Für immer dein

canadaFür immer dein (2012)
Originaltitel: Still Mine

Regie: Michael McGowan
Drehbuch: Michael McGowan
Produktion: Michael McGowan, Richard Hanet, Jody Colero
Musik: Hugh Marsh, Don Rooke, Michelle Willis
Kamera: Brendan Steacy
Darsteller: James Cromwell, Geneviève Bujold, Ronan Rees, Julie Stewart, Rick Roberts, George R. Robertson, u.v.a.
Dauer: 102 Minuten

B00JKAJGJ2Inhaltsangabe:

Craig Morrison (James Cromwell) und seine Frau Irene (Geneviève Bujold) sind seit über sechzig Jahren ein Paar, haben ihre Kinder gemeinsame groß gezogen und die Farm mit über 2.000 Morgen Land bewirtschaftet. Doch allmählich spürt gerade Craig, das sie nicht mehr so weitermachen können. Irene gerät immer mehr in ihre eigene Welt und vergißt vieles. Und Craig kann nicht mehr die Farm bewirtschaften und gibt vieles ab.

Als er im Winter merkt, das sie das große Haus nicht mehr richtig heizen können und die vielen Stufen Irene zum Verhängnis zu werden drohen, beschließt er, auf seinem Land in der Nähe des Sees ein neues Haus zu bauen, kleiner und ohne Treppen. So beginnt er das Holz dafür selbst zu fällen und in seiner Werkstatt zu bearbeiten. Kaum ist Frühjahr, hilft ihm sein Sohn Gavin (Ronan Rees) beim Fundament. Doch den Rest macht Craig alles selbst.

Als er auf Anraten seines Sohnes beim Bauamt vorstellig wird, um nachträglich die Baugenehmigung einzuholen, kommt er schon in die erste Not: Er hat gar keine Baupläne, alles ist in seinem Kopf. Schließlich kann er seinen Enkel (ausgebildeter Ingenieur) dazu bringen, die Baupläne zu zeichnen. Und damit geht der Streß los: Der Bauplan kann nicht genehmigt werden – Craig muss einige -zum Teil- gravierende Änderungen vornehmen.

Doch dieser weigert sich und das Bauamt verhängt einen Baustopp. Schließlich muss Craig seinen Anwalt (Campbell Scott) einschalten, das hindert ihn allerdings nicht daran, trotzdem an dem Haus zu bauen, denn Irene ist gestürzt und benötigt fortan eine Gehhilfe. Und bevor sie aus der Reha kommt, soll das Haus fertig sein – komme, was wolle!

Mein Fazit:

Dies ist ein ganz berührender Film ums Altwerden und den damit verbundenen Begleiterscheinungen.

Irene und Craig waren praktisch ihr ganzes Leben zusammen. Sie haben zusammen ihre Farm bewirtschaftet und die Kinder großgezogen. Sie hatten nie viel Geld, aber dennoch waren sie immer glücklich, einander zu haben. Und dann treten die ersten Veränderungen auf: Irene vergisst die heiße Pfanne auf dem Herd oder vergisst, wo ihr Mann ist (er war in der Werkstatt und er hatte sie nicht rufen hören). Selbst ihre eigenen Kühe erkannte sie nicht mehr. Die Kinder der beiden drängen Craig, Irene in ein Pflegeheim zu geben, doch er weigert sich. Er versprach seiner Frau es solange zu verhindern, bis es nicht mehr geht. Und er fühlt sich dem noch gewachsen – so sehr, das er sich mit 87 Jahren zutraut, noch ein Haus zu bauen. Die Liebe zwischen dem Ehepaar ist sehr deutlich zu spüren und die Darsteller haben sehr gut harmoniert.

Dieser Film beruht auf eine wahre Begebenheit. Das ist schon bemerkenswert, denn in dem Alter noch ein Haus zu bauen ist eine stolze Leistung. Mit viel Liebe und Willen geht Craig daran, ohne große Hilfe seiner Kinder. Ich habe es meinem Mann erzählt und er meinte, das würde er wohl nicht mehr fertig bringen, obwohl er ein passionierter Handwerker ist.

Dieser Film ist ein kleiner Geheimtipp, der ganz ohne Action, dafür aber mit viel Sinn für feinen Humor und den leisen Zwischentönen auskommt. Mich hat er jedenfalls sehr berührt und auch zum Nachdenken gebracht. Von mir bekommt er 90%.

Veröffentlicht am 12.08.15!

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