Es will in Moment einfach nicht so richtig …

… klappen mit dem Lesen.

Jeder Leser hat ja schon mal solche Phasen durchlebt. Da freut man sich aufs Buch und man hat auch die Zeit, aber irgendwie will sich die Lese-Lust nicht so richtig einstellen. Diese Woche hatte ich es gleich zwei Abende hintereinander. Seit einem dreiviertel Jahr war mir dieses Gefühl völlig fremd, nun erwischte es mich umso heftiger.

Die Frühjahrs-Müdigkeit schlägt einen dahin, oder es sind die Gedanken, die mich beschäftigen. Im Kopf kreist derzeit soviel umher, was ich hier nicht genauer erläutern möchte. Aber sie hindern mich am Lesen, was mich zuweilen auch wütend macht. Die Macht der Gedanken ist schon enorm, wie ich fest stelle. Oder ist es die Aussicht, das ich demnächst über vier Wochen ohne meine Familie bin und mich eigentlich freuen sollte, mehr Zeit zum Lesen und Schreiben zu haben? Nein, meine Familie wird mir sehr fehlen, dennoch ist die Trennung unvermeidlich.

Oder sind es die Vorboten bzw. Nachwehen der Sonnenfinsternis gewesen? Leider habe ich mich nicht um Schutzbrillen bemüht und trotz des super Wetters sind wir heute vormittag mal zu Hause geblieben. Denn wir sind sonst jeden Tag irgendwie unterwegs – Spielplatz, Turnen, Spielkreis und was es nicht alles so für kleine Kinder gibt. Es wurde dann auch mal ein wenig dunkler bei uns. Die Sonnenfinsternis habe ich im LiveStream gesehen. Schon ein Spektakel …

Ich versuche die Woche abzuschliessen, freue mich auf ein Wochenende mit meiner Familie und auf den Besuch bei meiner Nichte. Und das schöne Wochenende wünsche ich Euch auch. Und dann kommt vielleicht auch wieder mehr Lust zum Lesen!

Liebe Grüße, Elke 🙂

[Umfrage] Liest man mit eBook-Reader schneller?

In den letzten Tagen trieb mich eine bestimme Frage um. Folgender Hintergrund: Die meisten Bücher, die ich derzeit neu erwerbe, sind in der Regel eBooks. Aus Platzgründen – versteht sich. Aber auch, weil es super bequem ist, eben im Internet bestellen und im nächsten Augenblick kann man gleich mit dem Lesen beginnen. Der Weg zur Buchhandlung oder zum Briefkasten/ zur Tür (Paket-Zustellung) fällt ebenfalls weg, also auch eine Menge Zeitersparniss und weniger nervenaufreibend.

Doch habe ich noch eine Sache festgestellt: Wenn ich eBooks lese, habe ich die Bücher in der Regel schneller durchgelesen. Ist auch annähernd damit zu erklären, das es für mich viel einfacher ist, eben schnell mal den Reader anzumachen und sofort zu lesen. Bei den Print-Ausgaben benötige ich noch die passende Lichtquelle, die ich nicht überall in der Wohnung habe. Beim Reader ist das Licht mit bei – sehr praktisch.
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Mein Kind, die Leseratte 1.0

Mein Kind ist erst 18 Monate alt und bereits eine Leseratte. Ich bin ja so was von stolz darauf, das er wenigstens eine Eigenschaft von mir geerbt hat. Schon weit vor dem ersten Geburtstag gab es Knisterbuch, Stoffbuch und ähnliches, was immer wieder intensiv und ausgiebig bestaunt wurde. Dann irgendwann kristallisierten sich die ersten Lieblingsbücher heraus.

1445417871„Kälbchen auf der Wiese“ (ISBN: 1445417871)

Dieses Buch hat der Kleine verschlungen. Immer wieder und wieder wollte er das Buch lesen. Kälbchen, sehr liebevoll gezeichnet, steht mit der Mama auf der Weide und will nun spielen gehen, trifft dabei drei neue Freunde. Eine sehr kurze Geschichte, aber mit liebevollen Bildern ausgeschmückt und in kurzen, schönen und sich reimenden Sätzen erzählt.

Am Anfang haben wir dem Kleinen natürlich nur die Bilder beschrieben, was wir so da sehen. Inzwischen hört er auch schon mal geduldig zu, wenn wir ihm die kurzen Texte dazu vorlesen.

3896003429„Moritz hat Glück“ (ISBN: 3896003429)

Dieses Buch hat Finn irgendwann Anfang diesen Jahres von Verwandten geschenkt bekommen. Dort geht es um Moritz, dem kleinen Hasen, der plötzlich von seiner Familie getrennt wird und sich nun auf die Suche nach ihr machen muss. Dabei erlebt er allerlei Abenteuer.

Auch hier sind die Bilder schön gezeichnet, aber der Text ist schon etwas länger. Noch ist der Text zu lang, um ausdauernd zuzuhören. Aber immer wieder holt er das Buch hervor und möchte sich mit uns die Bilder ansehen. In all der Zeit ein wahrer Dauerbrenner …

3785552815„Ich weiß, wie das heißt! – Baustelle“ (ISBN: 3785552815)

Wir haben schon oft gesagt, das Finn ein kleiner Baumeister wird. Egal wo die Baustelle sich befindet, er könnte dort stundenlang verweilen und sich Bagger, Kipplaster, Kräne und was weiß ich stundenlang anschauen – solange sie nicht zu nahe kommen. Dieses Buch hat er auch schon vor seinem ersten Geburtstag bekommen und liest immer wieder gerne darin.

Ein Wimmelposter war auch drin, das hat an der Wand leider nicht lange gelebt. Wir hätten es einrahmen sollen, damit wir noch länger was von haben. Wir haben aus dieser Reihe noch das Buch zu „Feuerwehr“, aber das ist nicht ganz so interessant, vielleicht, weil er im Alltag nicht allzu oft damit in Berührung kommt. „Mein Kind, die Leseratte 1.0“ weiterlesen

Ein verlockendes Angebot

Nun, jedes Jahr im Herbst, meist im September, manchmal auch im Oktober oder November, erfaßt mich der Herbstblues. In der Regel ist es keine Depression, sondern mehr eine depressive Stimmung. Schlafstörungen, Unruhe und notorische Antriebslosigkeit erfassen mich, meist gepaart mit ständiger Watte im Kopf. Beim Jahreszeitenwechsel scheinen meine Neurotransmitter oder was auch immer da ist, nicht so ganz mitzukommen.

Dieses Jahr hat es mich wieder erwischt. Schon seit Tagen quäle ich mich durch die Tage. Trotz der vielen Bewegung an der frischen Luft mit dem Kleinen fühle ich diese Schwere auf meinen Schultern und ich habe ständig das Gefühl, meinen alltäglichen Pflichten regelrecht hinterher zu jagen. Auch dem Kleinen kann ich dann nicht immer so gerecht werden, aber er scheint sich inzwischen damit zu arrangieren. Er nimmt es gelassen, wie mir scheint. In jedem Falle keimte immer mehr der Wunsch in mir, dem Ganzen mal zu entfliehen. Wer kennt solche Situationen nicht? „Ein verlockendes Angebot“ weiterlesen

Nix zu lesen …

Die ganze vergangene Woche war ich damit beschäftigt, meinen Bücher-Bestand mal wieder zu katalogisieren und entsprechend meinen SUB zu ermitteln, geschlagene 84 Romane listete ich auf. Nebenbei habe ich noch im Netz nach neuem Lesestoff gestöbert und meine Wunschliste aufgefüllt und natürlich ein Buch ausgelesen. Mit meiner letzten Lektüre „Das Haus am Alsterufer“ von Micaela Jary wurde ich Samstag abend fertig.

Da ich ein Fan vom Nachrichten-Sender N-TV bin, wurde ich in der App auf das neue Buch von Hape Kerkeling aufmerksam. Ich mag diesen Mann und seine komische Art. Er kommt dabei so natürlich und so authentisch rüber. Sein Buch „Ich bin dann mal weg“ habe ich seinerzeit auch verschlungen und als ich auf das neue Buch aufmerksam wurde, habe ich es sofort bestellt. Als eBook, damit ich es gleich heute morgen auf dem eBook-Reader habe. Aber – es sollte eben erst heute erscheinen und nicht Sonntag :-/

Gestern abend beim Abendbrot kam dann folgender Dialog zustande:

Ich: „Was gucken wir denn heute abend im TV?“
Göttergatte: „Hab‘ noch nicht reingeguckt.“
Ich: „Na ja, da wären zwei Filme, die wir uns ansehen könnten.“
Göttergatte: „Na ja, mal schauen …“ (Gähn)
Ich: „Ich hab‘ nix mehr zu lesen!“
Göttergatte: lacht schallend

Tja … wieder mal was für die Rubrik „Irren ist menschlich“. Natürlich hätte ich reichlich zu lesen gehabt. Mein Mann wies mich an, ich solle doch ein Buch mit 100 Seiten oder so bestellen *haha* Ich sagte nur, ich wolle kein neues Buch anfangen, da ja heute der neue Kerkeling käme. DAS hatte er dann verstanden und trotzdem weiter geschmunzelt 🙂

Bombenentschärfung

Ja, die hatten wir gestern – so ganz plötzlich. Unweit unseres Wohnhauses wurde eine amerikanische Fliegerbombe, ca. 250 kg, gefunden. Auf einer Baustelle. Mir wurde mulmig. Gerade erst einen Tag zuvor haben wir am Zaun dieser Baustelle gestanden, weil der kleine Prinz so fasziniert von Bagger und Kränen ist. 18 Uhr. Wir hatten eine Stunde Zeit, uns auf die Evakuierung vorzubereiten. Als erstes packte ich mein Buch und die Lesebrille ein. Dann persönliche Papiere und einiges für den Kleinen. Man weiß ja nie. Auch wenn äußerst selten was passiert, so ganz ausgeschlossen ist es ja auch nicht. 250 kg ist nun auch nicht so der Bringer, aber gefährlich alle Mal.
Sammelstelle ca. 500 Meter von uns weg, eine Schule. Es war schon alles hell erleuchtet und die Leute strömten so dahin. Ca. 10.000 Bürger sollten den Bezirk verlassen. Mir wurde anders – große Menschenmassen sind überhaupt nicht mein Ding. Viele konnten wohl zu Verwandten oder Freunden fahren – oder zur Arbeit. Unsere Nachbarin musste zur Nachtschicht. Auch nicht schlecht, passte ja irgendwie.
Der kleine Prinz war auf einmal ganz aufgeregt. Wen wunderts? Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge, wohin man nur schaute. Er konnte kaum ruhig sitzen in seiner Karre, so wanderten wir auf dem Schulhof auf und ab. Es füllte sich immer mehr mit Leuten, es wurde richtig dunkel und innerlich beruhigte ich mich – es hatte irgendwie schon fast die Atmophäre eines Volksfestes. Fehlte nur noch Blaskapelle und Bierbuden. Es wurde sogar Tomatensuppe und Kaffee angeboten. Tische, Stühle und draußen auch Bierzeltgarnituren, wo man nur hinschaute. Und es war noch genug Platz, kein Gedränge, keine überhitzten Gemüter, kein genervtes Gestöhne. Im Gegenteil. Wir kamen mit so vielen Leuten ins Gespräch, als würde man sich zu einem Festival treffen. Bombe? Ja, da war mal was … Wären wir nicht so müde gewesen von dem langen Tag, hätte man sicher noch mehr Spaß haben können.
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