Viel Lärm um Nichts

Viel Lärm um Nichts (1993)
Originaltitel: Much Ado About Nothing

Regie: Kenneth Branagh
Drehbuch: Kenneth Branagh
Produktion: Kenneth Branagh, Stephen Evans, David Parfitt
Musik: Patrick Doyle
Kamera: Roger Lanser
Darsteller: Richard Briers, Emma Thompson, Denzel Washington, Robert Sean Leonard, Michael Keaton, Kate Beckinsale, u.v.a.
Dauer: 111 Minuten
Romanvorlage: „Viel Lärm um Nichts“ von William Shakespeare

Inhaltsangabe:

Der Prinz Don Pedro von Aragon (Denzel Washington) kehrt mit seinem Gefolge auf den Hof von Seigneur Leonato (Richard Briers) ein, um sich von einer Schlacht zu erholen. Darunter ist Claudio von Florence (Robert Sean Leonard), der sich auf der Stelle in die schöne Hero, die Tochter des Hauses (Kate Beckinsale) verliebt.

Aber es gibt auch noch andere hübsche Mädchen, unter anderem Beatrice (Emma Thompson). Diese jedoch ist gar nicht erhaben vom Anblick des Seigneur Benedick (Kenneth Branagh) und kaum stehen sie sich gegenüber, gegt das Gezanke und Geschimpfe los. Offensichtlich mögen sie sich nicht und erheitern damit alle Anwesenden.

Außer Don John (Keanu Reeves), der einen Groll gegen Don Pedro hegt und ihm als Rache die Hochzeit von Claudio und Hero vermasseln will. Während Don John also seine Intrigen schürrt, haben sich die übrigen verschworen, Benedick und Beatrice miteinander zu verkuppeln.

Es kommt zu vielen Überraschungen auf der Hochzeit von Hero und Claudio.

Mein Fazit:

Viele bekannte Darsteller hat Kenneth Branagh um sich gescharrt, um seine Adaption von „Viel Lärm um Nichts“ umzusetzen. Und es ist ihm ein wahres Feuerwerk an Witz und Komik gelungen, ohne das es aufgesetzt wirkt. Und das schöne ist auch noch, das es allen offenbar Spaß gemacht hat, an diesem Film mitzuwirken.

Vor allen Dingen hat mir Kenneth Branagh gefallen, der sich vorher so vehement gegen eine Ehe und die Liebe ausgesprochen hat, gerade zu mit Leidenschaft seinen Junggesellenstatus anpries und dann durch List und Tücke von der Liebe geläutert wurde. Wie leicht die Menschen doch zu maniepulieren sind.

Die Texte sind in altmodischer Form gesprochen, die Darsteller sind ausdrucksstark und present. Die Musik von Patrick Doyle hat das Bild der lebenslustigen Gruppe in den Bergen von Messina abgerundet. Wer sich einen schönen nachmittag machen möchte und auf Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau wert legt, liegt mit diesem Film nicht falsch.

Von mir bekommt das Werk 90%.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 30.04.2010!

Veröffentlicht am 03.02.20!




Evan Allmächtig

Evan Allmächtig (2007)
Originaltitel: Evan Almighty

Regie: Tom Shadyac
Drehbuch: Steve Oedekerk
Produktion: Gary Barber, Roger Birnbaum, Neal H. Moritz
Musik: John Debney
Kamera: Ian Baker
Darsteller: Steve Carell, Morgan Freeman, Lauren Graham, Johnny Simmons, Graham Phillips, Jimmy Bennett, u.v.a.
Dauer: 96 Minuten
Dies ist der 2. Teil der Allmächtig-Reihe.

Inhaltsangabe:

Evan Baxter (Steve Carell) ist gerade zum Kongreß-Abgeordneten gewählt worden und will mit seiner Frau Joan (Lauren Graham) und seinen drei Söhnen ein neues Leben beginnen. Am Abend vor dem ersten Arbeitstages schickt er eher verhaltene Christ ein Gebet zum Himmel, in der Hoffnung, das er allen Anforderungen, vor allen Dingen seinen Kindern gegenüber, gerecht werden kann.

Dann passieren sonderbare Dinge: Der Wecker klingelt viel früher, um 6.14 Uhr, er bekommt eine mysteriöse Holzkiste und Tier-Paare beginnen ihn zu verfolgen. Als Gott (Morgan Freeman) ihn aufsucht, glaubt er erst gar nicht, das er es wirklich ist. Gott hat gerade einen Stapel Holz geschickt und immer mehr Tier-Paare, vor allen Dingen Vögel, verfolgen ihn.

Als dann auch noch sein Bart unaufhörlich wächst und er immer sonderbarer wird, weiß es er nun wirklich: Gott möchte, das er eine Arche baut. Denn am 22. September soll eine Sintflut kommen. Leider kollidiert es mit seinem Job, denn der Vorsitzende des Umwelt-Ausschusses, gespielt von John Goodman, will ihn für ein Gesetz gewinnen, das eigentlich eher gegen die Natur ist – aus Profitgier.

Aber Gott ist unbarmherzig. Er lässt Evans Haar weiter wachsen, schenkt ihm ein Gewand wie es einst Noah getragen hat. Evan hat keine Wahl, er muss die Arche bauen und macht sich damit zum Gespött der Nachbarn und ganz Washington.

Mein Fazit:

Dies ist eine herzerfrischende Komödie mit einem tieferen Sinn.

Evan ist eigentlich eher mehr auf sein Äußeres bedacht, macht oft leere Versprechungen gegenüber seinen Kindern und mag Tiere überhaupt nicht. Sie sind dreckig, haben Parasieten und verlieren überall Haare. Dann kommt Gott, in Gestalt von Morgen Freeman (ich könnte schwören, er musste beim Drehen nicht das Lächeln spielen) und verlangt das Unfaßbare von ihm. Sein Leben steht Kopf. Er versucht erst alles zu leugnen, wer ihm die langen Haare und den Bart geschenkt hat. Aber als er sich sozusagen outet, muss er Beschimpfungen und Spott übersich ergehen lassen. Eine schwierige Situation, zumal auch die Ehefrau nicht ganz zu ihm hält.

Mir hat der Film gefallen, denn er hat neben dem lustigen Teil auch den Sinn, sich auf das wesentliche im Leben zu besinnen, Familie, Loyalität, Vertrauen und Hingabe. Das lehrt Gott Evan während seiner ganzen Arbeit.

Alle Schauspieler waren solide, haben eine saubere Arbeit abgeliefert und runden das Bild ab. Für das kurzweilige, aber schöne Film-Erlebnis gibt es von mir 85%.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 04.04.2010!

Veröffentlicht am 29.12.19!




Born to be Wild – Saumäßig unterwegs

Born to be Wild – Saumäßig unterwegs (2007)
Originaltitel: Wild Hogs

Regie: Walt Becker
Drehbuch: Brad Copeland
Produktion: Anson Downes, Linda Favila, Todd Lieberman
Musik: Teddy Castellucci
Kamera: Robbie Greenberg
Darsteller: John Travolta, Tim Allen, Martin Lawrence, William H. Macy, Ray Liotta, Marisa Tomei, u.v.a.
Dauer: 100 Minuten

Inhaltsangabe:

Woody (John Travolta), Doug (Tim Allen), Bobby (Martin Lawrence) und Dudley (William H. Macy) sind mittem im Leben und dennoch unglücklich. Sie sind gefangen in ihren Verpflichtungen, die mit ihren Träumen von damals nichts mehr gemein haben. Und so entschließen sie sich, eine Woche auf ihren heißen Öfen eine Tour zum Pazifik zu machen.

Gesagt – getan: Die vier machen sich auf den Weg und erleben dabei haarsträubende Abenteuer, bis sie in dem Biker Jack (Ray Liotta) ein echtes Problem sehen. Woody hatte Jack seinen Schuppen eher versehentlich abgebrannt und ist nun auf der Flucht vor ihm seiner Truppe.

In dem kleinen Örtchen Madrid kommt es dann zum Showdown …

Mein Fazit:

Vier gestandene Männer in der Midlife-Crises. Woody ist gerade von seiner Frau verlassen worden und sein Vermögensverwalter hat ihm gerade gesagt, das er mehr als Pleite ist. Doug ist Zahnarzt und seit über zehn Jahren nicht mehr in den Urlaub gefahren. Zu seinem Sohn kann er trotz aller Bemühungen keinen richtigen Draht finden. Bobby wollte sich den Traum vom eigenen Buch erfüllen und hat sich daher ein Jahr Auszeit vom Job genommen. Doch seine Frau und ihre Familie schikanieren ihn und stempeln ihn zum Versager ab. Als Klempner möchte er jedoch nicht wieder arbeiten. Und Dudley, der komischste von allen (sollte er sein), zieht das Mißgeschick förmlich an. Sein Leben hat er als Programmierer hinterm PC verbracht und sagt von sich selbst, das er Angst vor Frauen hat.

Diese vier Männer fahren zusammen auf ihren Motorrädern kleine Touren, doch den wahren amerikanischen Traum von Freiheit haben sie bislang noch nicht gespürt. Als sie sich entschließen, eine Woche gemeinsam die Straßen unsicher zu machen, wissen sie eigentlich nicht wirklich was voneinander. Alle haben sie ein Face auf, außer vielleicht Dudley, der von allen auch der ehrlichste ist!

Der Film bzw. die Idee des Films ist eigentlich eine ganz tolle. In meinen Augen ist sie jedoch unglücklich umgesetzt. Die vier Hauptpersonen kommen nicht wirklich zur Geltung, es ist alles eher oberflächlich. Die Gags sind ganz nett, aber nicht wirklich nachhaltig. Wer mir von allen nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist, ist Ray Liotta. Er hat den fiesen Biker super gespielt und er hat meines Erachtens nach auch den Film wirklich noch etwas heraus gerissen.

Alles in allem ist es ein netter Spaß, aber überzeugt hat er mich leider nicht wirklich. 80% bekommt er von mir.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 20.01.2010!

Veröffentlicht am 07.11.19!




Die Wutprobe

Die Wutprobe (2003)
Originaltitel: Anger Management

Regie: Peter Segal
Drehbuch: Tim Herlihy, David Dorfman
Produktion: Jack Giarraputo, Todd Garner, Allen Covert
Musik: Teddy Castellucci
Kamera: Donald McAlpine
Darsteller: Heather Graham, Luis Guzmán, Jack Nicholson, Adam Sandler, Marisa Tomei, John Turturro, u.v.a.
Dauer: 106 Minuten

Inhaltsangabe:

Dave Buznik (Adam Sandler) hat seit seiner Kindheit einen Knacks weg: Er kann keine Wut äußern, zieht sich eher zurück und kann seine Freundin Linda (Marisa Tomei) nicht in der Öffentlichkeit küssen.

Und so geschieht das Unfassbare: Er wird wegen eines Zwischenfalls in einem Linienflug zu einer 20-stündigen Anti-Agressions-Therapie verurteilt und kein geringerer als Buddy Rydell (Jack Nicholson) ist sein Therapeut. Ohne wirklich zu wissen, wie ihm geschieht, wird er bei einem weiteren Mal zu einem 30-Tägigen-Intensivprogramm mit Rydell verurteilt und dieser zieht auch noch bei ihm ein.

Die Tragik nimmt seinen verhängnisvollen Lauf, als Rydell Daves bezaubernde Freundin kennen lernt und sie ihm auch noch ausspannt. Nun ist er gefordert, denn so leicht will er es Rydell natürlich nicht machen.

Mein Fazit:

Jack Nicholson und Adam Sandler in einem Film zu sehen ist schon etwas Besonderes. Beide bedienen sie so unterschiedliche Gebiete im Film-Biz, das es schon ein Kunststück ist, einen Film zu finden, wo beide sich voll austoben können. Aber Jack Nicholson wäre eben nicht dieser, wenn er sich nicht in die Rolle des exzentrischen und selbstbewußten Therapeuten einfühlen könnte. Und er hat seine Rolle großartig gespielt!

Adam Sandler stellt den jungen Dave dar, der für übergewichtige Katzen Mode entwirft und schon seit Jahren auf eine Beförderung spekuliert. Doch er traut sich nicht, seine Ansprüche bei seinem Chef anzumelden und toleriert es großzügig, das seine Freundin mit ihren gutaussehenden Freund Andrew (Allen Covert) viel Zeit verbringt. Außerdem schafft er es zur großen Enttäuschung seiner Freundin nicht, sie in der Öffentlichkeit zu küssen, da er durch ein Kindheitserlebnis traumatisiert ist.

Während die Figur Rydell während des Films stets gleich bleibt, muss Dave sich entwickeln, was meines Erachtens nach Adam Sandler nur mäßig gelingt. Erst am Schluss wird die Entwicklung deutlich. Auch die Gags werden, insofern sie Pointe besitzen, von Jack Nicholson beherrscht und auch da kommt dann nach einer Stunde ein leises Gähnen auf. Als Zuschauer wartet man auch auf eine ernste Seite, doch fast vergeblich.

Doch die Geschichte besitzt Charme, hat eine originelle Idee (wenn auch nicht 100%ig umgesetzt) und glänzt durch den starken Jack Nicholson und einer zauberhaften Marisa Tomei. Insgesamt ist mir der Film 85% wert und man kann ihn sich durchaus wieder ansehen.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 09.11.2009.

Veröffentlicht 03.09.19!




Tricks

Tricks (2003)
Originaltitel: Matchstick Men

Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Nicholas Griffin, Ted Griffin
Produktion: Steve Starkey, Ridley Scott, Sean Bailey
Musik: Hans Zimmer
Kamera: John Mathieson
Darsteller: Nicolas Cage, Bruce McGill, Sam Rockwell, Bruce Altman, Jenny O’Hara, Alison Lohman, u.v.a.
Dauer: 116 Minuten
Romanvorlage: „Ein brillianter Bluff“ von Andy Garcia

Inhaltsangabe:

Roy Waller (Nicholas Cage) und Frank Mercer (Sam Rockwell) sind das perfekte Duo. Sie sind erfolgreiche Trick-Betrüger, bringen ihre Opfer dazu, das Geld ihnen freiwillig zu geben. Während Roy spart und Geld für später zur Seite legt, lebt Frank auf großem Fuß und braucht immer mehr.

Roy allerdings ist nicht ganz gesund: Er leidet unter Zwangsneurosen, kann nicht lange an der frischen Luft bleiben und hasst geöffnete Fenster und Türen und dreckigen Teppichboden. Seine Leibspeise ist Thunfisch und er bezahlt nur bei einer Kassierin im Supermarkt.

Als Roy eines Tages wieder einen Nervenzusammenbruch hat, bringt Frank ihn zu Dr. Klein (Bruce Altman). Dieser animiert ihn, doch Kontakt zu seiner Ex-Frau aufzunehmen, denn sie war vor 15 Jahren bei der Trennung schwanger. Tatsächlich kann Roy auch seine Tochter Angela (Alison Lohman) kennenlernen.

Die 14jährige stellt sein Leben auf den Kopf und bringt ihn noch dazu, ihr Tricks beizubringen. Als er sich ernsthaft ums Sorgerecht bemühen möchte und an Angelas Leben teilhaben möchte, hebt er mit Frank einen letzten Coup. Doch dieser misslingt – und zwar gründlich. Aber das ist nicht alles, was ihm gründlich misslingt.

Mein Fazit:

Der Film schlummerte schon eine Weile auf meinem Recorder und heute beim Bügeln habe ich ihn endlich angemacht. Und was soll ich sagen? Ich habe mich köstlich amüsiert. Es ist schwierig, diesen Film in eine Kategorie einzuordnen. Denn er ist sowohl dramatisch wie auch humorvoll.

Nicholas Cage ist die personifizierte Neurose, das man muss man wirklich sagen. Er hat überzeugend den Mann dargestellt, der in seinem Leben die totale Ordnung hat. Das Haus, der Garten, das Auto, alles ist perfekt und sauber. Seine Besucher dürfen den Teppich nicht mit Schuhen betreten und Fenster und Türen zu öffnen ist absolut tabu. Sobald er eine Situation nicht mehr her wird, beginnt sein Auge an zu zucken oder bekommt unkontrollierbare Ausbrüche. Herrlich komisch, auch wenn eigentlich ein trauriger Hintergrund vorhanden ist.

Alison Lohman hat die 14jährige Tochter gespielt und auch sie ist einfach köstlich anzusehen, wie sie ihren Vater um den kleinen Finger wickelt. Sie wirkt tatsächlich wie ein Teenager und benimmt sich entsprechend. Zickig und durchgeknallt! Tolles Paar, dieses Vater-Tochter-Duo.

Die Geschichte selbst birgt einige Überraschungen und Wendungen. Daher kann ich darauf nicht soviel eingehen, denn dann würde ich alles verraten. Nur soviel: Es ist wirklich ein Coup. Ich konnte es nicht vorhersehen und bin ebenso drauf reingefallen. Die Musik von Hansi Zimmer und die Kostüme bzw. Kulisse sind perfekt aufeinander abgestimmt, so das man mit diesem Film einen tollen Film-Abend erlebt. Von mir bekommt er 95%.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 20.05.2009.

Veröffentlicht am 16.06.19!