Ein ungezähmtes Leben

usaEin ungezähmtes Leben (2005)
Originaltitel: An Unfinished Life

Regie: LB000G8NWOCasse Hallström
Drehbuch: Mark Spragg, Virginia Korus Spragg
Produktion: Graham King, Bob Weinstein, Harvey Weinstein
Musik: Deborah Lurie
Kamera: Oliver Stapleton
Darsteller: Robert Redford, Jennifer Lopez, Becca Gardner, Morgan Freeman, Josh Lucas, Damian Lewis, u.v.a.
Dauer: 108 Minuten
Romanvorlage: „Ein ungezähmtes Leben“ von Mark Spragg

Inhaltsangabe:

Jean (Jennifer Lopez) und ihre Tochter Griff (Becca Gardner) leben ein unglückliches Leben in Iowa. Jean wird von ihrem Freund Gary (Damian Lewis) misshandelt und Griff hat nicht wirklich einen Bezug zu Männern oder Familie. Ihr Vater ist schon lange tod!

Jean und Griff fliehen vor Garys neuen Attacken und landen auf der Farm von Einar (Robert Redford) in Wyoming. Einar ist Jean’s Schwiegervater, Griff’s Großvater. Ziemlich zurück gezogen lebt Einar mit seinem besten Freund und Cowboy Mitch (Morgan Freeman) auf der Farm und fristet ein einsames Dasein, wo er um seiner Ehe und seinem toten Sohn trauert. Mitch ist seit einem Bärenangriff körperbehindert und braucht täglich Medikamente gegen die Schmerzen.

Just, als Jean und Griff auf der Ranch ankommen, treibt der Bär, der Mitch einst angegriffen hatte, wieder sein Unwesen auf dem Land. Einar möchte ihn am liebsten erschießen, doch Mitch muss allein seinen Frieden mit ihm finden. Einar hingegen ist miesepetrig und gibt seiner Schwiegertochter zu verstehen, das sie lieber von hinten sähe als von vorn. Doch er lernt seine Enkelin Griff kennen, die ihrem Vater offenbar ähnelt.

Der Unfalltod seines Sohnes hängt wie ein Damokleschwert über der Ranch. Einar hat den Tod nicht verwunden und Jean gibt sich selbst die Schuld dafür, da sie das Auto gefahren ist. Nur langsam und mit vielen kleinen Hürden beginnt sich die Familie zusammen raufen. Doch dann taucht Gary auf und will Jean zurück. Wird er die neue Idylle zerstören können?

Mein Fazit:

Das Thema ist nichts Neues, da brauchen wir uns wohl nichts vor machen. Alter Greis mit steinernem Herz wird in der Gesellschaft der Enkelin zum wahren Helden! Altes Thema, neu umgesetzt! Robert Redford kann man sich als Rüpel schwer vorstellen. Der sonst so smarte und gepflegte Cowboy (man erinnere an „Der Pferdeflüsterer“) ist hier bei weitem nicht zu entdecken. Er spielt seine Rolle gut, aber er kann durch sein Image nicht überzeugen. Morgan Freeman hingegen ist da mit seiner Weisheit, seiner inneren Zufriedenheit und Großzügigkeit mehr der Mitch wie Robert Redford Einar.

Am besten fand ich die bisher unbekannte Becca Garnder als Griff. Ihre Gestik und Mimik entspricht einem elfjährigen Mädchen. Sie sieht sich einer fremden Welt gegenüber und spürt zum ersten Mal so etwas wie Familie. Und sie bringt die Kraft auf, sich gegen die Mutter aufzulehnen. Wie auch ähnlich in „Der Pferdeflüsterer“ kommen sich die Figuren Einar und Griff näher und bauen eine besondere Beziehung zueinander auf. Einige Parallelen gibt es jedenfalls.

Insgesamt muss ich sagen, das man sich den Film nicht unbedingt zweimal ansehen muss. Die verschrobenen Charaktere sind ganz nach Lasse Hallström, aber hier ist die Starbesetzung zu stark. Manchmal ist weniger eben doch mehr!

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 13.09.2007.

Neu veröffentlicht am 15.06.15!

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