Late Night – Die Show ihres Lebens

Late Night - Die Show ihres Lebens Book Cover Late Night - Die Show ihres Lebens
2019
Drama
Late Night
102 Minuten
USA
Nisha Ganatra
Mindy Kaling
Emma Thompson, Mindy Kaling, John Lithgow, u.v.a.

Inhaltsangabe:

Katherine Newbury (Emma Thompson) ist seit Jahrzehnten Talkshow-Moderatorin, doch eigentlich zehrt sie nur noch von ihren früheren Erfolgen. Der Sender, allen voran ihre Chefin Caroline Morton (Amy Ryan), setzt ihr ordentlich zu. Sie soll abgesetzt werden.

Ihr Berater Brad (Denis O’Hare) rät Katherine, das ausschließlich männliche und weiße Autoren-Team zu ergänzen, mit einer weiblichen Autorin. Durch Zufall erhält Molly Patel (Mindy Kaling) den Job, obwohl sie weder Erfahrung hat noch Erfolge vorweisen kann. Einzig gelegentliche Comedian-Auftritte bei Wohltätigkeitsveranstaltungen hat sie absolviert.

Molly eckt mit ihrer ehrlichen Meinung und ihren Eindrücken an. Auch Katherine hat so ihre Probleme mit der jungen Frau, die so völlig unvoreingenommen und unkonventionell ist. Aber Molly hinterlässt Spuren. Sie beeindruckt ihre Kollegen und macht auch erste unangenehme Erfahrungen mit dem Showbusiness.

Katherine hat jedoch nicht nur eine weiße Weste und als ein Skandal die Klatschblätter füllt, steht alles auf Kippe. Schließlich feuert sie Molly und muss sich entscheiden, wie sie mit ihrer Zukunft umgeht.

Mein Fazit:

Mal in Blick hinter die Kulissen geworfen!

Talkshow-Moderatorin scheint ein anstrengender Job zu sein. Und wenn eine Person tagtäglich auf der Bühne steht, haben sehr viele Menschen im Hintergrund hart gearbeitet. Themen herausfischen und täglich immer wieder neu entscheiden, mischt man sich in die aktuelle Politik ein oder gehen noch ein paar alte Gags? Kann man sich als Comedian aus den Themen heraushalten, die Menschen vor dem Bildschirm bewegen? Oder will man sie mit teils flachen Witzen einfach nur unterhalten?

Katherine Newbury, Britin und mit Leib und Seele Moderatorin, ist eine kaltherzige Zynikerin, die kaum auf die Bedürfnisse ihrer Autoren eingeht und teilweise sogar nicht mitbekommt, wenn gravierende Ereignisse passieren. Im Grunde interessiert sie sich nur für sich selbst. Auch der neumodische Kram, genannt Social Media, ist nicht so ganz ihr Ding. Aber um weiter erfolgreich zu sein, muss sie gerade das jüngere Publikum begeistern und was liegt da näher als eine junge und frische Autorin einzustellen, dessen Kopf noch voller Ideale ist!

Molly hat Katherine ihr Leben lang bewundert, ja, ist sogar in der Lage, einige Passagen von ihr zu rezitieren. Allerdings beeindruckt das Katherine überhaupt nicht. Zuerst hält sie an ihren steifen Ritualen fest, stößt dabei aber selbst an ihre Grenzen. Es müssen neue Ideen her, bevor ihre Zeit beim Sender abläuft. Die Show will sie behalten, aber was muss sie dafür opfern? Molly gibt ihr die entscheidenden Impulse, doch es dauert, ehe sie erkennt, dass gerade Molly mit ihrer Unerfahrenheit und dem Blick für das Wesentliche genau das Richtige ist. Molly gibt ihr Widerworte und hält ihr den Spiegel vor. Das ist sie von Autoren nicht gewohnt, aber es ist genau das, was sie braucht.

Der Film ist interessant, bietet er doch tiefe Einblicke in das Milieu. Es ist alles nur auf Illusion aufgebaut. Emma Thompson, von mir tief verehrt, kommt für mich leider nicht sehr überzeugend rüber. Ich habe mir von ihrer Rolle einfach mehr erhofft. Ich weiß, dass sie es kann, daher vermute ich, dass das Drehbuch oder die Regie sie daran hinderten, ihr Potential auszuschöpfen. Molly hingegen fand ich reizend und es war auch erfrischend zu sehen, wie sie sich im Haifisch-Becken des Autoren-Teams geschlagen hat. Molly konnte mein Herz wesentlich mehr berühren und meine Sympathien sind ihr zugeflogen. Der Film bietet auch einige Gags, die ich allerdings nicht verstand oder nicht witzig fand. Es ging zum Teil auch unter die Gürtellinie. Nun ja.

Insgesamt gesehen wurde ich zwar unterhalten, aber man konnte mich nicht überzeugen. Daher gibt es nur magere 75%. Der Wiedersehensfaktor ist eher mäßig.

Veröffentlicht am 09.07.20!

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