Ines Thorn: Die Buchhändlerin

Die Buchhändlerin Book Cover Die Buchhändlerin
Ines Thorn
2021
Historisch Allgemein
Argon Verlag
Die Buchhändlerin - Teil 1
Hörbuch
9783732455621
Verena Wolfien
9 Std. und 14 Min.

Inhaltsangabe:

Frankfurt am Main: dass die Liebe zu Büchern fatale Konsequenzen haben kann, erlebt Christa Schwertfeger zu Beginn des Krieges: Ihr Onkel Martin hatte noch ein verbotenes Buch in seiner Buchhandlung. Dafür wurde er ins Konzentrationslager interniert und später zur Zwangsarbeit bei den Adler-Werken verurteilt.

Erst nach der Befreiung durch die amerikanischen Streitkräfte durfte Martin wieder seine Buchhandlung unter seinem Namen öffnen. Christa möchte gerne studieren und kann es kaum erwarten, dass die Universität wieder öffnet. Doch dort sind noch immer die Professoren aus der Kriegszeit.

Ihr Vater bleibt auch nach dem Krieg verschollen und zu ihnen gesellt sich Heinz, ein kleiner Junge, dessen Eltern offenbar auf der Flucht verstorben sind. Sie nehmen ihn auf und können die Vormundschaft erhalten. Christa macht die Bekanntschaft mit Jago, einem angehenden Dichter, der in einer der Ruinen lebt. Die Nachkriegswirren erfordern von Christa immer wieder schwierige Entscheidungen. Und als Frau hat sie es doppelt so schwer.

Unermüdlich muss sie für sich einstehen und oft genug hadert sie mit sich selbst.

Mein Fazit:

Die Geschichten von Ines Thorn behandeln immer wieder ein anderes Thema. Dieses Mal verschlägt es uns nach Frankfurt am Main während des Zweiten Weltkrieges und der Zeit danach. Und es geht um Bücher – die Liebe zur Literatur und die Lebendigkeit der Wörter.

Christa ist ein Kind ihrer Zeit. Ihr Vater ist im Krieg geblieben, vermutlich tot. Onkel Martin war offenbar nicht kriegstüchtig und führte die Buchhandlung im Hause. Mutter Helene kümmert sich um den Haushalt und die Buchhaltung in den benachbarten Geschäften. Helene möchte ihre Tochter gut verheiratet wissen und schickt sie auf die Brautschule. Dabei möchte Christa lieber als Lektorin arbeiten. Doch schon das Studium ist nicht zu absolvieren, wenn sie mit fadenscheinigen Begründungen der Universität verwiesen wird.

Die Ereignisse um die Familie Schwertfeger bilden die gesamte Palette an gesellschaftlichen Konventionen in der damaligen Zeit ab. Onkel Martin ist homosexuell und bringt damit viele Probleme mit, die auch Christa betreffen. Dann ist die schlechte medizinische Versorgung nach dem Krieg ebenfalls Thema und auch da muss Christa schwierige Entscheidungen treffen. Und was ihr Lebensweg angeht, so hat ihr Onkel auch großen Einfluss darauf.

Ohne Schnörkel, aber mit einer emotionalen Tiefe erzählt die Autorin von einer typische deutsche Familie nach dem Krieg, die wieder Fuß fassen muss. Ich konnte sie im Hörbuch durch alle Höhen und Tiefen begleiten. Die Vorleserin Verena Wolfien hat es wunderbar vertont und mich in jeder Minute mitgenommen.

Ich freue mich auf die Fortsetzung, diese Geschichte bekommt von mir fünf Sterne und eine klare Hör-Empfehlung.

Veröffentlicht am 19.11.25!

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