Ärzte bei ihr Knochenkrebs fest und Jack Lewis muss spüren, dass ihn diese Erkenntnis ins Wanken bringt. Wird er doch noch zu seinen Gefühlen stehen? Wird er die wahre Liebe erkennen, die tief in ihm schlummert und er sich nicht traut, sich zu offenbaren?

Mein Fazit:

Dies ist ein Film des ganz großen Kinos. Richard Attenborough hat da mal wieder ganze Arbeit geleistet und einen Anthony Hopkins zum Leuchten gebracht, der sowohl das verstaubte und versnobte Oxford wie auch einen leidenschaftlichen Mann voller Gefühle präsentierte.

Die Kulisse wirkt authentisch. Die großen Hallen der hiesigen Universität wirken einschüchternd und düster. Die Studenten sind in Talare bekleidet, ebenso die Professoren und der Direktor. Es herrscht die Atmosphäre von strenger Hierarchie. In dieser Welt lebte der bekannte Fantasy-Autor („Die Chroniken von Narnia“). Sein Leben war nicht einsam, aber durchaus gefühlsarm. Sein Bruder Warnie war da eher von der gutmütigen Sorte, doch auch er war in den Strukturen fest verankert.

Das änderte sich erst, als die moderne Amerikanerin Joy Gresham nach Oxford kam. Sie war im Grunde vor ihrem gewalttätigen und alkoholkranken Mann geflohen. Ihre Liebe zu Jack Lewis ist nicht sofort spürbar, aber es zieht sie immer wieder in seine Nähe. Jack interpretierte es als Freundschaft, Gentleman like eben. Das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller Hopkins und Winger ist perfekt gelungen. Vor der authentischen Kulisse mit dem passenden Kleidungsstil und der teils sehr gehobenen Ausdrucksweise entspann sich zart eine Liebesgeschichte, die durch die böse Krankheit Krebs eine dramatische Wende nahm. Jack Lewis sah sich plötzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass Joy sterben könnte. Das hatte alles in ihm verändert. Und plötzlich war er lebendig und voller Gefühle – auch glaubhaft gespielt, wie ich finde.

Die Panorama-Bilder vom damaligen England sind eine Augenweide und manchmal erzählten sie mehr als tausend Worte. Der Film ruht in sich und gab mir das Gefühl, mitten drin zu sein. Ob die Dialoge im Biopic so stattfanden, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber es würde mich nicht wundern, wenn es tatsächlich so gewesen wäre. Die Fakten (Heirat, Erkrankung etc.) sind zumindest belegt.

Ein Film, der mich von Anfang an in seinen Bann zog. Er glänzt durch die grandiosen Hauptdarsteller und die authentische Kulisse. Von mir bekommt er 95% mit einem hohen Wiedersehensfaktor.

Veröffentlicht am 20.11.19!

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