Lolly Winston: Himmelblau und Rabenschwarz

Himmelblau und Rabenschwarz Book Cover Himmelblau und Rabenschwarz
Lolly Winston
2006
Belletristik
Knaur
464
3426511061
Good Grief (2004)
Georgia Sommerfeld

Inhaltsangabe:

Sophie Stanton ist Witwe geworden. Ihr Mann Ethan konnte den Krebs nicht besiegen und lässt sie nun allein zurück. Die ersten Feiertage nach seinem Tod machen es ihr besonders schwer und sie verfällt in eine tiefe Depression.

Als sie schließlich im Bademantel und Häschenpantoffeln auf der Arbeit erscheint, wird ihr klar, dass sie Entscheidungen treffen muss. Sie wird für drei Monate beurlaubt, ihr Vater reist von der Ostküste an und hilft ihr, sich wieder zurecht zu finden. Das Haus verkauft sie, packt ihre und Ethans Habseligkeiten ein und zieht zu ihrer Freundin Ruth nach Ashland in Oregon.

Die Trauer verfolgt sie auch ins neue Leben, das noch etwas planlos ist. Sie braucht einen Job und eine neue Perspektive. Und sie braucht Menschen um sich herum. Alles findet sie in Ashland, doch nur schwer lässt sie los und viele Rückschläge ebnen ihren Weg, ehe sie weiß, was sie will.

Mein Fazit:

Der Roman hat nun um die 15 Jahre auf meinem SuB geschlummert. Ich glaube, zu Forums-Zeiten hatte ich es mir als Wichtelgeschenk gewünscht. Aber sicher bin ich mir nicht. Und die Gelegenheit war günstig, dass ich es in den Tagen des Jahres 2025 lesen wollte.

Nach der langen Zeit hatte ich keine Erwartungen mehr an die Geschichte. Vielleicht hatte ich mir ein paar Weisheiten erhofft oder eine berührende Liebesgeschichte. Stattdessen las ich eine Geschichte von einer Frau, die mir von Anfang bis Ende fremd blieb. Wer sie wirklich war, konnte ich nicht richtig greifen. Sie war Halbwaise und Ethans Frau. Dazwischen gibt es noch so viel, aber leider nicht in dieser Geschichte. Erinnerungen an die Ehe wurden eher kurz und so beiläufig erwähnt, genauso wie Kindheitserinnerungen. Dafür springt Sophie als Ich-Erzählerin häufig hin- und her.

Trauer ist etwas sehr Individuelles und das wird auch in diesem Buch klar. Es ist auch eine Haltungs-Sache, den besonderen Umständen geschuldet und wie man damit umgehen kann. Deswegen kann ich diesen Teil auch nicht bewerten. Sophies Weg ist für mich nachvollziehbar, allerdings ging mir die ständige Erwähnung, dass sie Witwe ist, irgendwann auch auf den Keks. Das wird schon gleich zu Anfang der Geschichte deutlich, man muss es nicht ständig wiederholen.

Die Autorin hat viele Personen in die Geschichte mit eingewoben, die für Sophie wichtig und interessant sind. Gelegentlich flattern die Figuren als rote Fäden durch das Buch und erst zum Ende hin wird es zu einem stimmigen Ganzen. Aber bis dahin muss man ein bisschen Geduld haben.

Schade, das Thema und auch die Kulisse bieten gute Rahmenbedingungen, aber die Protagonistin konnte mich leider nicht berühren und mitnehmen. So sind es nur drei Sterne geworden.

Veröffentlicht am 03.01.26!

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