Ein Werk Gottes

usaEin Werk Gottes (2004)
Originaltitel: Something the Lord Made

Regie: Joseph Sargent
Drehbuch: Peter Silverman, Robert Caswell
Produktion: Mike Drake, Julian Krainin, David Madden
Musik: Christopher Young
Kamera: Donald M. Morgan
Darsteller: Alan Rickman, Mos Def, Mary Stuart Masterson, Kyra Sedgwick, Merritt Wever, Gabrielle Union, u.v.a.
Dauer: 110 Minuten

B000FFJT48Inhaltsangabe:

In den 30ern und 40ern Jahren der USA: Es herrscht Rassentrennung, Weltwirtschaftskrise und Rezession. Der schwarze Tischler Vivien Thomas (Mos Def) hat jahrelang eisern gespart, um sehr bald auf dem College Medizin studieren zu können. Doch die Bank der Schwarzen ist bankrott gegangen.

Alfred Blalock (Alan Rickman), aus Leidenschaft Chirurg mit dem Mut für neue Herausforderungen, erkennt in Vivien, der dort als Hausmeister arbeitet, einen begnadeten Chirurgen, da Vivien offensichtlich sehr gut mit seinen Händen arbeiten kann. Und tatsächlich können sie einige gemeinsame Entwicklungen voran treiben.

Dr. Helen Taussig (Mary Stuart Masterson) aus Baltimore holt Blalock und Thomas schließlich zum John Hopkins-Hospital. Dort sind die sogenannten „Blauen Babys“ mit einer Sterblichkeitsrate von 100%. Blalock und Thomas beginnen zu forschen und während Blalock seiner eigentlichen Arbeit, dem operieren, nachgeht, versucht Vivien Thomas die Idee weiterzuführen. Und er schafft es auch. Doch am offenen Herzen zu operieren war bislang tabu und galt schon fast als Blasphemie! Blalock hingegen wollte nur die Kinder retten und experimentierte zusammen mit Thomas, bis sie eine Lösung gefunden haben.

Tatsächlich können sie die erste Operation erfolgreich durchführen und das Kind retten. Doch der Ruhm gebührt Blalock und Vivien Thomas wird unsichtbar für die Menschen. Der Erfolg kann die Rassentrennung nicht aufheben und somit wird die weitere Zusammenarbeit des Teams auf eine harte Probe gestellt.

Mein Fazit:

Dieser Film ist ein kleiner Geheimtipp. Ich hätte ihn fast verpasst. Und dazu beruht auch dieser Film auf eine wahre Begebenheit, die beiden Herren, due revulotionäre Arbeit und die ungefwöhnliche Freundschaft gab es tatsächlich.

Alan Rickman mal nicht als Schurken oder Bösewicht zu sehen, ist schon eine Erfahrung wert. In diesem Fall konnte er mich soweit überzeugen, das ich tatsächlich vergaß, ihn mit Professor Snape in Verbindung zu bringen. Blalock war die Hautfarbe seines Asssistenten egal, denn er war der Einzigste Vertraute des Chirurgen. Allerdings musste sich Vivien einige Male auf die Hinterbeine stellen, um seinem Mentor die Unterschiede zwischen sich nahe zu bringen. Dann tatsächlich hatte dieser ein Einsehen und gab gerne dem Begehren nach.

Vivien Thomas ist eine tragische Figur. Er hat schwer gearbeitet und das Geld gespart, um irgendwann aufs College gehen zu können. Sein Bruder war bereits Lehrer, hatte aber Mühe, sich als solchen durchzusetzen. Als die Bank bankrott war, zerfielen alle Träume zu Staub. So blieb ihm fast nichts übrig, als bei Dr. Blalock zu bleiben und ihm zu assistieren. Letztendlich macht ihm gerade diese Arbeit Spaß. Er spürt immer wieder die Diskriminierung und Demütigung, die seine Hautfarbe mitsich bringt. Dennoch hat er den Glauben nicht verloren.

Für mich ist es ein sehr berührender wie auch spannender Film gewesen. Selbst für einen Laien war es verständlich, warum sie unter Zeitdruck experimentieren mussten. Und es wird dem Zuschauer auch immer wieder bewußt, weshalb sie sich so gut verstanden: Dr. Blalock war der Kopf – und Vivien Thomas (er hatte immer wieder an Hunden operiert) war die Hand bzw. Hände. Und vom Ende möchte ich gar nichts erzählen, es ist zwar auch sehr berührend, aber nicht kitschig dabei. Der Rest hat soweit gestimmt und alles in allem ist der Film mir 95% wert.

Anmerkung: Diese Rezension stammt vom 24.08.2009.

Veröffentlicht am 23.01.15!

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