Dieses Mädchen ist für alle da

Dieses Mädchen ist für alle da Book Cover Dieses Mädchen ist für alle da
1966
Drama
This Property Is Condemned
110 Minuten
USA
Sydney Pollack
Francis Ford Coppola, Fred Coe, Edith Sommer
Natalie Wood, Robert Redford, Charles Bronson, u.v.a.
29.06.2010
von Tennessee Williams

Inhaltsangabe:

In dem kleinen Örtchen Dodson in Mississippi sind alle mehr oder weniger von der Eisenbahn abhängig. Doch die Rezession hält auch dort Einzug und es schwebt das Damokleschwert der Massenentlassungen über ihnen.

Um sich von der Sorgen abzulenken, amüsieren sich alle in der Pension von Hazel Starr (Kate Reid). Doch auch sie kann den Zerfall nicht aufhalten und hofft somit, das ihre Tochter Alva (Natalie Wood) den reichen Johnson (John Harding) bezirzt, damit sie aus der Armseligkeit herauskommen.

Alva hingegen lässt sich von allen drücken, knuddeln und abknutschen. Sie ist eine Dorfschönheit und verdreht jedem mehr oder weniger den Kopf. Doch niemand kann ihr wirkliches Interesse erwecken, bis der Eisenbahnangestellte Owen Legate (Robert Redford) auftaucht. Doch ausgerechnet dieser ist damit beauftragt, die Arbeiter zu entlassen.

Alva verliebt sich in Owen, doch viele Hürden hindern sie, mit ihm nach New Orleans zu gehen, allen voran ihre kaltherzige Mutter, die nicht an das Glück ihrer Tochter, sondern nur an sich selbst denkt.

Mein Fazit:

Ein sehr interessanter Film mit einer tollen Natalie Wood.

Natalie Wood war auch im wahren Leben eine tragische Figur. In diesem Film hat sie wohl vieles von sich selbst hineingegeben, denn Alva ist zwar eine Dorfschönheit, aber das ist ihr alles zu oberflächlich. Sie trauert ihrem Vater nach, der die Familie irgendwann verlassen hat und hat den Traum, nur einmal in New Orleans zu sein. Doch die Mutter, selbst ziemlich verloddert und nicht gerade das große Vorbild für ihre Kinder, raubt ihr jeden Traum. Einmal sagte Alva zu Owen, sie fühle sich begraben und das trifft es wohl im Kern. Und dann lernt sie den smarten Owen kennen, der jedoch nicht nur Glück in ihr Leben bringt, sondern Unglück für die Pensions-Gäste ihrer Mutter.

Die innere Zerrissenheit, die Träume, Traurigkeit und Mutlosigkeit spiegelt sich in jeder Minute ihrer Presenz wider. Damit zeigt sie nicht nur von sich selbst viel, die Alva, sondern gibt gleichzeit Einblick in das Millieu. Das wunderbare Amerika wird kritisch beäugt, die Armut und Härte des Lebens wird sichtbar in den alten Häusern, in den verhärmten Gesichtern der schwerarbeitenden Männern (allen voran Charles Bronson als J.J. Nichols) und letztendlich auch in der Tatsache, das diese Männer alles mit einem einzigen Scheck verlieren.

Dies ist ein kleiner Geheimtipp, der nicht Jedermanns Geschmack sein wird, mir hat er aber sehr gut gefallen durch Natalie Wood ihre grandiose Darstellung als Alva Starr. Von mir bekommt der Film 90%.

Veröffentlicht am 15.11.20!

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