Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen Book Cover Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen
2016
Wahre Begebenheit
Hidden Figures
127 Minuten
USA
Theodore Melfi
Allison Schroeder, Theodore Melfi
Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe, u.v.a.
"Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen" von Margot Lee Shetterly

Inhaltsangabe:

Virginia, Anfang der 60er Jahre: Drei farbige Frauen – Katherine Globe (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughan (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe) – arbeiten mit vielen anderen Farbigen bei der NASA in der Abteilung „Colored Computers“. Weil sie eben farbig sind, arbeiten sie nicht mit den weißen, überwiegend männlichen, Kollegen zusammen in den Büros. Jedoch werden sie aufgrund von ihren hervorragenden mathematischen Fähigkeiten in andere Abteilungen ausgeliehen.

Katherine beherrscht die Vektorgeometrie, aufgrund dessen wird sie zu Al Harrison (Kevin Costner) in die Space Task Group. Dort werden die Flugbahnen für die bemannte Raumfahrt berechnet. Doch schon alltägliche Dinge machen ihr das Leben unnötig schwer. Um zur Toilette zu gehen, muss sie über den gesamten Campus rennen, da diese sich am Ende des Geländes befindet – die einzige Toilette für Farbige. Der Weg dauert 40 Minuten, bei Wind und Wetter. Außerdem darf sie nicht mit ihren weißen Kollegen den Kaffee trinken, sondern muss sich umständlich eigenen Kaffee kochen. Und die Überstunden, die gefordert werden, nehmen ihr die Zeit für ihre drei Kinder, die sie nach dem Krebstod ihres Mannes allein großziehen muss – mit Hilfe ihrer Mutter.

Dorothy arbeitet als Supervisor, obwohl sie dafür nicht eingestellt ist und auch nicht entsprechend dass Gehalt erhält. Als in das Zentrum der erste riesige IBM-Computer installiert wird, sieht Dorothy ihre Chance gekommen. Mithilfe von Büchern liest sie sich in die Computersprache ein und kann diesen unverhofft zum Laufen bringen, was die Techniker vorher nicht geschafft haben. Als klar wird, dass durch den Computer die Arbeitsplätze der „Colored Computers“ gefährdet sind, pokert Dorothy mit der Leitung, denn sie glaubt, sie könnte den IBM mit den ganzen mathematischen Formeln füttern.

Mary ist tief in ihrem Herzen Ingenieurin. Doch den Farbigen ist es in Virginia nicht erlaubt, die entsprechenden Vorkurse zu besuchen. Mit Hilfe ihres Mannes und einem polnischen Ingenieur, der sie zu diesem Schritt mit Pathos ermutigt, klagt sie auf das Recht, als Farbige auf eine weiße Schule gehen zu dürfen, trotz der noch gesetzlichen Rassentrennung.

Aber die NASA braucht diese – und viele andere – Frauen, denn ohne sie ist die bemannte Raumfahrt nur schwer möglich.

Mein Fazit:

Die persönlichen Schicksale der drei Frauen sind eng mit der bemannten Raumfahrt in den USA verknüpft und dennoch stehen sie für viele Menschen, die trotz hoher Intelligenz und Ausbildung nicht ihren Teil zur gesellschaftlichen Entwicklung beitragen konnten, weil sie eben farbig waren. Ein trauriges Kapitel in der Geschichte der USA, das bekanntermaßen bis heute noch nicht ganz abgeschlossen ist.

Die demütigende Behandlung der Weißen gegenüber den Farbigen tat mir in der Seele weh. Manchmal erschien es mir unmenschlich und die Frauen (Männer und Kinder) ertrugen es mit einer stoischen Ruhe. Von Gelassenheit kann man hier nicht reden. Die stierenden Blicke, die respektlose Ansprache und das Unverständnis darüber, warum Frauen (insbesondere Farbige) besser rechnen konnten als die Männer, war oft zu sehen und zu spüren. Und doch haben die drei Frauen, stellvertretend für viele andere, ihren Mut bewiesen und für das eingestanden, was eigentlich schon längst überfällig ist (aber bis heute offenbar nicht überall Gültigkeit hat).

Darüber hinaus zeigt der Film auch, welchen Stolz die amerikanische Nation hat(te). Die NASA wurde mitten ins Herz getroffen, als die russischen Kollegen als erste den bemannten Raumflug absolvierten. Gleich wurde von Spionage und Invasion der Russen gesprochen, das Misstrauen war groß und die Kinder mussten in der Schule Übungen zum Schutz vor Angriffen absolvieren.

Die Atmosphäre der damaligen Zeit, die Kleider, Autos, ja, sogar die furchtbaren Brillengestelle, wurde wunderbar ins Szene gesetzt. Auch das Privatleben der Frauen wird beleuchtet, allerdings ist dieses Thema eher zweitranging. Im Vordergrund steht der Kampf gegen die ungerechte Behandlung und der Missachtung ihrer Talente.

Gelegentlich kommt ein bisschen Pathos durch. Und die kleinen Veränderungen zu Gunsten der Farbigen kommen nur in kleinen Schritten, aber sie machten in der damaligen Zeit Mut. Und ich bewundere die Frauen, die damals den beschwerlichen Weg gingen und sich nicht alles Gefallen ließen. Das nennt man Standpunkt und Rückgrat! Heute, am Ende ihres Lebens oder nach dem Tod, werden sie entsprechend geehrt. Besser spät als nie!

Ein Film hat mich sehr bewegt und nachdenklich gestimmt. Ich kann ihn mit ganzem Herzen empfehlen und bewerte ihn mit 95%.

Veröffentlicht am 04.06.20!

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