Mechtild Borrmann: Lebensbande

Lebensbande Book Cover Lebensbande
Mechtild Borrmann
2025
Belletristik
Droemer Verlag
255
Hardcover
9783426282205

Inhaltsangabe:

Kurz nach der Wiedervereinigung in Kühlungsborn: Eine betagte Dame, inzwischen Witwe, hat Post bekommen. Ein entfernter Verwandter, der sie nun endlich durch das Rote Kreuz gefunden hat, möchte Kontakt zu ihr aufnehmen. Die Dame jedoch graut vor dem Besuch. Denn sie ist nicht die, die sie vorgibt zu sein. Sie kauft sich ein Heft, um ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben.

Am Niederrhein 1931: Die junge Bauerstochter Lene hat sich in den windigen Holländer Joop verliebt. Da die Familie die Verbindung in keinem Falle toleriert, wird sie zu Verwandten nach Ratingen geschickt. Dort trifft sie die Cousine Nora, die eine Ausbildung zur Krankenschwester macht.

Aufgrund von Missverständnissen wendet Lene sich von Joop ab und Franz zu. Das Techtelmechtel bleibt nicht ohne Folgen: Schnell wird geheiratet, damit das Kind nicht unehelich zur Welt kommt. Doch die Geburt ist nicht einfach und schon bald wird klar, dass Leo Schwierigkeiten in gewissen Dingen hat.

Die Nationalsozialisten möchten sich um Leo „kümmern“. Nora als Krankenschwester hat eine Ahnung, wie das aussehen soll. In einer ruhigen Minute trifft sie eine Entscheidung, die sie ihr gesamtes weiteres Leben bestimmt!

Mein Fazit:

Diese Geschichte hat mich eingesogen! Innerhalb von zwei Tagen war es ausgelesen und ich war gefühlt durch die Zeit gereist – mit Haut und Haaren!

Das Buch hat nur 288 Seiten, dafür sind da so viele Informationen drin, die ein lebendiges Bild der damaligen Zeit beschreiben: Die beschwerlichen Jahre während und nach dem Krieg; die Atmosphäre mit den herrschenden Nationalsozialisten und die anschließende Zeit in Russland. Mit allen Figuren habe ich mitgelitten und ihre Entscheidungen mitgefühlt. Sie waren für mich so greifbar, als würden sie neben mir sitzen und ihre Geschichten erzählen.

Die Autorin ist zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her gesprungen. Lange Zeit war mir nicht klar, wer in der Gegenwart seine Lebensgeschichte aufschreibt und Angst vor Begegnungen hat. Am Ende wird deutlich, wie sehr die drei Frauen (Lieselotte fehlt in meiner Inhaltsangabe) miteinander verknüpft sind. Ein Ereignis während des Krieges wirkt bis in die Gegenwart nach.

Die Autorin erklärt, dass die Geschichte fiktional ist, aber tatsächliche Ereignisse verarbeitet wurden. So viele Geschichten aus dieser Zeit, die auch die Grausamkeit und Brutalität des Regimes verdeutlichen. Diese Ideologie ist leider wieder auf dem Vormarsch, aber ich hoffe, es wird nicht bis zum Äußersten kommen.

Ich bedanke mich beim Droemer Verlag für das Rezie-Exemplar. Ich vergebe fünf Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.

Veröffentlicht am 08.11.25!

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