Susan Elisabeth Phillips: Und wenn sie tanzt

Und wenn sie tanzt Book Cover Und wenn sie tanzt
Susan Elizabeth Phillips
2020
Lovestory
Blanvalet TB Verlag
512
Dance away with me (2020)
Claudia Geng
3734103436

Inhaltsangabe:

Nach dem Tod ihres Mannes Trav hat die ausgebildete Hebamme Tess Hartsong ihr gesamtes Hab und Gut verkauft und hat sich eine kleine Hütte am Runaway Mountain in Tennessee gekauft. In der Einsamkeit der Berge will sie ihre Trauer verarbeiten und wenn sie es nicht mehr aushält, tanzt sie dazu.

Ian North, der Vierte, hat sich ebenfalls in die Berge zurückgezogen, um wieder zur Kunst zu finden. Der berühmte Street Art Künstler hat den Weg in sein Inneres verloren und erhofft sich in der Einsamkeit neue Inspiration. Aus reiner Freundschaft heraus hat er seine frühere Lebensretterin Bianca mitgenommen, die allerdings schon bald ihr Baby erwartet.

Tess und Ian machen durch die laute Musik ihre erst unrühmliche Bekanntschaft. Und nur durch Biancas Sanftmut und Zustand eskaliert die Situation nicht weiter. Allerdings wird ihre Bekanntschaft auf ungewöhnliche Weise vertieft, als bei einem Sturm die Wehen einsetzen und die kleine Wren viel zu früh geboren wird.

Bianca verstirbt unerwartet, ohne das Tess es verhindern kann. Ian sorgt dafür, dass Wren nicht allein im Krankenhaus ist, da er Tess als Kindermädchen engagiert. Aber dann verschwindet er. Wird Ian sich doch noch dem kleinen süßen Mädchen annehmen? Was wird aus ihr? Kann sie in der kleinen Stadt Tempest, nach allem, was geschehen ist, noch bleiben?

Mein Fazit:

Hach, eine wunderbare Geschichte!

Das beginnt ja alles so völlig harmlos und unschuldig. Zwei Menschen treffen aufeinander und es fliegen die Fetzen. Herrlich, so entsteht Liebe! Gott sei Dank wird es den Figuren und auch mir als Leserin nicht immer leicht gemacht, das wirklich zu erkennen.

Während mein Herz schnell für Tess (und später für die kleine Wren) schlug, blieb Ian North, der Vierte, mir lange Zeit ein Rätsel. Denn eigentlich hat er ja ein gutes Herz, nur konnte er es nicht immer so zeigen. In seiner Kindheit erfährt er brutale Gewalterfahrung, da hilft es auch nicht, dass seine Familie stinkreich ist. Sein Wesen schreit danach, die Gefühle zu transportieren, der in sich fühlt und die Spraydose wird sein ständiger Begleiter. Ian North kam mit dem Gesetz in Konflikt, wurde enterbt und rutschte in die Drogensucht ab. Er hat buchstäblich am Abgrund gestanden und nur damit ist seine zur Schau gestellte Gefühlskälte zu erklären.

Und er macht lange Zeit den Eindruck, als wolle er sich der Verantwortung entziehen. Aber Tess mit ihrem Beschützerinstinkt für das kleine Wesen und ihre Verantwortung für ihre Mitmenschen machen sie sympathischer und Ian zu einem emotionalen Scheusal. Ja, das muss einfach mal gesagt werden.

Doch Wren lehrt sie beide eines Besseren. Das kleine Mädchen verändert das Leben aller Beteiligten, und dafür brauchte sie nichts weiter tun als da sein und atmen. Alle Figuren, so verschroben sie auch sind, entwickeln sich weiter und konnten mich um den kleinen Finger wickeln. Kleine überraschende Wendungen nehmen der Geschichte die Vorsehbarkeit. Damit blieb es bis zum Ende spannend.

Ein wunderbares Buch über das Leben und die Liebe und wie man emotionale Narben pflegt, ohne dabei andere Menschen vor den Kopf zu stoßen. Ich habe es von der ersten bis zur letzten Seite genossen und wurde wunderbar unterhalten. Die Dialoge sind einfach spritzig und fetzig, ich wünschte, mir würden manchmal solch‘ intelligente Antworten einfallen.

Fünf Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.

Veröffentlicht am 05.07.20!

3 Gedanken zu „Susan Elisabeth Phillips: Und wenn sie tanzt“

  1. Liebe Elke,
    von diesem Buch habe ich bisher noch nichts gehört. Toll, dass es dich so überzeugen konnte! Ich werde mir mal die Leseprobe herunterladen und schauen, ob es auch was für mich wäre. Ich lese sehr selten Liebesgeschichten, da mir die meisten zu kitschig sind. Diese ist das wohl nicht, wie du schreibst.
    GlG, monerl

    1. Liebe Monerl,
      vielen Dank für Dein Besuch und Kommentar.
      Sie schreibt sehr humorvoll, spritzig und lässt ihre Figuren sich immer entwickeln. Kitschig sind sie nicht unbedingt, aber schön und witzig!
      Versuch‘ es mal. Liebe Grüße, Elke!

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