Rebecca Maly: Unter dem Karibaum

Rebecca Maly: Unter dem Karibaum

erschienen 2019
Verlag: Edel Elements
Seitenanzahl: 305 Seiten
ASIN: B07T48GNSN (nur als eBook erhältlich)

Inhaltsangabe:

Wales 1861: Die 17-jährige Meriel Ellis sitzt im Gefängnis, weil sie, um die Familie vor dem Hunger zu bewahren, gewildert hat. Der junge Spross der Familie Vaughan, Trevor, zu dem Meriel eine zarte Liebe verband, konnte sie vor diesem Schicksal nicht bewahren, obwohl sein Vater, der Gutsherr, dafür sorgt, dass sie nach Australien verschifft wird.

Im australischen Busch angekommen, muss Meriel im Arbeitslager hart in der Zuckerrohrfeldern arbeiten. Sie fügt sich dem Schicksal, ihre Liebe zur Familie und zu Trevor lässt sie allerdings weiter hoffen. Eines Tages ist sie wieder frei.

Ihre Freiheit kommt in Person von Dylan Ayreheart daher. Nach vier Jahren kann sie durch eine Heirat aus dem Arbeitslager entlassen werden. Dylan ist selbst ein Kind von Wales und nimmt sie mit auf eine Rinderfarm, wo er eine feste Anstellung hat und bereits ein eigenes Haus besitzt.

Das Leben auf einer Farm ist hart und Meriel muss oft um ihre Liebsten fürchten und kämpfen. Als ihre kleine Tochter Eira geboren wird, scheint das Glück perfekt. Aber ihre größte Prüfung steht ihr noch bevor und da erhält sie Hilfe von unerarteter Seite …

Mein Fazit:

Erst einmal geht mein großes Danke an den Edel Elements Verlag für die kostenlose Überlassung des eBooks.

Die Autorin hat sich sehr viel Mühe gegeben, die strengen Verhältnisse in der walisischen Gesellschaft zu beschreiben. Hungersnot und bitterste Armut herrschten in den Dörfern vor, während die Gutsbesitzer alles hatten und ganz sicher keinen Hunger litten. Die Hungersnot ließ Babies sterben. Oft blieb nur die Wilderei, das wurde aber über Gebühr bestraft. Offenbar wurde es von der Regierung auch so angedacht, um die australische Kolonie zu bevölkern. Freiwillig wollte dort scheinbar niemand hin.

Auch im weiteren Verlauf sind die Beschreibungen auf dem Schiff oder auf dem australischen Kontinent sehr bildhaft und lebendig. Und welchen Kampf Meriel dort ausfocht, konne ich sehr gut nachempfinden. Allgemein kam sie mir sehr pragmatisch vor, packte eher an, als mit dem Schicksal zu hadern. Das ist sehr bewundernswert. Aber auch sie hatte Schwächen und trauerte um verstobene Weggefährtinnen.

Nun, leider verrät der Klappentext eigentlich schon die ganze Geschichte. Während des Lesens dachte ich immer, da ist doch noch etwas, was passiert noch Unvorhergesehenes. Nun ja … Obwohl die Autorin ein wirklich schöne Geschichte voller Dramatik und Abenteuer geschrieben hat, fehlte mir das gewisse Etwas. Ich konnte mich nie lange auf das Buch konzentrieren und war leicht ablenkbar. Vielleicht, weil ich irgendwie schon alles wusste durch den Klappentext. Das hat mir erheblich die Spannung genommen. Trevors Werdegang wurde auch immer wieder einen kleinen Abschnitten erzählt und es war irgendwie klar, was kommen musste. Es war also auch etwas vorhersehbar!

Es war eine sehr interessante Lese-Reise auf den australischen Kontinent, aber sie konnte mich trotzdem nicht fesseln. Daher gibt es nur vier Sterne! Ich würde mir wünschen, dass der Verlag den Klappentext ändert, um nicht ganz so viel zu verraten.

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

Veröffentlicht am 22.08.19!




SuB-Zuwachs [#58] – 29/ 19

Liebe Bücherfreunde,

nach langer Zeit habe ich wieder mal ein Rezensionsexemplar angenommen. Ich bin da inzwischen recht vorsichtig geworden, denn ich erlebte schon unliebsame Überraschungen. Die Bücher entsprachen nicht meinen Erwartungen oder ich habe mir einfach etwas Anderes darunter vorgestellt. Von dieser Autorin habe ich schon mal etwas gelesen, nämlich die „Neuseeland-Saga“. Und das fand ich gar nicht so schlecht. Deshalb habe ich jetzt mal zugegriffen 🙂

Rebecca Maly: Unter dem Kauribam

Es wird sicher eine wunderbare Urlaubslektüre.

Liebe Grüße, Elke!




Iny Lorentz: Licht in den Wolken

Iny Lorentz: Licht in den Wolken

erschienen 2019
Verlag: Knaur TB
Seitenanzahl: 574
ISBN-10: 3426518880
ISBN-13: 978-3426518885
Dies ist der 2. Teil der Berlin-Trilogie.

Inhaltsangabe:

1864: Friederike von Gantzow, von allen Rieke genannt, lernt in einem Institut für höhere Töchter Gunda von Hartung kennen. Riekes Vater kann sich den Schulbesuch als verarmter Militärangehöriger nicht leisten, dafür springt die reiche Tante Ophelia von Gentzsch ein.

Rieke und Gunda werden gleich Freundinnen und erleben schwere wie schöne Zeiten in dem Institut. Riekes Bruder Emil und der Vater dienen in der preußischen Armee und es steht zu befürchten, dass gegen Dänemark ein Krieg bevorsteht.

Tatsächlich müssen beide männlichen Verwandten nach Düppel, Emil jedoch kehrt nicht lebend zurück. Aus Zorn und Trauer über den verlorenen Sohn verbannt Egolf von Gantzow seine Tochter aus seinem Leben. Nur durch die Großzügigkeit des Tuch-Fabrikanten Friedrich von Hartung kann Rieke die Ferien mit ihrer Freundin Gunda erleben. Dort lernt sie auch den ältesten Sohn der Familie kennen: Theodor von Hartung!

Theo benimmt sich den Mädchen gegenüber nicht immer vornehm. Doch Rieke ist zu stolz, um es ihm übel zu nehmen. Sie hat das Gefühl, die Großzügigkeit der Familie schon über Gebühr in Anspruch zu nehmen. Als einige Zeit später ihr Vater bei einem Gefecht gegen Österreich schwer verletzt wird, stellt sich jedoch heraus, dass Theo das Herz auf dem rechten Fleck hat.

Aber das Leben kommt ihnen immer wieder dazwischen, um sich einander zu offenbaren. Schließlich führt ein Missverständnis dazu, dass sie sich komplett entfernen und Rieke macht sich bereit, einen anderen Mann zu heiraten.

Mein Fazit:

Der zweite Band dieser Trilogie spielt ca. 16 Jahre nach dem Ende des ersten Bandes. Und es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

In diesem Band steht Rieke im Mittelpunkt des Geschehens. Ihre Kindheit ist geprägt von Armut, Verzicht und der strengen Erziehung des Vaters, der sich an ihrer Stelle lieber einen zweiten Sohn gewünscht hätte. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit lässt er sie spüren, dass sie als Mädchen zu nichts taugt. Durch eine reiche Verwandte ist es ihr jedoch möglich, auf die Schule für höhere Töchter der Geschwister Schmelling zu gehen. Allerdings zahlt die Tante nur das Schulgeld und nicht für Kleidung oder Stickzeug. Schuhe und anderes kann sie durch ihr Geschick beim Sticken redlich verdienen, aber sie muss schon an der einen oder anderen Stelle ihren Stolz runterschlucken.

Schon sehr bald kann Rieke mit der Familie von Hartung, bekannt aus dem ersten Band, Freundschaft schließen. Gunda ist ebenfalls wie Rieke ein Neuankömmling an dem Institut und die gemeinsamen Erlebnisse schweißen sie zusammen. Dennoch können sie unterschiedlicher kaum sein. Als Rieke ihren Bruder Emil verliert, wird sie aus der Familie verbannt. Selbst die Mutter ist nicht mehr in der Lage, für ihre Tochter einzutreten. Sie scheint sie zu vergessen, als hätte es sie nie gegeben. In der Zeit nimmt die Familie von Hartung sich ihrer an und sie wächst in der Zwischenzeit zu einer jungen Frau heran, die durchaus in der Lage ist, sich und andere zu behaupten.

Es wird in diesem Band sehr viel auf Standesunterschiede geachtet und diese besonders hervorgehoben. Diejenigen, die durch Reichtum zum Adel kamen, wurden naserümpfend vom echten Adel behandelt, auch wenn dieser womöglich nicht mehr vermögend war. Die weiteren Familienmitglieder der von Hartung spielen eine große Rolle in diesem Band und geschickt wird Riekes Handeln und Weg mit ihnen verknüpft. Wobei der Zufall schon manchmal arg konstruiert wirkte.

Die Erzählung von Riekes Lebensweg ist stellenweise etwas langatmig und die Liebesgeschichte zwischen Rieke und Theo ist meiner Meinung nach deutlich zu blass. Da hätte ich mir weniger Politik und mehr Romantik gewünscht. Das Ende wirkte am Ende etwas überhastet und auch unglaubwürdig. Dennoch beschwor das Autoren-Paar eine dichte Atmosphäre der damaligen Zeit herauf und viele Szenen wirkten lebendig auf mich.

Insgesamt ist es mir vier Sterne wert und ich freue mich schon auf den dritten Teil.

Veröffentlicht am 26.06.19!




Deana Zinßmeister: Der Pestreiter

Deana Zinßmeister: Der Pestreiter

Erschienen 2014
Verlag: Goldmann Verlag
Seitenanzahl: 473 Seiten
ISBN-10: 3442480884
ISBN-13: 978-3442480883
Dies ist der 2. Teil der Pest-Trilogie

Inhaltsangabe:

Trier 1652: Susanna Arnold ist nach dem Schatzfund endlich zur Ruhe gekommen und lebt mit ihrem Vetter Arthur bei den Blatters, die sich nach ihrer Migration aus der Schweiz nach Trier ein neues Leben aufbauen wollen.

Karl Kasper von der Leyen ist nun neuer Erzbischof und Fürst von Trier. Sein Anliegen ist es, die Stadt nach dem langen Krieg wieder aufzubauen. Doch noch immer wütet in einigen Dörfern die Pest und die Menschen sind den Juden und Hexen schlecht gesonnen. Die Menschen machen sie für die Pest verantwortlich.

So ersinnt er einen Plan: Er will den Pestreiter durch die Dörfer schicken, um die Kranken von den Gesunden zu trennen. Außerdem soll Bendicht Blatter zusammen mit seinem Neffen Urs die Pest weiter erforschen, um vielleicht ein Heilmittel finden zu können. Doch das muss in aller Heimlichkeit geschehen, denn der Kurfürst möchte keinen Aufruhr.

Susanna, nach dem Schatzfund reich, versucht ihren eigenen Weg zu gehen, nachdem sie glaubt, das Urs kein wirkliches Interesse mehr an ihr hat. Doch auch sie ist sich den Gefahren nicht bewusst und lernt die falschen Menschen kennen.

Mein Fazit:

Ich bin mit einer ziemlich hohen Erwartungshaltung an diesen Roman rangegangen, denn bislang konnte mich die Autorin mit ihren Geschichten überzeugen. Den ersten Band habe ich ja begeistert gelesen und wusste daher noch, worum es ungefähr geht.

Aber leider wurde ich mit diesem Band enttäuscht. Ich hatte oft das Gefühl, dass sich die Autorin ein wenig verzettelt hat. So viele verschiedene Personen und häufige Sprünge zwischen den verschiedenen Stationen haben die ganze Geschichte etwas unübersichtlich gemacht. Wie ich finde, wurde es auch bis zum Schluss zu keinem richtigen Bild geformt.

Des Weiteren empfand ich es sehr befremdlich, dass eine junge Frau zu diesen Zeiten sich eine eigene Wohnung nahm und somit völlig ohne Schutz leben konnte. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass es damals so möglich war, ohne dass die Frau irgendwelche Repressalien erfuhr. Es ist richtig, dass sie keine Familie hatte. Aber sie konnte bei den Blatters leben und irgendwie hätte ich das glaubwürdiger gefunden.

Andererseits hat die Autorin sehr viele historische Ereignisse in den Roman eingebunden. Der damalige Erzbischof und Fürst von Tier, Karl Kasper von der Leyen, war seiner Zeit wirklich voraus und schaffte heimlich die Hexenverfolgung ab. Auch war ihm daran gelegen, die Stadt wieder zur Blühte zu bringen und so die Wirtschaft anzukurbeln. Aber ob es den Pestreiter wirklich gab? Darüber gibt es wohl nichts zu lesen! Die Pest war und ist eine furchtbare Krankheit. Daher wurde hier ziemlich plastisch geschildert, wie sehr Bendicht und Urs um das Leben der erkrankten kämpften, aber meist doch verloren.

Nun, ich habe mich da ziemlich durchgekämpft und fand es oftmals sehr schwierig, die schnellen Sprünge zwischen den Orten und Personen nachzuvollziehen. Leider fehlte mir von Anfang der rote Faden. Schade, das kann die Autorin wirklich besser. Deshalb gibt es von mir nur drei Sterne, in der Hoffnung, dass der letzte Band der Trilogie wieder leichter zu lesen ist.

Veröffentlicht am 19.06.19!




Serie: „Berlin Trilogie“ von Iny Lorentz

Buch-Serie: „Berlin Trilogie“ von Iny Lorentz

1. Iny Lorentz: Tage des Sturms

erschienen 2018

2. Iny Lorentz: Licht in den Wolken

erschienen 2019