Evas verlorene Jahre
Oktober 2022
Belletristik
Independently published
Schwartz & Roth - Teil 1
448
eBook
B0B8HZK56Y
Inhaltsangabe:
Frankfurt 2010: Der pensionierte Kommissar Johannes Schwartz versinkt in Trauer um seine verstorbene Frau. Die Enkelin Lisa schließlich schafft es, ihn ein wenig aus seiner Lethargie herauszuholen. Die neueingestellte Putzfrau Jelena macht Johannes auf eine Kiste mit alten Akten aufmerksam und da hat er plötzlich eine Idee!
Glashütte/ Frankfurt 1992: Die junge Eva Herzog lernt auf der Messe in Bern Oliver Sonnenfeldt kennen. Sie ist Uhrmachermeisterin und er besitzt und leitet eine Uhrenmanufaktur. Sie verlieben sich und beschließen, gemeinsam das Leben in Frankfurt zu meistern.
Doch diese Verbindung wird nicht von allen gerne gesehen und so wird der Tragödie noch etwas nachgeholfen! Oliver Sonnenfeldt wird tot im Pool gefunden und Eva zu lebenslänglich für Mord verurteilt.
Mein Fazit:
Ich ringe um Worte. Als ich den Klappentext gelesen habe, stellte ich mir eine etwas andere Geschichte vor. Ja, dunkle Familiengeheimnisse finde ich klasse und dann ein pensionierter Polizist mit Cold Cases im Karton, super Kombination!
Die Idee mit den „pensionierten Ermittlern“ (einer ist Polizist, der andere Anwalt) ist an sich eine großartige Sache! Allerdings erwarte ich dann auch ein bisschen mehr Recherche, wie Ermittlungsarbeit aussieht. Und damit die Glaubwürdigkeit gewahrt wird, auch ein bisschen mehr Tiefgang bei den Fällen. Der hier vorliegende Fall wäre in der Realität niemals mit einem solchen Urteil beendet gewesen. Selbst als Laie weiß ich das mit Gewissheit. Es wirkte arg konstruiert und oberflächlich!
Die Geschichte ist zum Teil auch umgangssprachlich geschildert worden. In den Dialogen ist es auch völlig okay. Die Örtlichkeiten bleiben vage, keine Stadtteil- oder Straßennamen, bis auf wirklich bekannte Sehenswürdigkeiten hätte es in jeder beliebigen Stadt spielen können.
Johannes Schwartz ist mir nur bis zu dem Augenblick sympathisch gewesen, bis er mit der Faust auf den Tisch gehauen hat. Und die Putzfrau Jelena ist schon nach ein paar Tagen bei ihm eingezogen. Großes Haus hin oder her – aber für mich ist das eine eindeutige und völlig unnötige Grenzüberschreitung. Diese Entwicklung ist für mich auch unrealistisch. Was anderes ist es, wenn jemand 24 Stunden gepflegt werden muss. Dass dann jemand mit im Haushalt lebt, kann ich nachvollziehen. Aber eine Putzfrau? Nein!
Ich habe mich mit diesem Roman schwergetan und vermutlich werde ich die Folgebände nicht (mehr) lesen! Es ist sehr schade, denn die Idee ist eigentlich ganz reizend! Aber dafür müsste die Autorin viel mehr Zeit für Recherche aufbringen und realistischere Ermittlungsarbeit schildern.
Dieser Band bekommt drei Sterne und nur eine bedingt Empfehlung!
Veröffentlicht am 28.06.25!