The Ledge

The Ledge Book Cover The Ledge
2011
Drama
101 Minuten
USA, Deutschland, Saudi Arabien
Matthew Chapman
Matthew Chapman
Charlie Hunnam, Terrence Howard, Patrick Wilson, u.v.a.

Inhaltsangabe:

Gavin Nichols (Charlie Hunnam) klettert auf das Dach eines hohen Hauses und will offensichtlich Selbstmord begehen. Det. Hollis Lucetti (Terrence Howard) wird zu diesem Fall gerufen, obwohl es ihm gerade nicht sonderlich gut geht. Er hat am frühen Morgen erfahren, dass er sein Leben lang schon zeugungsunfähig ist und fragt sich daher, von wem die zwei Kinder sind, die er mit seiner Frau groß zieht.

Nach anfänglichem Zögern beginnt Gavin zu erzählen, warum er auf dem Dach steht. Er soll dort bis 12 Uhr verweilen. Und wenn er nicht möchte, dass jemand stirbt, soll er um 12 Uhr vom Dach springen. Hollis ermuntert Gavin, ihm die ganze Geschichte zu erzählen.

Es junges Paar – Shana (Liv Tyler) und Joe Harris (Patrick Wilson) – ist nebenan in die Wohnung gezogen. Gavin und sein Kumpel Chris (Christopher Gorham), der schwul ist, sind neugierig auf die neuen Nachbarn. Zufällig bittet Shana um einen Job, in dem Gavin als Hotelmanager arbeitet.

Gavin und Chris werden von den Harris‘ zum Abendessen eingeladen, was in einem Fiasko endet. Joe entpuppt sich als fanatischer Christ, der die Homosexualität für eine Sünde hält. Stetige Diskussionen sind von unterschwelliger Bedrohung begleitet. Dennoch kann Gavin es nicht verhindern, dass er sich in Shana verliebt. Und er kann sein Glück nicht fassen, auch sie scheint in ihn verliebt zu sein. Aber die Affäre bleibt niemanden verborgen, und schon gar nicht Joe.

Mein Fazit:

Ich bekenne mich schuldig, ich bin ein glühender Fan von Charlie Hunnam, auch wenn er eigentlich –zumindest optisch gesehen- gar nicht zu meinem bevorzugten Beuteschema gehört. Aber der Mann hat einfach was.

In The Ledge wird die Geschichte von Gavin und Shana erzählt, die sich unter völlig normalen Umständen kennen lernen. Es beginnt alles ganz harmlos, neue Nachbarn, man stellt sich vor und lädt sich zum Abendessen ein. Aber dann geht die Bombe hoch: Der Ehemann Joe beleidigt die Gäste mit seinem Fanatismus. Und Shana scheint immer zu spüren, was gerade ansteht, denn sie verhält sich devot und versucht die Situation stets zu deeskalieren.

Die Bedrohung ist unterschwellig spürbar und Gavin will eigentlich in nichts reingezogen werden, hat er doch sein eigenes Päckchen zu tragen. Aber Shana übt einen besonderen Reiz aus und so verfällt er ihr allmählich und sein Verantwortungsbewusstsein bringt ihn schließlich aufs Dach, wo der dem Detective seine Geschichte erzählt. Hollis hat aber selbst gerade seine Probleme. Seine Frau hat ihm zwei Kinder geschenkt, die gar nicht seine sind. Als ihm das bewusst wird, ist er erschüttert. Wie soll er damit umgehen? Seine Frau hat ihn betrogen und wie soll er ihr in die Augen schauen und glauben, als sie sagte: Sie wolle ihn nicht verlieren?

Die menschlichen Abgründe in diese Geschichte sind erschütternd. Niemand wurde vom Leben verschont und doch stehen sie nun da und versuchen es zu kitten. Zu welchem Preis? Zu welchem Opfer sind sie bereit? Das ist die Frage, die erst zum Schluss beantwortet wird und der rote Faden in der Geschichte darstellt. Schon im Vorfeld beginnt man abzuwägen: Tut er es oder tut er es nicht?

Alle Darsteller haben überzeugend gespielt, einzig die Polizei wurde in einem guten Licht dargestellt. Was sie am Ende taten, hätten sie auch schon Stunden vorher tun und somit das Drama schnell beenden können. Aber gut, es brauchte ja auch ein bisschen Spannung. Die menschlichen Schicksale in diesem Film lassen einen nicht kalt. Insgesamt wirkt der Film wie aus dem Leben gegriffen, das kann sich jederzeit überall abspielen. Für die überzeugende Leistung der Darsteller und dem intensiven Drehbuch gebe ich 90%.

Veröffentlicht am 18.07.20!

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