Der große Bellheim

germanyDer große Bellheim (1991)

 

B0002M70E0Regie: Dieter Wedel
Drehbuch: Dieter Wedel
Darsteller: Mario Adorf, Hans Korte, Will Quadflieg, Heinz Schubert, Krystyna Janda, Heinz Hoenig, u.v.a.
Dauer: ca. 465 Minuten

Inhaltsangabe:

Peter Bellheim (Mario Adorf) ist eigentlich schon im Ruhestand. Doch auf dem Landsitz auf Marbella langweilt er sich. Da kommt ihm der Hilferuf des Vorstandsvorsitzenden der Bellheim AG gerade recht. Die Kaufhaus-Kette Bellheim steht vor großen finanziellen Problemen und es droht die Insolvenz, wenn nicht schnell was getan wird.

Sofort reist Bellheim nach Hannover, im Schlepptau Dr. Erich Fink (Heinz Schubert), der schon sehr schnell erste Ungereimtheiten aufdeckt. Schon bald stoßen Herbert Sachs (Will Quadflieg) für den Einkauf und Max Reuter (Hans Korte) für das Personal hinzu. Zu viert wollen sie das Unternehmen Bellheim wieder auf Kurs bringen.

Doch diverse Kurs-Manipulationen machen ihnen Probleme. Karl-Heinz Rottmann (Heinz Hoenig), ein ehemaliger Mitarbeiter der Bellheim AG und nun selbst Investment-Manager, integriert gegen Bellheim, um eine alte Rechnung zu begleichen und um der Welt zu zeigen, das die „alten Knacker“ es eben doch nicht mehr können.

Mein Fazit:

Ja, Mario Adorf in einer seiner größten Rollen. Der charismatische und imposante Bellheim, alter Fuchs im Geschäft und durchaus freundlich zu seinen Mitmenschen. Wir haben uns die TV-Serie angesehen und irgendwie hat die Thematik an Brisanz nicht verloren, man erinnere nur an Karstadt und Acandor.

Die Mitarbeiter im Kaufhaus klauen, was das Zeug hält. Sie tratschen den ganzen Tag oder sehen Bekanntschafts-Anzeigen durch. Die Ware wird viel zu teuer deklariert und auch im Managment wird doppelt und dreifach abkassiert. Da wundert es kaum, das die Bellheim AG in tiefroten Zahlen steckt und die Bank allmählich nervös wird. Die Bank jedoch steckt selbst mit Rottmann unter einer Decke und versucht aus der ganzen Sache selbst Kapital zu schlagen.

In seichten Bildern wird die Geschichte erzählt, ohne große Dramatik, aber mit Kontinuität und Glaubwürdigkeit. Das Bellheim Kaufhaus in Hannover gab es ja nicht wirklich, aber andere Plätze wie die Pferderennbahn oder der Maschsee tauchten dennoch auf. Es werden verschiedene Erzählstränge miteinander verwoben, der Kampf gegen die drohende Insolvenz, aber auch die Geschichten von einigen Mitarbeitern oder gar eine Affäre von Bellheim mit der Dekorateurin Andrea (Renan Demirkan). Die „Altherren-Vierer-WG“ war schon äußerst amüsant, aber auch gespickt mit der einen oder anderen Weisheit. Und manches ist bis heute einfach noch gültig, da kommt man nicht umhin.

Es ist eine der wenigen deutschen Filme, die auch jetzt noch, 24 Jahre später, durchaus sehenswert und unterhaltsam ist. Wir haben es jedenfalls mit großem Interesse verfolgt.

Von mir bekommt die Serie 85%.

Veröffentlicht am 18.03.15!

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