Der Besuch der alten Dame (2008)

Der Besuch der alten Dame (2008)

 

Regie: Nikolaus Leytner
Drehbuch: Susanne Beck, Thomas Eifler
Musik: Matthias Weber
Kamera: Hermann Dunzendorfer
Darsteller: Christiane Hörbiger, Michael Mendl, Muriel Baumeister, Dietrich Hollinderbäumer, Lisa Kreuzer, Dietrich Mattausch, u.v.a.
Dauer: 88 Minuten
Romanvorlage: „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt

Inhaltsangabe:

Claire Zachanassian (Christiane Hörbiger) kehrt nach über 40 Jahren in das kleine Örtchen Güllen zurück. Sie ist inzwischen eine der reichsten Frauen der Welt und Witwe.

Das kleine Örtchen ist in finanziellen Schwierigkeiten und erhofft sich von dem finanzkräftigen Besuch eine kleine Spende. Denn vor Jahren hatte das heimische Werk geschlossen und seitdem ging es nur noch bergab.

Alfred Ill (Michael Mendl) war vor 40 Jahren der Verlobte Claire’s und alle Bewohner legen ihre Hoffnung auf seine Schultern und schicken ihn vor, um bei Claire vorsichtig nachzufragen, wie es mit einer kleinen Hilfe aussieht.

Tatsächlich will Claire Güllen helfen und insgesamt 2 Milliarden Euro spenden zu gleichen Teilen auf alle Stadtbewohner. Doch dafür fordert sie den Tod von Alfred Ill. Zuerst sind alle völlig empört über dieses Angebot. Sie fordert Gerechtigkeit und begründet damit das Kopfgeld.

Mit einer stoischen Gelassenheit sieht sie, wie die Stimmung in der Stadt umschlägt und immer mehr auf Alfred gehetzt wird. Dieser bittet sie immer wieder um Verzeihung für etwas, was 40 Jahre zurück liegt. Aber sie bleibt unerbittlich.

Dann geschehen die ersten Attentat-Versuche und Alfred bleibt nichts anderes übrig als zu fliehen.

Mein Fazit:

Dieser Film beruht auf den Roman von Friedrich Dürrenmatt. Wie das Buch ist oder andere Verfilmungen, weiß ich leider nicht. Aber ich finde diesen Film für eine deutsche Produktion durch aus gelungen.

Zuerst beginnt es ganz harmlos und verleitet den Zuschauer, mehr zum Schmunzeln als entrüstet zu sein. Güllen putzt sich heraus, um einen guten Eindruck zu schinden. Alle alten Bürger stehen fast die Trottel dar, als die kühle alte Dame mit einem Hubschrauber und ihrem Gefolge ins Dorf kommt. Und auch, als sie das Kopfgeld öffentlich aussetzt, sind die Reaktionen verständlich.

Genauso gut ist es aber faszinierend mit anzusehen, wie sich die Stimmung umschlägt, das Freundschaft plötzlich nichts mehr wert ist und Alfred Dinge vorgeworfen werden, die schon über 40 Jahre lang zurück liegen. Ein Durcheinander beginnt und ein jeder versucht sich von seiner besten Seite bei Claire zu zeigen. Diese hat allerdings auch eine geschäftliche Moral und lässt sich auf niedere Angebote nicht ein.

Christiane Hörbiger ist eine der wenigen Schauspielerinnen, die ich gut leiden kann und die mich auch immer wieder von ihrer schauspielerischen Leistung überzeugt. Sie spielt die reiche Erbin perfekt, mit aller Zwiespalt und Gerissenheit. Denn sie liebt Alfred noch immer, kann aber die erlittenenen Demütigungen und Schändungen nicht ohne Gerechtigkeit hinnehmen.

Ein spannender Film, der sehenswert und spannend ist bis zur letzten Minute, daher bekommt er 90% von mir.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 19.04.2010!

Veröffentlicht am 15.01.20!

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2 Gedanken zu „Der Besuch der alten Dame (2008)“

  1. Liebe Elke,
    danke für den Filmtipp! Ich liebe das Buch, es gehört zu meinen Lieblingsbüchern, was Klassiker angeht. Wusste nicht, dass es auch einen Film gibt. Den werde ich mir mal anschauen.
    GlG, monerl

    1. Liebe Monerl,

      danke für Dein Besuch und Kommentar.

      Es gibt zu diesem Buch sogar schon mehrere Verfilmungen, siehe hier. Ich habe allerdings bislang auch nur diesen mit Christiane Hörbiger gesehen, die mir als Schauspielerin ungeheuer sympathisch ist.

      Viel Spaß beim Schauen. Liebe Grüße, Elke!

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