Milk
2008
Wahre Begebenheit
128 Minuten
USA
Gus Van Sant
Dustin Lance Black
Sean Penn, James Franco, Emile Hirsch, Josh Brolin, u.v.a.
Inhaltsangabe:
1970, New York: An seinem 39.ten Geburtstag lernt Harvey Milk (Sean Penn) in New York Scott Smith (James Franco) kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick und gemeinsam ziehen sie nach San Francisco und eröffnen ein Foto-Geschäft.
Die Missstände in dem Viertel gegenüber Schwulen und Lesben sind eklatant und Harvey fühlt sich immer mehr und mehr dazu berufen, sich politisch zu engagieren. Er beginnt ein Team um sich zu bilden, um den Wahlkampf zu organisieren. Er nutzt kleinere und größere Unruhen für seine Agenda und versucht, die Stimme des Volkes zu sein, deren Bürgerrechte immer mehr und mehr beschnitten werden sollen.
Erst mit Anne Kronenberg (Alison Pill) als neue Wahlkampfmanagerin gelingt Harvey im dritten Anlauf das, was vorher noch keinem gelungen war: Er wird der erste Homosexuelle, der in ein politisches Amt gewählt wird. Inzwischen haben andere politische Kaliber die Säbel gewetzt und wollen der immer stärker werden Bewegung Einhalt gebieten und ihnen alle Rechte entziehen!
Harvey und sein großes Team kämpfen um jede Stimme und um jedes Gesetz, das ihnen alle Bürgerrechte garantiert! Alles hat jedoch seinen Preis und nicht jeder möchte mit ihm zusammenarbeiten!
Mein Fazit:
Ein aufwühlender Film, der schonungslos die damalige Atmosphäre wiedergab.
Schwulen und Lesben waren ständig Repressalien ausgesetzt. Es konnte Existenzen vernichten, wenn man von der Sittenpolizei erwischt wurde. Die Stigmata waren besonders groß und so war es nicht verwunderlich, das in San Francisco im Stadtteil Castro fast schon ein Ghetto entstand. In dieser Zeit fand ein aufstrebender Politier den Mut, sich für die Rechte von Schwulen und Lesben einzusetzen.
Die Person wurde von Sean Penn verkörpert, der -so schien es zuweilen- ganz in der Rolle aufging. Es wirkte so glaubhaft und authentisch, als wäre er tatsächlich Harvey Milk! Ja, dass er dafür einen Oscar bekam, ist nicht nur ein Segen für Sean Penn, sondern auch für die Bewegung insgesamt. Persönliche Schicksale, heimliche Träume und Sehnsüchte und natürlich auch der Wunsch nach Veränderung und Gleichberechtigung, das trieb Harvey Milk und sein Team an.
Der Film wirkte manchmal dokumentarisch, als ob Original-Filmaufnahmen mit eingebaut wurden. Es erzeugte eine dichte Atmosphäre und eine hohe Emotionalität. Die Kulissen, Frisuren und Kostüme wirken authentisch. Für mich war es fast ein bisschen wie eine Zeitreise. Gelegentlich stockte mir der Atem, manchmal war ich fassungslos und konnte Harvey Milk und seinem Team alles nachempfinden.
Der Film hat mich von der Qualität, vom Thema und der Umsetzung der wahren Geschichte tief beeindruckt. Sean Penns Wandlungsfähigkeit und Schauspielkunst wurden wunderbar dargestellt. Das Thema lässt kaum einen Menschen kalt.
Ich vergebe 95% und denke, das dieser Film durchaus Eingang in den Schulunterricht haben sollte.
Veröffentlicht am 11.02.26!