Mark Billingham: Die Lügen der Anderen

Mark Billingham: Die Lügen der Anderen

Originaltitel: Rush of Blood (2012)
übersetzt von Peter Torberg
Verlag: Atrium Verlag
Seitenanzahl: 414 Seiten
ISBN-10: 385535054X
ISBN-13: 978-3855350544

Inhaltsangabe:

Drei Paare aus England machen in Florida Urlaub. Sie lernen sich dort kennen und obwohl sie sich nicht so wirklich mögen und jedes Paar so seine Eigenarten hat, verbringen sie Zeit miteinander. Am letzten Abend ihres Urlaubs verschwindet ein Mädchen und erst, als sie schon längst wieder zuhause sind, wird das Mädchen tot gefunden.

Zurück in England besuchen sie sich gegenseitig. Und während dieser Dinner kommen wieder und größere Lügen zum Vorschein. Vieles ist mehr Schein als Sein und kein Paar zeigt sein wahres Gesicht.

Die Situation eskaliert, als auch in England plötzlich ein Mädchen verschwindet. Und das dritte Dinner steht ihnen bevor – mit ungewissem Ausgang!

Mein Fazit:

Auf dieses Buch wurde ich vor Jahren aufmerksam, als eine Rezensentin im Radio darüber sprach. Ihre begeisterten Worte hatten mich sehr beeindruckt. Und ich wollte nun endlich wissen, wie das Buch nun wirklich ist.

Und ich muss sagen: Ich wurde nicht enttäuscht. Erzählt wird die Geschichte von den drei Paaren, die sich in Florida im Urlaub kennen lernen. Unterschiedliche Charaktere treffen aufeinander und die Unterschiede zwischen ihnen fallen schnell auf. Doch wie es tatsächlich um sie steht, offenbart sich dem Leser erst im Laufe der Geschichte, was wirklich sehr eindrucksvoll und präzise beschrieben wurde.

Der eine prahlt mit seiner Potenz und seinem Geschmack für aufreizende Frauen, der andere hadert heimlich mit seiner Impotenz. Die Frauen tragen ebenso viele Geheimnisse mitsich herum wie die Männer und zeigen nur zögerlich, wenn überhaupt, ihr wahres Gesicht. Und immer wieder schwebt das Verbrechen über sie, das verschwundene Mädchen, das später zufällig in den Sümpfen Floridas tot gefunden wird.

Während sich die drei Paare in England gegenseitig zu Dinner einladen, ermittelt die Polizei von Florida und auch in England in alle Richtung. Als auch in England ein Mädchen vermisst wird, ist schnell klar, dass der Täter bei den englischen Touristen zu suchen ist. Denn die verschwundenen bzw. toten Mädchen haben eines gemeinsam: sie sind minderbemittelt und daher besonders vertrauenseelig.

In kurzen, aber knackigen Kapiteln erhält der geneigte Leser tiefe Einblicke in die menschlichen Abgründe. Hin und wieder erzählt der Täter, warum er das Mädchen mitnahm und tötete, ohne ein Hinweis auf sich zu geben. Auch die ermitteltenden Beamten erhalten Raum und bilden den Kontrast zu den Ehepaaren, die sich gegenseitig belügen und was vormachen. Viele Dialoge werden beschrieben und oft weiß man ohne weitere Einzelheiten ziemlich schnell, wie die Protagonisten wirklich ticken. Und wenn man denkt, man hat nun für sich den Täter auserkoren, kommen neue Informationen und Zweifel. Die Auflösung ist überraschend und genial – dabei spielen auch wieder Lügen eine große Rolle!

Ein intelligenter Krimi, der ohne Blut und Gewalt auskommt, dabei jedoch die Abgründe der menschlichen Psyche ausleuchtet. Ich wurde wunderbar unterhalten und es war spannend bis buchstäblich zur letzten Seiten. Fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 05.06.17!

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