Emily St. John Mandel: Das Glashotel

Das Glashotel Book Cover Das Glashotel
Emily St. John Mandel
August 2021
Belletristik
Hörbuch Hamburg
Hörbuch
9783844928273
The glass hotel (2020)
Bernhard Robben
Jodie Ahlborn
10 Std. und 46 Min.

Inhaltsangabe:

Vincent Smith, an der kanadischen Westküste auf einer kleinen Insel aufgewachsen, arbeitet ausgerechnet auf eben dieser Insel, wo vor vielen Jahren ihre Mutter plötzlich verschwand. Das Glashotel ist nur über ein Taxiboot zu erreichen und bietet den Gästen absolute Abgeschiedenheit mit Blick auf die pure Wildnis im Kontrast zum eleganten Luxus.

Vincent arbeitet eines Abends in der Bar, als zwei Dinge passieren. Zum einen schreibt ein Unbekannter mit einem Ätzstift eine mysteriöse Botschaft an die Glasfront. Zum anderen lernt sie Jonathan Alkaitis, einen vermögenden Investor aus New York, kennen. Sie verlässt das Hotel, zieht zu Jonathan und kehrt nie wieder in die Heimat zurück. Für kleine Gefälligkeiten bietet er ihr ein Leben in Luxus ohne Trauschein oder Versprechen.

Doch schon bald ahnt sie, dass das Luxusleben nur von kurzer Dauer ist. Denn Alkaitis hat sein Vermögen durch Betrug aufgebaut – dem sogenannten Schneeballsystem. Das FBI und andere Behörden stehen bald in seinem Büro und nehmen ihn fest. Und damit reißt der Betrüger viele Menschen in die Armut oder sogar manche in den Selbstmord.

Mein Fazit:

Die zwei bisherigen Romane von Emily St. John Mandel konnten mich durchweg begeistern. Bei diesem bin ich leider zwiegespalten und womöglich habe ich das falsche Format gewählt. Es wäre sicher hilfreich gewesen, die eine oder andere Seite noch einmal nachlesen zu können.

Die Autorin hat -vermutlich- die Figur Jonathan Alkaitis an den wahren Betrüger Bernard L. Madoff angelehnt. Denn just zu diesem Zeitpunkt -wie im Buch- wurde Jonathan Alkaitis wegen Betrug verhaftet und hat eine schwindelerregend hohe Haftstrafe erhalten. Es war interessant zu erfahren, welchen Rattenschwanz es nach sich zog. Es wurden nicht nur reiche Investoren um ihr Geld geprellt. Auch normale, rechtschaffende Leute, die für das Alter gespart hatten, standen plötzlich vor dem Nichts. Das ist tragisch und hat sicherlich einen starken Bezug zur Realität.

Die Figur Vincent ist jedoch frei erfunden und ist mir bis zum Ende des Hörbuchs seltsam fremd geblieben. Sicherlich war es interessant zu hören, welche Leute sie traf und welche Entscheidungen für sie bedeutsam waren, aber es war auch stellenweise langweilig. Die Autorin verlor sich in vielen kleinen Nebengeschichten, die zwar alle entweder mit Vincent oder mit Jonathan zu tun hatten, aber deren Erzählungen nicht unbedingt zum Verstehen der Geschichte beitrug.

Jodie Ahlborn hat eine angenehme Stimme und hat die Geschichte intensiv vorgelesen, allerdings konnte auch das mich nicht mitreißen. Das Hörbuch konnte mich leider nicht mitnehmen und ließ mich eher ratlos zurück. Deshalb bekommt es nur drei Sterne.

Veröffentlicht am 20.05.26!

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