Die Verlegerin

Die Verlegerin Book Cover Die Verlegerin
2017
Wahre Begebenheit
The Post
116 Minuten
Steven Spielberg
Liz Hannah, Josh Singer
Meryl Streep, Tom Hanks, Sarah Paulson, u.v.a.
USA, UK

Inhaltsangabe:

1971, Washington, USA: Kay Graham (Meryl Streep) hat die „Washington Post“ von ihrem verstorbenen Mann übernommen. Eigentlich war es nicht in ihrem Lebensplan enthalten, eine Zeitung zu leiten, aber es ist auch das Vermächtnis ihres Vaters, was sie nicht einfach so aufgeben kann.

Zusammen mit dem Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) versucht Kay die Zeitung vor dem finanziellen Ruin zu bewahren, denn stets ist die „New York Times“ ihrem Blatt einen Schritt voraus. Sie setzt mehr auf Qualität und kämpft um finanzielle Mittel, diese Qualität auch weiterhin den Lesern anbieten zu können.

Plötzlich erscheint ein aufsehenerregender Artikel in der „New York Times“: Mehrere Präsidenten hatten das Volk belogen. Es war den Regierungen lange klar, dass sie den Vietnamkrieg nicht gewinnen konnten, dennoch verbreiteten sie Lügen und schickten viele junge Männer in den unnötigen Tod. Daniel Ellsberg (Matthew Rhys) hatte im Auftrag des damaligen Verteidigungsministers Robert McNamara (Bruce Greenwood) eine Studie zum Vietnamkrieg erstellt und spielte sie dann später den Medien zu, denn sein Gewissen hatte sich gemeldet.

Die Regierung von Richard Nixon versucht die Veröffentlichung weiterer sogenannter „Pentagon-Papiere“ zu verhindern, was praktisch einer Zensur gleich käme. Bradlee bekommt ebenfalls brisantes Material dazu und dringt auf die Veröffentlichung. Wird Kay aus dem Schatten ihres Mannes treten und eigene – riskantere – Entscheidungen treffen?

Mein Fazit:

Meryl Streep in Bestform – als Inhaberin der „Washington Post“ Katherine Kay Graham. Richard Nixon und die renommierte Zeitung sind ja ziemlich eng miteinander verbunden, wenn man nur an den Watergate-Skandal denkt. Aber eigentlich ging es ja schon viel früher los.

Die Pentagon-Papiere sind der Aufreißer im Jahr 1971. Die amerikanischen Soldaten kämpfen in Vietnam auf verlorenem Posten. Die Regierungen wussten es schon lange und doch unternahm niemand etwas dagegen. Viele junge Männer starben und auch all die anderen schrecklichen Dinge hätten verhindert werden können, wenn die Präsidenten das Volk nicht belogen und die Konsequenzen gezogen hätten. Jede Zeitung, jeder Journalist freut sich, wenn er etwas Sensationelles veröffentlichen kann. Aber hier geht es nicht nur um den Skandal an sich, sondern auch der Umgang mit der Presse. Welchen Stellenwert hat sie in einer Demokratie? In wie weit darf sich Politik einmischen oder etwas verheimlichen? Wo verläuft die Grenze? Können Politiker und Journalisten Freunde sein? Denn das ist ebenfalls ein Thema. John McNamara und Kay Graham verband eine enge Freundschaft und auch diese wird auf eine Probe gestellt. Durch die Veröffentlichung der Pentagon-Papiere klagt sie ihren Freund an. Ist danach eine ehrliche Freundschaft noch möglich?

Steven Spielberg hat wieder mal alle Register gezogen. Die Atmosphäre und die Darsteller ergeben ein glaubhaftes Bild der damaligen Zeit. Die Dialoge sind zuweilen spritzig und man muss aufpassen, damit man es versteht, denn die Vorgänge sind nicht immer so gleich ersichtlich. Ein bisschen Pathos ist natürlich auch dabei und amerikanischer Patriotismus. Da waren sie ja schon immer gut, nicht erst seit dem jetzigen Präsidenten.

Der Film stimmt nachdenklich und hinterfragt einiges. Auch wenn es eine wahre Geschichte ist, so hatte er für die Folgezeit einige erhebliche Folgen. Mir hat der Film gut gefallen, nicht zuletzt durch die sehr überzeugenden Meryl Streep und Tom Hanks. 90% vergebe ich dafür!

Veröffentlicht am 23.01.20!

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